Schleppende Wiederzulassung
Älter als 7 Tage

Woran der Neustart der 737 MAX in China gerade scheitert

China Southern Airlines Boeing 737 MAX
China Southern Airlines Boeing 737 MAX, © Boeing

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SEATTLE - In den USA und Europa wächst Flug um Flug das Vertrauen in die modifizierte 737 MAX. China lässt Boeing hingegen weiter schmoren. Organisatorische und politische Hürden stehen dem von Boeing seit Monaten herbeigesehnten Neustart der 737 MAX im größten Exportmarkt im Weg.

Jetzt ist auch eine 737 MAX "Bundesbürgerin": Tuifly hat am Dienstag mit der D-AMAX die erste deutsche 737 MAX von Seattle nach Hannover überführt.

Seit Januar ist die 737 MAX in Europa wieder zugelassen. Nur in China - dem mit Abstand größtem Exportmarkt - zeichnet sich weiterhin keine Freigabe ab.

Boeing hatte auf ein erlösendes OK der chinesischen Luftfahrtbehörde CAAC bis Ende Juni gehofft, muss nach Quellen der Nachrichtenagentur "Reuters" aber wohl noch "mehrere Monate" auf die Wiederzulassung warten.

Neben politischen Spannungen zwischen Peking und Washington ziehen demnach auch ganz praktische Gründe das Verfahren in die Länge.

Um die Sache zu beschleunigen, soll Boeing CAAC-Beamte um den Jahreswechsel zur Beobachtung von Flugtests nach Seattle eingeladen haben - wegen der Pandemie schlug die CAAC das Angebot aus. Reisebeschränkungen und Visasperren stellen Boeing auch sechs Monate später noch vor Probleme.

Die 737 MAX ist zudem ein handelspolitisches Faustpfand der chinesischen Regierung. Xiamen Airlines soll Anfang April in Zusammenarbeit mit Boeing eine Modifikation ihrer 737 MAX auf den letzten technischen Stand auf den Weg gebracht haben. Laut Medienberichten wurde die Airline prompt von der CAAC zurückgepfiffen.

China bremst Boeing aus

China Southern Airlines, zu der Xiamen Airlines gehört, rechnet erst ab nächstem Jahr wieder mit neuen 737 MAX: 2022 erwartet die Airline laut aktuellem Geschäftsbericht 48 737 MAX, für 2023 sind 44 weitere Auslieferungen angesetzt. Bei China Eastern Airlines stehen neue 737 MAX erst ab 2023 wieder auf dem Zettel.

Die fehlende Planungssicherheit rund um China bremst Boeing beim geplanten Hochlauf der Produktion aus. Boeing will die Linie in Renton 2022 zwar bis auf 31 Flugzeuge pro Monat hochtakten, "aber nicht über die 31 hinausgehen, bis ich wirkliche Klarheit über China habe", sagte Boeing-Chef David Calhoun kürzlich in einem Analystengespräch. "Das ist ein echter Faktor, das beeinflusst den Erholungspfad."
© aero.de | Abb.: Boeing | 23.06.2021 15:20


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