US-Sanktionen
Älter als 7 Tage

Iranische Airlines wollen weiterhin ins Ausland fliegen

Iran Air Airbus A330-200
Iran Air Airbus A330-200, © Airbus

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TEHERAN - Trotz weitreichender US-Sanktionen will der Iran Flüge zu internationalen Zielen sicherstellen. "Bislang wurde keiner der Auslandsflüge iranischer Fluggesellschaften gestrichen, und die Flüge werden planmäßig durchgeführt", sagte Madschid Achawan, Sprecher der iranischen Luftfahrtbehörde, der Nachrichtenagentur Isna

"Über jede Änderung der Flugpläne werden die Passagiere im Voraus informiert." Auch die staatliche Fluggesellschaft Iran Air erklärte, es seien keine Anweisungen der zivilen Luftfahrtbehörden der Türkei, des Iraks oder Aserbaidschans eingegangen, wonach Flüge ausgesetzt werden sollen.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Montag in einem Interview weiteren Druck auf den iranischen Luftfahrtsektor angekündigt. Seinen Worten nach sollen ab Mittwoch alle iranischen Fluggesellschaften weltweit stillgelegt werden. Dafür würden Drittstaaten unter Druck gesetzt.

Er drohte Ländern mit dem Ausschluss aus dem US-Dollarsystem, sollten sie iranische Airlines mit Treibstoff versorgen, Landedienste bereitstellen oder Tickets für sie verkaufen.

Nach iranischen Berichten hat die Türkei Flugrechte für Mahan Air storniert. Die Airline hat die letzten Flüge ins Nachbarland am 20. September duchgeführt, Iran Air flog hingegen auch am Montag und Dienstag noch in die Türkei.

Vor zwei Wochen hatten die USA neue und umfassende Sanktionen gegen den iranischen Luftfahrtsektor verhängt, darunter gegen 27 Airlines. Auch ausländischen Unternehmen und Banken drohen Konsequenzen, wenn sie Geschäfte mit den betroffenen Airlines weiterführen. Internationale Fluggesellschaften meiden seit Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar Verbindungen in den Iran.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus, ATR | 22.09.2026 13:25

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Beitrag vom 23.09.2026 - 10:46 Uhr
Mich beschäftigt bei dieser Ankündigung auch die Frage, was geschieht, wenn wichtige Drittstaaten den amerikanischen Druck nicht mittragen. Der Ausschluss vom Dollarsystem ist ein starkes Mittel. Seine Wirkung hängt aber davon ab, dass die USA die Drohung auch gegenüber wirtschaftlich bedeutenden Partnern durchsetzen wollen.

China wäre dabei ein besonders interessanter Fall. Das Land hält erhebliche Bestände an US-Staatsanleihen. Würde es diese als Gegenreaktion schnell auf den Markt werfen, könnte das die Anleihekurse unter Druck setzen und die Finanzierung der USA verteuern. Ein einfacher Trumpf wäre das für Peking allerdings nicht: China würde zugleich Verluste auf seine eigenen Bestände riskieren und müsste das Geld anschließend anders anlegen. Gerade diese gegenseitige Abhängigkeit macht eine Eskalation für beide Seiten teuer.

Auch bei der Begründung der Luftfahrtsanktionen würde ich genauer unterscheiden. Wenn eine Airline nachweislich Personal oder militärisches Material transportiert, ist das ein ernstes Argument für gezielte Maßnahmen. Solche Transporte können aber sowohl auf inneriranischen als auch auf internationalen Strecken stattfinden. Umgekehrt ist nicht jeder internationale Passagierflug deshalb ein Militärtransport. Und Unterstützung für Gruppen wie die Huthi muss nicht als regulärer Linienflug zum Empfänger gelangen.

Deshalb wäre für mich die entscheidende Frage: Welche konkreten Transportwege unterbindet die pauschale Sanktionierung aller iranischen Airlines tatsächlich – und wie viel Druck entsteht vor allem dadurch, dass zivile Reisende ihre Auslandsverbindungen verlieren?
Beitrag vom 22.09.2026 - 13:33 Uhr
Interessante Entwicklung, dass die Türkei offenbar weiterhin Flugzeuge iranischer Fluggesellschaften abfertigen will. Bin gespannt ob Scott Bessent dann die Türkei von Swift ausschliesst oder so ähnlich...


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