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Condor ordnet ihre Gesellschafterstruktur neu - der Finanzinvestor Attestor übernimmt Condor ganz.
"Nach der vorzeitigen Rückzahlung der Staatshilfen durch Condor im Frühjahr 2026 wird die bislang über die SG Luftfahrtgesellschaft im Auftrag des Bundes und des Landes Hessen gehaltene Beteiligung von 49 Prozent neu geordnet", teilte Condor mit. "Grundlage dafür ist die bereits beim Einstieg von Attestor im Jahr 2021 vereinbarte, und jetzt ausgeübte, Option zum Erwerb dieser Anteile."
Der Vollzug der Übernahme sei zum "Stichtag 31. August 2027" geplant.
Nach der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns Thomas Cook und den Folgen der Corona-Pandemie hatten Bund und Land Hessen Condor mit Millionenhilfen stabilisiert.
Attestor hatte sich 2021 mit 51 Prozent an Condor beteiligt, der Staat behielt 49 Prozent der Anteile als Kreditsicherheit zurück. Der Finanzinvestor stattete Condor mit Kreditlinien und Eigenkapital im Gesamtumfang von mehr als 400 Millionen Euro aus - das ermöglichte Condor Investitionen in eine neue Flotte.
Condor sucht Anschluss an größere Airlinegruppe
Eine Dauerlösung ist Attestor für Condor gleichwohl nicht. "Natürlich muss man kein Prophet sein, um zu sagen, dass sich Condor wahrscheinlich an einem größeren Konglomerat andocken wird", hatte Condor-Chef Peter Gerber unlängst dem Magazin "Stern" gesagt.
Da Marktführer Lufthansa aus wettbewerbsrechtlichen Gründen als Käufer ausscheide, nannte Gerber als mögliche Kandidaten unter anderem Airlines wie Emirates, Etihad oder Qatar Airways.
"Das sind ebenfalls starke Anbieter, die sich nach den Erfahrungen mit den USA im Irankrieg vielleicht weniger abhängig vom Heimatmarkt machen wollen und auch offen für Partner aus anderen Regionen sein könnten", so Gerber. Auch Turkish Airlines sei ein Anbieter, der in Europa wachsen wolle.
Zunächst schlüpft Condor jetzt voll unter das Attestor-Dach. Weitere Angaben, etwa zu finanziellen Details, des Attestor-Volleinstiegs, machte Condor nicht.
Die Airline hatte in den vergangenen Jahren ihr Geschäft kräftig umgebaut. Sie hat ihre Langstreckenflotte erneuert, baut ihre Kurz- und Mittelstreckenflotte aus und entwickelt ihr Städteflugnetz als Zubringer für das Drehkreuz Frankfurt weiter.
Eigene Zubringer sind für Condor wichtig, da Lufthansa den bisherigen Zubringervertrag gekündigt hat. Zudem zog Condor zurück an den Frankfurter Flughafen, nachdem die Airline ihren Firmensitz aus Kostengründen in den Vorort Neu-Isenburg verlegt hatte.
Attestor übernimmt die übrigen Condor-Anteile allerdings in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 (30. September) stieg der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwar um ein Viertel auf 151 Millionen Euro, wie Condor im April mitgeteilt hatte. Auch kletterte die Zahl der Passagiere um 13 Prozent auf gut 9,6 Millionen Menschen.
Unterm Strich wuchs aber der Verlust um 13,7 Prozent auf 110,43 Millionen Euro. Grund waren interne Darlehenszinsen gegenüber Attestor und hohe Leasing-Bewertungen der meist noch sehr jungen Flugzeuge.
Condor steht unter Kostendruck
Auch belasten gestiegene Spritpreise infolge des Iran-Kriegs die Airline-Branche. Flugpassagiere müssten sich auf weiter steigende Ticketpreise einrichten, hatte Condor-Chef Peter Gerber Ende August bei einer Luftverkehrsveranstaltung in Frankfurt gesagt, auch mit Blick auf die Lage am Persischen Golf.
Condor hatte Anfang 2026 eine noch ausstehende Tranche eines staatlich besicherten KfW-Kredits über 175 Millionen Euro vorzeitig abgelöst. Derzeit verhandelt die Airline mit Personalvertretern über ein Sparpaket, nach Gewerkschaftsangaben will Condor ihre Kosten in diesem und im nächsten Jahr um jeweils 100 Millionen Euro senken.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Condor | 25.09.2026 09:06







Kommentare (14) Zur Startseite
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in der Luftfahrt ist es, sehr vereinfacht gesagt, fast so als ob es den Brexit nie gegeben hätte (z.B Zollfreiheit für Import vom Airbusteilen um nur ein Beispiel zu nennen.
Attestor kann das auch einfach umgehen. Niederlassung innerhalb eines EU Landes eröffnen und fertig.
Das interessiert bei Übernahme nicht, wenn die eigentlich Gesellschaft und Inhaber des AOC bestehen bleibt.
Bei sanktionierten Ländern oder Firmen ist das was anderes.
Hier insbesondere Seite 3.
Nun übernimmt Attestor doch zu 100 % und es geht über den 30.09.2026 hinaus weiter.
Schön - und viel Erfolg @Condor!
Edit: falsches Datum
Dieser Beitrag wurde am 26.09.2026 11:02 Uhr bearbeitet.
Die Condor Flugdienst GmbH bleibt ja bestehen und damit auch ihr AOC.
Sie (die GmbH) und nicht Attestor kontrolliert dem Flugbetrieb..
Sonst müsste Condor jetzt schon britisch sein. (Attestor ist bekanntlich Mehrheitseigner)
VG aus Braunschweig
Soweit man das von Außen einschätzen konnte war die EU Kontrolle über beiden Aufsichtsratsmandate der deutschen Regierungsvertreter im AR erfüllt. Die sind jetzt weg. Wie das jetzt geregelt wird, darauf warten alle. Auch bei Easy steht das an.