Der erste in Schkeuditz bei Leipzig montierte Testflieger vom Typ D328eco soll im ersten Quartal 2027 fertiggestellt werden. Ab 2028 sollen dann Passagierflugzeuge in Serie gebaut werden. Die Investitionssumme beläuft sich nach Angaben des Unternehmens auf mehr als 100 Millionen Euro, rund 250 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen.
Das Turbopropflugzeug - also ein propellergetriebenes Regionalflugzeug mit Turbinenantrieb - ist für rund 40 Passagiere ausgelegt und verbraucht auf kurzen Strecken deutlich weniger Treibstoff als größere Jets. Die neue Maschine ist für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) ausgelegt, die in der Gesamtbilanz ab Herstellung deutlich weniger CO2 verursachen als herkömmliches Kerosin.
Heute würden auf Kurzstreckenflügen oft zu große Maschinen eingesetzt, sagte Standortmanager Sebastian Böhnl von der Deutschen Aircraft. Kleinere Flugzeuge seien für diese Strecken deutlich wirtschaftlicher. "Der Bedarf an Regionalfliegern ist da."
Das Konzept lautet also: Statt weniger Flüge mit großen Maschinen könnten wieder mehr Direktverbindungen mit kleineren Flugzeugen entstehen - häufig als Zubringer zu internationalen Drehkreuzen. Davon würden auch kleinere Flughäfen profitieren. Die kleineren und effizienteren Flugzeuge sollen die Strecken wieder wirtschaftlich machen.
Erste Gespräche mit Verteidigungsministerium
Der mögliche Markt geht dabei über klassische Regionalfluglinien hinaus. "Es gibt bereits erste Gespräche mit dem Verteidigungs- und Innenministerium zu einer möglichen Nutzung", sagte der Direktor für Geschäftsentwicklung, Militär und Sicherheit bei der Deutschen Aircraft, Markus Hahner.
Seit einigen Jahren nutze die U.S. Air Force den Vorgänger, um Material zu transportieren oder Verwundete zu bergen. "Es ist ein Kurzstartflieger, der auch auf unbefestigten Pisten landen und starten kann". Geeignet sei der Flieger auch für die Grenzüberwachung oder als Löschflugzeug.
Die jetzige Eröffnung markiere die Rückkehr der Flugzeugfertigung nach Sachsen und einen bedeutenden Meilenstein für das D328eco-Programm, sagte Nico Neumann, CEO von Deutsche Aircraft. "Aufbauend auf dem Pioniergeist von Dornier stärkt dieser Meilenstein die Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität des Luftfahrtstandorts Deutschland."
Nach Angaben des Flugzeugherstellers wird künftig Leipzig/Halle das Zentrum für Flugzeugmontage und die Auslieferung an internationale Kunden sein. Im oberbayerischen Oberpfaffenhofen bleibt die Entwicklung, Flugerprobung und Zertifizierung.
Für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer unterstreicht die Eröffnung der Endmontagelinie die Bedeutung Sachsens als leistungsfähigen Industrie- und Luftfahrtstandort mit Zukunft. "Investitionen wie die von Deutsche Aircraft stärken unsere Luftfahrtindustrie, schaffen hochqualifizierte Arbeitsplätze und erhöhen die Attraktivität Sachsens für internationale Industrieprojekte", betonte der CDU-Politiker in einer Videobotschaft.
Das Konzept: mehr Direktverbindungen mit kleineren Flugzeugen
Der Luftverkehrsexperte Hartmut Fricke sieht in kleineren, sparsameren Maschinen durchaus eine Zukunft. Moderne Regionalflugzeuge "könnten eine Renaissance des Verkehrs erreichen", hatte der Professor für Technologie und Logistik des Luftverkehrs an der Technischen Universität Dresden der Deutschen Presse-Agentur gesagt.
Der klassische Kurzstreckenflug mit großen Jets sei für viele Airlines kaum noch rentabel. Zugleich hätten Bahn und Straße zuletzt an Zuverlässigkeit verloren. Die Suche nach schnellen Verbindungen zwischen kleineren Städten sei deshalb "so hoch wie lange nicht mehr".
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Deutsche Aircraft | 29.09.2026 12:48







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