Verwandte Themen
Der Airport in Bayerns zweitgrößter Stadt wurde gegen Mittag gesperrt. Knapp eine Stunde nach der sicheren Landung der Linienmaschine kam die Entwarnung. "In dem Flugzeug ist alles in Ordnung. Den Passagieren geht es gut, den Piloten geht es gut", sagte Polizeisprecher Michael Petzold.
Nach Angaben der Ermittler deutet bisher einiges auf ein kaputtes Funkgerät hin, auch weil die Piloten nach dem Absenden des Notfallcodes nicht mehr per Funk erreichbar gewesen seien.
Die Ermittlungen zur Ursache für den Alarm laufen aber noch. Die Fluggesellschaft Corendon äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Boeing 737-800, die je nach Ausführung bis zu 189 Plätze bietet.
Kampfjets aus Neuburg
Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung begleiteten Kampfjets des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 im bayerischen Neuburg an der Donau das Flugzeug im deutschen Luftraum. Dort stehen rund um die Uhr täglich zwei Eurofighter als sogenannte Alarmrotte bereit.
Ein Sprecher der Luftwaffe sagte, das Flugzeug sei bis zur Landung von den Eurofightern begleitet worden. Anschließend seien die Maschinen im Luftraum über dem Flughafen geblieben, bis ein erneuter Start des abgefangenen Fliegers ausgeschlossen werden konnte.
Auch in Kroatien stieg ein Kampfjet der kroatischen Luftwaffe auf, um das Flugzeug bis zur slowenischen Grenze zu begleiten. Wie das kroatische Verteidigungsministerium mitteilte, erfolgte der Einsatz aufgrund einer Warnung des Nato-Luftwaffenkommandos im spanischen Torrejón. Die Maschine überflog Kroatien und Slowenien auf ihrem Weg nach Deutschland.
Crew zunächst nicht erreichbar
"Wir hatten auf etwa Hälfte der Strecke gegen kurz nach 11.00 Uhr einen Code direkt aus dem Cockpit, der auf eine Geiselnahme schließen ließ", erläuterte Polizeisprecher Petzold die zunächst undurchsichtige Lage. "Da wir daraufhin das Cockpit nicht mehr erreichen konnten, beziehungsweise der Tower das Cockpit nicht mehr erreichen konnte, mussten wir eben vom Schlimmsten ausgehen, eben dass es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handeln könnte."
Gegen 12.10 Uhr sei der Flieger mit der Flugnummer XR456 dann "sehr pünktlich" in Nürnberg gelandet. "Wir hatten in diesem Zeitraum, also innerhalb dieser Stunde, den Airport aus Sicherheitsgründen erst mal abgesperrt mit einem Großaufgebot von Polizeieinsatzkräften", sagte Petzold. Schließlich sei Entwarnung gegeben worden, allen Insassen gehe es gut.
Seelsorge im Flughafen
Die Passagiere verließen nach Worten von Flughafen-Geschäftsführer Michael Hupe über Treppen die Maschine und wurden mit Bussen ins Terminal gebracht. "Dort sind sie von unserem sogenannten SAT-Team, das ist ein Team, was speziell für solche Notfälle ausgebildet ist, also auch mit Seelsorge und so weiter, in Empfang genommen worden", sagte Hupe. "Für Passagiere, die einen entsprechenden Ansprechpartner brauchen, die eine psychologische Betreuung brauchen, stehen wir dann zur Verfügung. Wenn es nicht der Fall ist, gehe ich davon aus, dass die relativ schnell dann hier nach draußen entlassen werden."
Start und Landung im Plan
Wie der Flughafen-Geschäftsführer berichtete, war der Flugverlauf des Linienfliegers von Korfu aus unauffällig. "Sowohl Start als auch Landung waren planmäßig." Das Flugzeug sei nach der Landung aber zunächst auf einem weit abgelegenen Vorfeldplatz abgestellt worden, um sicherzugehen, dass kein Entführungsfall vorliegt. Feuerwehr und Polizei seien mit Blaulicht angerückt. "Das wird jedem, der am Fenster sitzt, schon auffallen", sagte Hupe.
Erst als nach Polizeiangaben klar war, dass keine Gefahr besteht, durften die Passagiere das Flugzeug verlassen. An dem Einsatz waren auch Spezialkräfte beteiligt. Genaue Zahlen zu den Kräften wurden zunächst nicht bekannt.
Zuvor Beeinträchtigung wegen möglicher Drohnensichtung
Am frühen Morgen hatte es bereits eine mögliche Drohnensichtung am Flughafen Nürnberg gegeben. Drei Piloten hatten unabhängig voneinander beim Start- oder Landevorgang ein Objekt gemeldet, bei dem es sich möglicherweise um eine Drohne gehandelt haben könnte, wie die Polizei mitteilte.
Die Grenzpolizeiinspektion Nürnberg-Flughafen leitete in Abstimmung mit dem Albrecht-Dürer-Airport und der Deutschen Flugsicherung umgehend Such- und Detektionsmaßnahmen ein. Dabei kam unter anderem ein Polizeihubschrauber zum Einsatz; allerdings konnte keine Drohne gefunden werden.
Während des ersten Einsatzes kam es zeitweise zu Beeinträchtigungen des Flugbetriebs. Nach Angaben eines Flughafensprechers waren sechs Flüge verspätet - zwei Ankünfte und vier Abflüge. Zudem mussten zwei ankommende Maschinen vorsorglich nach Köln und Prag ausweichen, konnten ihren Flug nach Nürnberg danach jedoch fortsetzen.
Zwischen den beiden Vorfällen gebe es aber nach ersten Erkenntnissen "überhaupt keine Verbindung", sagte ein Polizeisprecher vor Ort.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Flughafen Nürnberg | 13.10.2026 12:33







Kommentare (4) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.
Eine Boeing 737-800 von Corendon aus Korfu setzt über Deutschland einen Entführungsalarm ab, Eurofighter steigen auf. Die Maschine landet in Nür
Nach neuester Sachlage hat der Flieger bereits über Slowenien und dann den ganzen descent und approach mit final landing ohne com durchgeführt, der Transpondercode hätte dann für Com failure auf 7600 gerastet werden müssen, also erstmal pilot error.
Das ist keine Überreaktion, sondern ein ganz normaler Vorgang, der weltweit so gehandhabt wird.Immer dieses Gemeckere über unseren Staat, die Bundeswehr, etc…
Natürlich ist es eine Überreaktion den Flughafen zu räumen, wenn irgenwo oben einer weit weg 7500 signalisiert, ohne dass man mehr darüber weiß. Bei IFR und comfailure ist die letze ATC Anweisung durchzuführen und dann weiter nach Flugplan zu verfahren, soweit es keinen geeigneten alternate gibt den man möglichst VFR anfliegen könnte.
"In case of a two-way radio communication failure, ATC will expect that aircraft adopt the VMC or IMC COMM fail procedure, as described below, according to the prevailing weather conditions. ATS will expect IFR flights to use the procedures established for IMC conditions. If safety concerns require so, IFR flights during a COMM fail may use the VMC procedures."
Im vorliegenden Fall sind die Jungs wohl bis zur Landung ohne Funkkontakt geflogen.
Dieser Beitrag wurde am 13.10.2026 20:43 Uhr bearbeitet.
Nach Kontaktaufnahme mit der Crew im gelandeten Flieger gab die Polizei aber schnell Entwarnung.
Was war denn nun wirklich los ? 7500 rastet doch keiner versehentlich mal aus Spaß.
ATC wird doch sofort versuchen über COM mehr zu erfahren. Warum scheinbar erst nachdem der Flieger gelandet war. Die ständige Überreaktion der "Organe" ist nicht nachvollziehbar.
Nein, ATC wird das nicht versuchen. Sonst könnten mögliche Entführer bemerken, dass 7500 gesendet wird.
Die Arbeiten hochprofessionell ihre vorher festgelegten Verfahren ab.
Das ist keine Überreaktion, sondern ein ganz normaler Vorgang, der weltweit so gehandhabt wird.
Immer dieses Gemeckere über unseren Staat, die Bundeswehr, etc…
Experte…