Flug LH459
06:48 Uhr

Airbus A380 setzte 19 Meter vor Pistenschwelle auf

Lufthansa Airbus A380
Lufthansa Airbus A380, © Lufthansa

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MÜNCHEN - Ein Airbus A380 von Lufthansa setzt in München 19 Meter vor der Landebahnschwelle hart auf und beschädigt drei Lampen. Ein erster Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung geht auf die Umstände ein, unter denen der Airbus A380 München anflog.

Flughafen München, 17. August 2026: Lufthansa 459 aus San Francisco schwebt zur Landung auf 26L ein. Der Airbus A380 setzt 19 Meter zu früh und mit 2,1 G vertikaler Beschleunigung auch ziemlich hart auf - sieben Reifen und drei Lampen werden beschädigt.

Das schreibt die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in einem jetzt vorgelegten Zwischenbericht (PDF). Faktoren des Unfalls waren demnach ein Sommergewitter über München - und ein Endanflug ohne ILS-Gleitpfad.

"Ein ILS-Anflug auf die Piste 26L war gemäß NOTAM nicht möglich", vermerkt der Bericht. "Der RNP-Anflug auf Piste 26L sollte mit FLS (FMS Landing System) Guidance erfolgen." Das Minimum dieses Anfluges lag bei 1.810 Fuß AMSL (340 Fuß AGL) und die geforderte Sicht bei 800 Meter.

Aus dem Cockpit der D-AIML ist 26L lange nicht zu erkennen. "Nach Aussage der Flugbesatzung war im Gegenanflug und Queranflug die Piste 26R zu erkennen, die Piste 26L war hingegen von Wolken verdeckt", gibt der Bericht wieder.

Erst "in etwa 10 Fuß über dem Minimum" machte die Flugbesatzung die Anflugbefeuerung der Piste 26L aus. "Der First Officer setzte daraufhin den Anflug fort, schaltete kurz danach den Autopiloten aus und flog manuell weiter. Die Sicht zu diesem Zeitpunkt schätzte die Flugbesatzung auf 500 Meter oder darunter."

Zwei Sekunden vor Bodenkontakt warnt der Kapitän den First Officer, dass die A380 zu tief anfliegt.

Den RNP-Approach kalibrierte die Crew auf einen angegebenen Referenzluftdruck von 1 015 hPa. "Unmittelbar nach der Landung wurde eine neue ATIS mit einem geänderten QNH 1 014 hPa veröffentlicht", so der Bericht. "Im Gegensatz zum ILS-G/S sind die F-G/S-Abweichungen barometrisch referenziert, das heißt ein Fehler von 1 hPa bei der Höhenmessereinstellung würde das vertikale F-G/S- Profil um 30 Fuß nach oben oder unten verschieben."

Lufthansa hat aus dem Zwischenfall Konsequenzen gezogen. "Auf Grund einer laufenden Untersuchung sind bis zu einer Klärung mit Airbus bei Anflügen unter Nutzung von FLS Guidance ab dem publizierten Approach Minimum des jeweiligen Anflugs die Flight Director Guidance und das Autoflight System auszuschalten", weist Lufthansa ihre A380-, A350 und A320-Piloten an.
© aero.de | Abb.: BFU | 23.10.2026 06:48

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Beitrag vom 23.10.2026 - 06:59 Uhr
Es waren wohlgemerkt 100ft über dem Minimum und nicht 10 wie hier angegeben. Zitat:

In etwa 100 ft über dem Minimum war nach Angaben der Flugbesatzung die Anflugbefeuerung der Piste 26L zu erkennen.


Dieser Beitrag wurde am 23.10.2026 06:59 Uhr bearbeitet.


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