BRÜSSEL - Der Superjumbo hat neue Probleme: alle Airbus A380 mit Rolls-Royce Trent 900-Antrieb müssen überprüft werden. Das hat die europäische Flugaufsichtsbehörde EASA angeordnet, nachdem es auf einem Flug von Singapur nach Hongkong am 19. Juli Schwierigkeiten gegeben hatte. Die Singapore-Airlines-Crew schaltete das problematische Triebwerk aus und kehrte nach Singapur zurück.
Bei einer Untersuchung des Triebwerks sei das Fehlen eines eigentlich vorgesehenen Lagersitzes im Bereich der Niederdruckturbine festgestellt worden, schreibt die EASA in der
Lufttüchtigkeitsanweisung 2012-0145. Hierdurch sei eine Ölzufuhr gebrochen. Der begrenzte Ölfluss habe unmittelbar zu Schäden im LP- und IP-System des Triebwerks geführt.
Der Fehler ist nach Einschätzung der EASA sehr ernst: wenn er nicht behoben werde, könnte es zu einem Triebwerksausfall kommen, bei dem sich Teile lösen und das Triebwerk verlassen, heißt es im Prüfbeschluss. Dabei könnten andere Flugzeugteile durchschlagen werden.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Triebwerke des britischen Herstellers Rolls-Royce für Negativschlagzeilen sorgen.
Anfang November 2010 musste ein Airbus A380 der australischen Qantas nach einer schweren Luftnotlage in Singapur notlanden.
Damals war es zu jener Art von Triebwerksausfall gekommen, die die EASA auch beim aktuellen Fehler als Folge fürchtete. Ein Produktionsfehler am Triebwerk führte zu einem Ölaustritt. Das Triebwerk explodierte, Teile durchschlugen die Tragfläche.
Die Art der Fehler sei aber nicht vergleichbar, so ein EASA-Sprecher. Auch ein Airbus-Sprecher versicherte: "Dies ist ein Einzelfall. Er hängt nicht mit irgendeinem Fall in der Vergangenheit zusammen." Die Situation sei unter Kontrolle.
Jetzt müssen etwa 200 Triebwerke auf das fehlende Anschlussteil hin untersucht werden, 30 davon mit höchster Priorität. Die besonders dringlichen 30 Untersuchungen seien bereits abgeschlossen, heißt es aus der Industrie.
Abgesehen vom Triebwerk der auffälligen Singapore-Airlines-Maschine wurde der gleiche Fehler noch ein weiteres Mal festgestellt, sagte eine Quelle in der Branche. Die Untersuchungen hätten bereits vor dem EASA-Beschluss begonnen.
Ein Rolls-Royce-Sprecher versuchte, die Wogen zu glätten. Die Überprüfungen seien "eine Vorsichtsmaßnahme" und mittlerweile "weit vorangeschritten bei allen Trent 900(-Triebwerken), die in Gebrauch sind. Maßnahmen sind getroffen worden, um eine Wiederholung zu verhindern."
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus S.A.S. | 10.08.2012 09:04
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2h Boroskopie,wenn man RR glauben will. Also keine Auswirkung.
Gruß aus EDHI