Dreamliner-Probleme
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EADS will bei Innovationen das Augenmaß wahren

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Airbus A350 XWB MSN001, © Airbus

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FRANKFURT - Der Luftfahrtkonzern EADS zieht Lehren aus dem Batterie-Desaster des Konkurrenten Boeing. "Wir dürfen keine halbgaren Dinge in unsere Flugzeuge packen, wo Probleme dann vorprogrammiert sind", sagte Unternehmenschef Tom Enders der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe). "Innovationen müssen reif sein." Allerdings bedeute Innovation immer, technologisches Neuland zu betreten.

"Und da können Sie schlicht nicht alles vorhersehen. Kurzum: Wir werden auch in Zukunft keine risikoarme Branche sein!" Bei Boeings Langstreckenflieger Dreamliner hatten Probleme mit neuen Batterien zur Folge, dass die Luftfahrtaufsicht mehrerer Länder den Start dieses Typs bis auf Weiteres untersagt hat.

Enders zufolge gab es in der Vergangenheit Innovation um der Innovation willen. Wenn EADS ein neues Flugzeug entwickelt habe, sei der Druck hoch gewesen, mit möglichst vielen Neuerungen aufzuwarten. "Aber wenn man hier das Augenmaß verliert und noch dazu gleichzeitig mit neuen Materialien, Prozessen und Partnern das System überlastet, dann hat man schnell das maximale Risiko zusammen."

Doch dort, wo EADS bewährte Flugzeuge graduell weiterentwickelt habe, sei das Risiko überschaubar gewesen und die Kosten hätten nur einen Bruchteil dessen betragen, was eine völlig neue Entwicklung gekostet hätte.

Enders setzt für Verbesserungen seiner Flieger auf die IT-Branche. "Durch eine intensivere Zusammenarbeit mit der IT-Industrie könnten Umrüstungen von Kabinen vielleicht erheblich schneller gelingen." Am Ende könne vielleicht die komplexe Verkabelung in den Flugzeugen erheblich reduziert und durch drahtlose Datenübertragung ersetzt werden. "Das Interesse ist da. Wir werden jetzt diskutieren, wo und wie wir enger zusammenarbeiten können", sagte Enders. "Ich bin ganz sicher, dass uns das voranbringen wird."
© dpa-AFX | Abb.: Airbus S.A.S. | 07.03.2013 11:58


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