Interview
Älter als 7 Tage

Lufthansa Cargo sieht keine Erholung im Frachtgeschäft

FRANKFURT - Die Frachtfluglinie Lufthansa Cargo rechnet nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr absehbar mit wenig Besserung. "Klar ersichtlich für alle ist aber, dass unser Ergebnis im Vergleich zu Wettbewerbern noch sehr gut ist", sagte Cargo-Chef Peter Gerber am Freitag.

"Wir haben immer noch Überkapazitäten im Markt, das ist eine wirkliche Herausforderung", äußerte sich der Manager im Interview mit dpa-AFX.

Er sehe derzeit keinen Grund, weshalb sich die Lage bessern sollte, sagte Gerber. Von den niedrigen Treibstoffpreisen profitiere das Unternehmen im Gegensatz zur Passagiersparte nur wenig. "Der Spritkostenvorteil führt im Cargo-Geschäft automatisch und unmittelbar zu niedrigeren Frachtraten."

Im Frachtgeschäft sind die Tarife zum einen an die Treibstoffpreise gekoppelt. Zum anderen haben die Geschäftskunden eine große Verhandlungsmacht, um Preissenkungen durchzudrücken.

Foto
Lufthansa Cargo Boeing 777F, © Lufthansa Cargo

Eine Verkleinerung der Flotte steht für Gerber dennoch nicht zur Debatte. Derzeit hat Lufthansa Cargo 17 reine Frachtmaschinen im Einsatz, zusätzlich nutzt sie die Kapazitäten von rechnerisch etwa zwei Frachtern der AeroLogic, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Post.

Zudem befüllt sie die Bäuche ("Bellies") der Passagierjets im Konzern. "Dank der niedrigen Treibstoffpreise sind die Frachter derzeit günstiger zu betreiben als noch vor einem Jahr", sagte Gerber.

Allerdings steht Lufthansa Cargo auf der Ausgabenbremse. Den Bau des seit Jahren geplanten neuen Frachtzentrums LCCneo in Frankfurt hat das Unternehmen bereits um zwei Jahre verschoben. "Sollten wir es bauen, wird es wohl frühestens 2018 losgehen", sagte Gerber.

Bis dahin will er mit einem Sparprogramm die jährlichen Kosten der Gesellschaft um mindestens 40 Millionen Euro senken. Wie viele Jobs dabei wegfallen, werde er erst im weiteren Jahresverlauf einschätzen können. Eine Entscheidung sei für die zweite Jahreshälfte angestrebt.

Gewinneinbruch

Im abgelaufenen Jahr musste Lufthansa Cargo einen Gewinneinbruch hinnehmen. Eine Abschreibung auf das Projekt LCCneo, der Pilotenstreik und der Preiskampf in der Branche ließen den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 123 Millionen auf 3 Millionen Euro einbrechen.

Bereinigt um die Sondereffekte sackte das Ebit immer noch um 40 Prozent auf 74 Millionen Euro nach unten. "Das Sparprogramm allein wird daher nicht ausreichen, um unser Ergebnis wieder auf das Niveau von 2014 zu steigern", sagte Gerber. Er will deshalb die Einnahmen durch die Einführung neuer Serviceangebote erhöhen und treibt die Digitalisierung voran.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Lufthansa Cargo | 18.03.2016 15:18

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Beitrag vom 19.03.2016 - 13:29 Uhr
Mich wundert es, das sich eine Lufthansa überhaupt noch im Fracht Segment behaupten will. Dieser Markt ist hart umkämpft und spezialisiert.

Lufthansa als Airline, klar! Lufthansa Technik und Training auch klar!

Aber eine Lufthansa in der Logistikwelt ...

das ist eine wirklich sehr interessante frage....

gehoert LH doch zu den groessten cargo carriern weltweit. in europa ist LH nach wie vor groesster carrier nach RTK.
jeder mache sich seinen reim darauf.


saludos a todos
charlie.f.kohn@sixpence-pictures.com
fine art photography//design//madrid
Beitrag vom 19.03.2016 - 01:08 Uhr
Mich wundert es, das sich eine Lufthansa überhaupt noch im Fracht Segment behaupten will. Dieser Markt ist hart umkämpft und spezialisiert.

Lufthansa als Airline, klar! Lufthansa Technik und Training auch klar!

Aber eine Lufthansa in der Logistikwelt ...


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