Enorme Folgen
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So hart trifft die Katar-Blockade Qatar Airways

DOHA - Vier Nachbarn isolieren Katar und kappen am Dienstag die Luftwege in das Emirat. Das hat enorme Auswirkungen auf Qatar Airways. Deren Chef Akbar Al-Baker reiste vorzeitig in einem Privatjet von der IATA Jahreskonferenz aus Cancun ab und ist in Doha jetzt als Krisenmanager gefragt.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten zogen am Pfingstmontag eine politische Haltelinie. Die Allianz erhebt schwerste Anschuldigungen gegen Katar: das Land unterstütze gemeinsam mit Iran Terrorgruppen im Jemen und in Syrien.

Flugzeuge von Qatar Airways
Flugzeuge von Qatar Airways, © Qatar Airways

Die gegen Katar verhängte Blockade umfasst den Abbruch diplomatischer Beziehungen und schneidet Katar von Handelswegen zu Wasser und in der Luft ab.

Qatar Airways treffen die Maßnahmen besonders hart. Etwa 52 tägliche Qatar-Airways-Flüge in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Saudi-Arabien, Bahrain und Ägypten bleiben vorerst am Boden. Insgesamt setzen Airlines 76 Verbindungen in der Region aus, überschlägt der Flugplanauswerter OAG.

Allein in das nahe Dubai pendelte Qatar Airways zuletzt 14 Mal am Tag, acht von zehn Passagieren dieser Umläufe steigen in Doha oder Dubai auf einen Anschlussflug um.

Schwerer wiegt die Sperrung der benachbarten Lufträume, in die Qatar Airways nun nicht mehr einfliegen darf. "Umfliegen bedeutet höhere Treibstoffkosten und längere Flugzeiten", sagte Luftfahrtberater Mark Martin aus Dubai. "Einige Ziele in Afrika und im Indischen Ozean werden sich im System von Qatar Airways nicht mehr sinnvoll darstellen lassen."

Komplett abgeschnitten

Eigentlich sei Doha durch die Sperrung der benachbarten Lufträume sogar komplett vom Luftverkehr abgeschnitten, stellt CAPA Center for Aviation fest.

Allerdings sei fraglich, ob die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain als Unterzeichner des ICAO International Air Services Transit Agreement Qatar Airways überhaupt Einflüge in ihre Lufträume verwehren dürfen. Die IATA hofft zumindest in dieser Frage auf eine schnelle Lösung.

"Wir befürworten (Einflug-)Verbote generell nicht und wünschen uns, dass die Konnektivität rasch wieder hergestellt wird", äußerte sich IATA-Generaldirektor Alexandre de Juniac am Montag in Cancun.

Qatar Airways drohen aus der Blockade Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent, schätzt Diogenis Papiomytis, ein Luftfahrtanalyst der Firma Frost & Sullivan. "Die Auswirkungen auf des Netzwerk sind immens." Auch Codesharepartner British Airways werde in Mitleidenschaft gezogen.
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Qatar Airways | 06.06.2017 10:14

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Beitrag vom 06.06.2017 - 22:15 Uhr
Für ein 100Mrd USD "Geschäft" darf man auch etwas Gegenleistung erwarten.
Dummerweise sind die Saudies nach dem Ölpreisschock wohl doch wach geworden. An sich müssten sie ihren Haushalt bereingen und sparen.
Vielleicht einigt man sich mit Hilfe der Öl- und Gasförderquoten und des so erzielbaren höheren Gas- bzw.Ölpreises... Dann können die Saudies auch locker die 100Mrd USD im Laufe der nächsten Jahre zusammenbringen. Wenn der Iran auch mehr verdient, kauft er vielleicht auch mehr Ausrüstung für das Ölgeschäft - wie immer nicht direkt von den Amis.
Die Unterstützungen von Freunden wird dann auch noch koordinieret.
Nach dieser Motivationsrunde kann man sich gemeinsam um den Jemen kümmern.


Dieser Beitrag wurde am 06.06.2017 22:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.06.2017 - 20:25 Uhr
Trump reist nach Saudi Arabien und eine Woche später fällt denen spontan ein, dass sie Irans wichtigsten Partner in der Region boykottieren wollen, ohne dass die USA damit zu tun hatten? Wer das glaubt, ist selber schuld.

Trump will die moderaten Kräfte im Iran schwächen, um einen Grund geliefert zu kriegen, Obamas Irandeal zurückzudrehen.
Das ganze aber ohne, dass in der Zeitung steht, dass Trump Boeing und andere Amerikanische Firmen ein paar Milliarden $ kostet.

Viel zu subtil - der Mann denkt nicht so weit um die Ecke.
Ich stelle mir das eher so vor:
Trump wird von seinen Gastgebern quasi nebenbei gefragt, ob es nicht klasse wäre wenn sie mal im Nahen Osten so richtig aufräumen würden.
Alle anwesenden Berater werden blass und schütteln verzweifelt den Kopf.
Trump ignoriert sie und sagt das wäre "fantastic" und "a great deal".

Eine Woche später destabilisiert Saudi Arabien mit frischem Schwung und der vermeintlichen Rückendeckung der USA den Nahen Osten, während Herr Trump zwischen Golf und Twitter überrascht wird.

Zu Qatar Airways muss man sagen: Sie sind vermutlich eins der ersten unmittelbaren Opfer dieser Kampagne, aber sicher nicht das letzte.
Und ob diese Kampagne auf wahren Begebenheiten beruht oder ob diese angebliche Terror-Finanzierung von den Saudis frei erfunden wurde, ist ja auch noch nicht raus.

Dieser Beitrag wurde am 06.06.2017 20:38 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.06.2017 - 16:07 Uhr
Trump reist nach Saudi Arabien und eine Woche später fällt denen spontan ein, dass sie Irans wichtigsten Partner in der Region boykottieren wollen, ohne dass die USA damit zu tun hatten? Wer das glaubt, ist selber schuld.

Trump will die moderaten Kräfte im Iran schwächen, um einen Grund geliefert zu kriegen, Obamas Irandeal zurückzudrehen.
Das ganze aber ohne, dass in der Zeitung steht, dass Trump Boeing und andere Amerikanische Firmen ein paar Milliarden $ kostet.


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