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A380 Plus statt A380neo
Älter als 7 Tage

Airbus erwartet weiter steigende Flugzeug-Nachfrage

Fabrice Brégier und John Leahy
Fabrice Brégier und John Leahy, © Airbus

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TOULOUSE - Airbus rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem weiter steigenden Bedarf an Verkehrsjets. Die weltweite Passagierjet-Flotte dürfte sich bis 2036 mehr als verdoppeln, kündigte Verkaufschef John Leahy am Freitag in Toulouse an.

Allerdings erwartet er bei Fluglinien geringere Passagierzuwächse als zuletzt. Zudem muss sich Airbus immer größere Sorgen um sein Flaggschiff A380 machen. Wenn Neubestellungen weiter ausbleiben, muss der Konzern die Produktion noch stärker zurückfahren. Die diskutierte Neuauflage als A380neo ist vom Tisch.

Nach Leahys Schätzung werden Fluggesellschaften in aller Welt bis 2036 voraussichtlich rund 34.900 neue Passagierjets und Frachtflugzeuge kaufen. Das sind gut 1.800 Maschinen mehr als vor einem Jahr bis 2035 vorhergesagt.

Das Plus kommt vor allem von den Mittelstreckenjets wie dem stark gefragten Airbus A320neo und der Boeing 737 MAX. Auch mittelgroßen Langstreckenjets mit zwei Triebwerken wie dem Airbus A350 und Boeings 787 sagt Leahy einen steigenden Bedarf voraus.

Indes rechnet er damit, dass das Verkehrsaufkommen im Passagierverkehr bis 2036 im Schnitt nur noch um jährlich 4,4 Prozent zunimmt. Das ist etwas weniger als noch vor einem Jahr vorhergesagt.

Die größten Zuwächse erwartet er in China und Indien. "Mit den steigenden verfügbaren Einkommen wird sich die Zahl der Flugreisenden in Schwellenländern zwischen heute und 2036 nahezu verdreifachen." Der Inlandsverkehr in China werde dann der weltgrößte Luftfahrtmarkt sein - und den USA den Rang ablaufen.

Bei den größten Typen mit mehr als 400 Sitzen wie dem Airbus A380 und der Boeing 747-8, aber auch der modernisierten Boeing 777X, zollt Leahy der zuletzt schwachen Nachfrage etwas Tribut. Die Zahl von 1.406 Maschinen dieser Größe, die bis 2036 benötigt würden, liegt um 74 Exemplare niedriger als in seiner letzten Prognose.

Dennoch zeigte sich Leahy sicher, dass die Branche die Zuwächse bei den Reisenden nur mit größeren Flugzeugen bewältigen kann. "Der Passagierverkehr wird sich alle 15 Jahre verdoppeln, aber wir können nicht so viele Flughäfen bauen." Dies zwinge zum Einsatz von Maschinen wie der A380, die Platz für 575 Passagiere bietet.

Dennoch ist der Flieger bei Airbus vorerst in Bedrängnis. Die Produktion soll 2018 auf 12 Maschinen pro Jahr sinken nach 28 vergangenes Jahr. Programmchef Didier Evrard versucht Kosten zu senken und Prozesse so zu ändern, dass der Konzern mit dem Jet keine Verluste schreibt. Gehen keine neuen Bestellungen ein, muss die Produktion noch weiter schrumpfen.

A380 Plus statt A380neo

Einer Neuauflage des Fliegers unter dem Namen A380neo mit sparsameren Triebwerken erteilte Verkehrsflugzeugchef Fabrice Brégier eine Absage. "Dafür gibt es kein Geschäftsszenario, das ist ganz klar." Die Airbus-Führung und Triebwerkshersteller Rolls-Royce scheuen das Risiko, die Entwicklungskosten nicht wieder einzuspielen.

Einen Mittelweg zur Modernisierung der A380 kann sich Airbus aber durchaus vorstellen. Mit bis zu 5 Meter langen Winglets lasse sich der Treibstoffverbrauch der A380 um bis zu 4 Prozent senken, sagte Brégier. Rolls-Royce soll aus den aktuellen Triebwerken ebenfalls noch etwas Effizienz herausholen.

"Vor zehn beziehungsweise 15 Jahren waren wir nicht in der Lage, in Balance und Luftwiderstand optimierte Winglets zu konstruieren", fügte Airbus-Programmchef Didier Evrard an.

Dass sich Airbus gegen die A380neo entschieden habe bedeute nicht, "dass wir uns nicht mit Möglichkeiten befassen, mit denen sich die Leistung des Flugzeugs verbessern lässt", sagte Brégier. Ein neuer Kabinengrundriss mit 575 Sitzen, den Airbus im April vorstellte, soll Airlines die Entscheidung für eine A380 ebenfalls erleichtern.

Emirates hatte zwar wiederholt eine A380neo gefordert. Jedoch fanden sich offenbar nicht genug weitere Interessenten. Emirates ist mit 142 bestellten Maschinen die weltgrößte Betreiberin der A380 und gibt sich eventuell auch mit einer "A380 Plus" zufrieden - die Airline will möglicherweise 20 A380 nachbestellen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 09.06.2017 09:35


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