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Die Zwangsehe zwischen Airbus und Dassault ist zerbrochen. Dassault steht nicht hinter der verhandelten Arbeitsteilung mit Airbus und Indra Sistemas im Großprojekt FCAS, Frankreich hegt den Konzern nicht ein. Und es gibt noch weitere Kanten im europäischen Luftkampfsystem mit 100-Milliarden-Euro-Etat.
"Wir haben ein echtes Problem im Anforderungsprofil", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) jetzt im Podcast "Machtwechsel". "Wenn wir das nicht lösen, können wir das Projekt nicht aufrechterhalten."
Frankreich schwebt laut Merz ein für Starts und Landungen auf Flugzeugträgern geeigneter Kampfjet vor, der auch Atomwaffen tragen kann. Da die Bundeswehr diese Fähigkeiten bei FCAS schlicht nicht benötige, stelle sich die Frage, die "objektiven Anforderungsprofile" mit einem Flugzeug zu treffen - oder mit zwei Programmen.
FCAS ist mehr als ein Kampfjet - das Projekt umfasst auch KI-gesteuerte Drohnen und ein dezentrales Nervensystem, die sogenannte "Combat Cloud". Eine "Zwei-Flugzeuge-Lösung" für den wesentlichen Teil der FCAS-Hardware gilt inzwischen aber als wahrscheinlich.
Nach Informationen der "WirtschaftWoche" stellt sich Airbus auf einen möglichen Alleingang ein. "Praktisch alle technischen Bausteine" seien dafür "entweder bereits verfügbar oder zumindest deren Entwicklung", sagte ein Airbus-Manager dem Magazin. Klärungsbedarf bestehe aber noch bei Lieferketten und Produktionssystem sowie bei Zeitvorgaben und Budgets.
Dass eine Eigenentwicklung für Airbus eine gangbare Option ist, stellte Konzernchef Guillaume Faury gerade klar.
Die Airbus-Airliner "A350-900 und A350-1000 sind zwei unterschiedliche Flugzeuge mit vielen Gemeinsamkeiten", zog Faury in einem Interview mit dem Sender "BFM" einen Vergleich. "Und dann gibt es in Europa Kampfflugzeuge, bei denen kein Teil gleich ist." Dies sei ein mögliches Spektrum für FCAS.
Der deutsche Branchenverband BDLI, in dem Airbus stark engagiert ist, befürwortet eine eigenes Kampfjet-Projekt bereits ausdrücklich.
"Kein Scheitern"
"Eine Zwei-Flugzeuge-Lösung ist kein Scheitern, sondern das Erwachsenwerden von FCAS", stellte sich BDLI-Hauptgeschäftsführerin Marie-Christine von Hahn hinter die Idee. "Sie erlaubt unterschiedliche nationale Schwerpunkte und reduziert Reibungsverluste, weil Kooperation dort stattfindet, wo sie wirtschaftlich und technologisch sinnvoll ist."
Eine politische Entscheidung steht weiter aus.
© aero.de | Abb.: Airbus | 26.02.2026 17:00







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