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London Heathrow wird ausgebaut

LONDON (dpa) - Europas größter Passagierflughafen London-Heathrow bekommt eine dritte Landebahn und ein neues Terminal. Die britische Regierung gab am Donnerstag grünes Licht für den umstrittenen Ausbau des drittgrößten Passagierflughafens der Welt. Die Erweiterung sei für die Wirtschaft Großbritanniens wichtig, zumal Heathrow bereits seinen Vorsprung zu anderen Airports wie Frankfurt einbüße, sagte Verkehrsminister Geoff Hoon im Parlament in London.



Dank der technologischen Fortschritte im Flugzeugbau werde es bei der Inbetriebnahme der Runway in rund zehn Jahren auch leisere Flugzeuge mit geringerem Schadstoffausstoß geben, zeigte sich der Minister überzeugt. Die Kosten des Ausbaus liegen bei 9 Milliarden Pfund (fast 10 Mrd. Euro). Das Projekt ist wegen der Auswirkungen auf Klima, Umwelt sowie wegen der erwarteten Lärmbelästigung umstritten.

In London-Heathrow landen und starten europaweit mit jährlich knapp 70 Millionen Passagieren die meisten Menschen. Bei der Zahl der Flugbewegungen liegt der Airport mittlerweile aber hinter dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle.

Mit der neuen Runway kann die Zahl der Flüge von derzeit 480 000 auf rund 700 000 pro Jahr gesteigert werden. Damit erreicht Heathrow allerdings nicht die Zahl der Flüge der beiden größten Airports in Atlanta und Chicago, die beide weit über 900 000 Flugbewegungen pro Jahr abwickeln können. Außerdem will die Regierung die mögliche Zahl von Flugbewegungen nicht ausschöpfen, um den Schadstoffausstoß zu begrenzen.

Neue Start- und Landemöglichkeiten soll nur Flugzeugen mit geringen Schadstoffwerten eingeräumt werden. Außerdem gab der Minister das Ziel aus, die Schadstoffbelastung durch den Flugverkehr im Jahr 2050 unter den Wert von 2005 zu drücken.

Premierminister Gordon Brown verteidigte während eines Besuchs in Berlin den Ausbaubeschluss: «Es war immer unser Wunsch, die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes zu sichern und gleichzeitig die hohen Umweltstandards zu erfüllen, die wir uns selbst gesetzt haben.»

Fluggesellschaften, Unternehmen und einige Gewerkschaften hatten sich für den Ausbau ausgesprochen. Sie sehen darin eine langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der britischen Wirtschaft und versprechen sich zudem bis zu 65.000 neuer Jobs. Gegenwind kommt vor allem von Umweltschützern und der Opposition im Parlament, aber auch in der Labour-Partei von Premierminister Brown gibt es starke Vorbehalte. Auch Londons Bürgermeister Boris Johnson lehnt das Vorhaben ab. Johnson möchte stattdessen einen neuen Großflughafen in der Themsemündung errichten.

© dpa | 15.01.2009 11:33




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