MADRID - Die EU zieht Konsequenzen aus den wegen des Vulkanausbruchs in
Island verhängten Flugverboten und ihren Folgen auf den
gesamteuopäischen Flugverkehr. Aus diesem Grund haben die EU-Kommission
und José Blanco Lopez, der unter der spanischen
EU-Ratspräsidentschaft amtierende Infrastrukturminister, zu einem
Sondertreffen der EU-Verkehrsminister am 4. Mai 2010 nach Madrid
eingeladen.
Auf der Agenda stehen sowohl die Umsetzung des
Einheitlichen Europäischen Luftraums (Single European Sky, SES) als auch
der Aufbau eines europäischen Notfall- und Krisenplans für den
europäischen Luftverkehr. Die Flugsicherung in der EU soll dadurch
verbessert werden, in dem die bestehende Zersplitterung in nationale
Lufträume aufgehoben wird.
EU-Kommissonsvizepräsident und
Verkehrskommissar Siim Kallas kündigte für diese Woche ein
Kommissionspapier an, das einen Fahrplan zur Beendigung der Flugkrise
beinhaltet sowie Prioritäten für kurz- bis langfristige Maßnahmen
skizziert, um Krisen dieser Art in Zukunft zu vermeiden.
Die Aschewolke aus Island hat Europas Luftfahrtbranche nach Einschätzung der EU-Kommission zwischen 1,5 und 2,5 Milliarden Euro gekostet. Die Summe umfasse alle Bereiche der Luftfahrt, die von der Streichung von 100.000 Flügen getroffen waren, erklärte Kallas am Dienstag in Brüssel. Dazu zählten Fluglinien, Flughäfen, Reiseveranstalter und Bodenabfertiger.
Die Schätzungen aus den Branchen seien allerdings mit Skepsis zu sehen, sagte Kallas. Nun geht es Kallas zufolge um Hilfsmaßnahmen für die Branche. So sollen die EU-Staaten Flugbeschränkungen zunächst zeitweise aufheben und die Erhebung von Flugentgelten aufschieben können.
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