Community / / Was die US-Zollankündigung für...

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Beitrag vom 03.04.2025 - 09:25 Uhr
UserOBI
User (129 Beiträge)
Man kann aber sicher davon ausgehen, das die EU schnell reagiert und Zölle in ähnlichen Dimensionen auf amerikanische Produkte erhebt. Das Problem haben dann nicht mehr die Hersteller, sondern sämtliche Kunden, die dann die Zeche zahlen müssen. Letztendlich bleibt es dann aber bei den Endkunden/Fluggästen hängen. Die Airlines werden die Mehrkosten natürlich wieder reinholen.
Beitrag vom 03.04.2025 - 09:46 Uhr
UserJochen Hansen
User (345 Beiträge)
Moin,

da hat Airbus schon aufgezeigt, wo es hingeht. Dank der etwas Unfähigen aus dem Großraum Seattle leitet man einfach die Auslieferungen in andere Regionen um.
Somit werden die US-Airlines eher Boeing kaufen und der Rest der Welt eher Airbus. Aber die Ersatzteile etc. werden schon morgen teurer.
Insgesamt wird es für alle, speziell die US Bürger teurerer. Alles selbst gewähltes Schicksaal, liebe US Bürger. Zum Glück gibt es einen Flugzeugmangel, dass ist der Trump(f) aktuell.

Gruß,
Jochen
Beitrag vom 03.04.2025 - 12:18 Uhr
UserFW-Condor
User (249 Beiträge)
Nachfrage nach Flugzeugen gibts weltweit, also liefert Airbus eben dorthin, wo es keine Zölle ala Trump gibt. Das gilt ja nicht nur für Narrowbodies. Für US Kunden würde ich die Zölle durchreichen und fertig, sofern das die Verträge mit den US Kunden zulassen. Ansonsten können die US Gesellschaften ja ganz einfach US Flugzeuge kaufen. Boeing fährt mal eben die Produktion hoch ( genau wie die Autohersteller ja mal eben in Sekundenschnelle neue Werke bauen und 10.000 qualifizierte US Arbeitskräfte einstellen ) und schon können die USA nicht nur ihren eigenen Markt sättigen, sondern den Weltmarkt mit den besten und zuverlässigsten Flieger überschütten.
Welche unglaubliche Dummheit in der US Regierung versammelt ist, dass ist so erschreckend.
Beitrag vom 03.04.2025 - 12:25 Uhr
UserJumpfly
User (597 Beiträge)
Ich wage doch sehr zu bezweifeln, dass die in Mobile produzierten Airbus Flugzeuge für US Airlines weiter zum selben Preis angeboten werden können. Dort findet eine Endmontage statt. Auf alle Teile die dort aus aller Welt angeliefert werden wird ein Zoll entrichtet werden. Damit werden auch die FLugzeuge aus Mobile deutlich teurer und wenn man sie stattdessen in den Rest der Welt exportieren möchte sind die Kosten dennoch die selben. Sollten diese Zölle also längerfristig bestehen bleiben sehe ich das Werk in Mobile gefährdet, es sei denn die amerikanischen Kunden sind willens den Mehrpreis zu zahlen.
Beitrag vom 03.04.2025 - 14:20 Uhr
UserRunway
User (2965 Beiträge)
Es ist richtig das in Mobile nur eine Endmontage stattfindet. Triebwerke und viel Elektronik kommt aber aus USA. Schätze diesen Anteil mal auf 30%. Die Montagekosten könnten bei 10% liegen. Bleiben also ca.60% auf die Zoll von ca. 20% im Raum stehen was auf eine Verteuerung von insgesamt ca. 12% hinauslaufen würde. Kein Pappenstiel.
Beim A350 liegt die Zollbasis vermutlich bei über 90% was schon gravierend wäre.

Sofern Verträge nichts gegenteiliges enthalten ist ein erhöhter Importzoll ein Problem des Kunden. Sollte die EU gleiches einführen müsste LH eigentlich auf alle noch nicht gelieferten B787 und B777 den Zoll übernehmen.

Wenn es um Teile geht wird es ja noch verrückter. Sowohl Boeing als auch Airbus beziehen Teile aus dem Ausland. Auch Airbus aus den USA. Wenn diese Teile hier verbaut werden und hier dafür Zoll anfällt und dann aus Europa in die USA exportiert werden fällt auf den US-Anteil dort nochmals Zoll an. Ergo könnte die A320-Serie nur noch in Mobile sinnvoll montiert werden.

Das ganze ist ein unheilvolles Zolchaos das Trump da weltweit anrichtet.Das diese Maßnahmen die auf vielen Gebieten verlorene US Wettbewerbsfähigkeit zurückbringt ist zu bezweifeln. Bei Autos kann das wirken aber in der gesamten Breite der Produkte eher nicht.
Beitrag vom 03.04.2025 - 14:29 Uhr
UserJumpfly
User (597 Beiträge)
Was wenn nun DElta... nicht bereit sind 12-20% mehr für einen A220 oder A320 zu bezahlen? Dann kann Mobile dicht machen, denn die dort produzierten Flugzeuge werden beim Verkauf ins Ausland höchstwahrscheinlich mit Einfuhrzöllen gegen die USA belegt und sind somit preislich nicht mehr konkurrenzfähig.
Beitrag vom 03.04.2025 - 14:42 Uhr
UserGustl
User (352 Beiträge)
Zollauswirkungen für Airbus haben wir schon im mehreren Beiträgen thematisiert. Siehe u.a.  https://www.aero.de/news-49309/Airbus-fasst-Plan-fuer-moegliche-US-Zoelle.html vom 25.2.25.

Erwähnenswert sind insbesondere die Auswirkungen für das Montagewerk in den USA:
In der alten Zollaktion von Trump im Jahre 2019 fielen laut Leeham 1,86 Mio US-$ Import-Zoll pro Airbus-Mobile-Flieger an. d. h. nur ca. 40% des Wertes entfallen auf zollpflichtige Importe.
P.S.: @Runway: Gut spekuliert! Deine Zahlen passen zu Leeham

Zum neuen Zollsatz von 20% werden dann Airbus-Maschinen aus Mobile mit ca. 3 Mio$/Zoll pro Flieger belastet. Bei einem Auftragsbestand für 10! Jahre hat jeder US-Kunde die Entscheidungsfreiheit zu zahlen, wenn er zügige Auslieferungen mit dem Trumpschen Aufpreis benötigt.

ABER! Ich habe aus beruflicher Erfahrung gelernt, daß US-Zollstrafen in der Vergangenheit eine Halbwertzeit von 1 1/2 Jahren hatten.
Also würde meine Strategie als US-Carrier lauten: Kruzfistig alle Lieferungen verschieben.

Das gilt insbes. für Widebodies, denn diese werden deutlich teurer.

Gruß Gustl




Dieser Beitrag wurde am 03.04.2025 14:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.04.2025 - 14:59 Uhr
UserXOR
User (92 Beiträge)
Großbritannien hat übrigens nur 10% bekommen und keine 20% also sind die Tragflächen jetzt etwas günstiger. haha

Mal abgesehn davon dass dieses Zollgesetz offensichtlich ein Bürokratiemonster ist bzw. werden wird sollte das Bürokratiemonster EU die Sache nicht weiter eskalieren lassen und ihre früheren Versprechen gegenüber Trump1 einhalten und alle Zölle auf US Industrieprodukte aussetzen denn die sind sowieso nicht wettbewerbsfähig.
Trump versprach damals dann ebenfalls alle Zölle auf Industrieprodukte aufzuheben was dann wohl das Ende der reziproken Zölle und einen Rückfall von 20% auf 10% bedeuten würde.
Ã?berhaupt kann gutes Zureden bei Trump Wunder bewirken. Das hat Trump1 ganz klar gezeigt.

Zugleich kann man ja wie Südostasien diesen Anlass nutzen um Freihandelsabkommen voranzubringen.

Bringen tun diese Zölle natürlich nix, auch nicht in anderen Bereichen.
Um die Wettbewerbsfähigkeit der US Industrie wiederaufzubauen wären ganz andere Reformen auch in Richtung Bildungswesen nötig aber an denen ist sogar "Ike" Eisenhower gescheitert.
Etwas langfristigere Politik anstelle einer 180° Kehrtwende alle vier oder sogar 1,5 (siehe Kommentar von Gustl) Jahre würde aber sicher auch helfen.
Beitrag vom 03.04.2025 - 16:13 Uhr
UserDaniel Boone
User (80 Beiträge)

Das ganze ist ein unheilvolles Zolchaos das Trump da weltweit anrichtet.Das diese Maßnahmen die auf vielen Gebieten verlorene US Wettbewerbsfähigkeit zurückbringt ist zu bezweifeln. Bei Autos kann das wirken aber in der gesamten Breite der Produkte eher nicht.

Da glaube ich weniger, schon die letzten Zölle haben gezeigt das die Wirkung gleich null war. Die Einzigen die gewonnen haben waren die Ami-Konzerne die aus reiner Solidarität ihre Preise um die Zölle erhöht haben. Sprich die Reichen werden noch reicher und die Mittelschicht und darunter wird weiter ausgeblutet. Bei einen System wo Gewinnmaximierung an erster stelle steht müsste man schon naiv sein das deshalb mehr in den USA produziert wird.
Beitrag vom 03.04.2025 - 22:24 Uhr
Usertriangolum
User (314 Beiträge)
Zölle haben meist wirklich nicht lange Bestand. Eventuell kann Airbus für US Kunden eine Leasing Firma Gründen wo alle Flugzeuge so ausgestattet werden wie z. B. DELTA es will und später werden die dann einfach übernommen wenn die Zölle weggefallen sind. Somit kauft ja z. B. Delta diese Flugzeuge nicht.

Ich würde sogar die gesamte Produktion in den USA einstellen. Wer Zölle auf Flugzeuge und Flugzeugteile erhebt obwohl bereits in den USA gefertigt wird hat es nicht verdient durch Erpressung noch mehr Fertigung zu bekommen.

Erpresser sollten nicht nachgegeben werden. Sie erpressen dann immer nur weiter und schlimmer.
Beitrag vom 03.04.2025 - 23:39 Uhr
UserEricM
User (7196 Beiträge)
Mal abgesehn davon dass dieses Zollgesetz offensichtlich ein Bürokratiemonster ist bzw. werden wird sollte das Bürokratiemonster EU die Sache nicht weiter eskalieren lassen und ihre früheren Versprechen gegenüber Trump1 einhalten und alle Zölle auf US Industrieprodukte aussetzen denn die sind sowieso nicht wettbewerbsfähig.
Trump versprach damals dann ebenfalls alle Zölle auf Industrieprodukte aufzuheben was dann wohl das Ende der reziproken Zölle und einen Rückfall von 20% auf 10% bedeuten würde.
Ã?berhaupt kann gutes Zureden bei Trump Wunder bewirken. Das hat Trump1 ganz klar gezeigt.

Mannomann, wie Rückgratfrei kann man sein?
Appeasement funktioniert nicht. Nie.

Trump bricht gerade der US Wirtschaft das Genick. Mit Rezepten entwickelt von ChatGPT oder Grok.
 https://slate.com/news-and-politics/2025/04/trump-tariffs-ai-math-penguins.html
Er hat sogar einige nur von Pingiunen bevölkerte Inseln ausrücklich mit Zöllen belegt, genau wie manche KIs das - warum auch immer - vorschlagen.

Nicht nur die EU und Airbus, wir alle, der restliche Westen, Asien, Australien und Aftika benötigen schnellstens andere Handelspartner, kein Einschleimen beim Totengräber der amerikanischen Wirtschaft.
Glücklicherweise ist Airbus aufgrund seiner Auftragslage auf die USA als Handelspartner kurzfristig nicht so dringend angewiesen.
Mittelfristig müssen wir darauf hinarbeiten, die Weltwirtschaft ohne die USA zu stabilisieren.

So inkompetent, wie die USA aktuell geführt werden, kann ich zwar mir nicht vorstellen, dass diese Clown-Show wirklich 4 Jahre andauern kann. Aber auch nicht, dass sie ohne Bürgerkriegsähnliche Zustände und weitgehenden wirtschaftlichen Zusammenbruch da früher rauskommen.
Ich fürchte, in spätestens 18 Monaten brennen in Washington Barrikaden.


Dieser Beitrag wurde am 04.04.2025 07:27 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 04.04.2025 - 09:10 Uhr
UserRalf Latinoe
User (24 Beiträge)
Ebenfalls interessant dürfte eine Reaktion der EU sein. Auch wenn ich persönlich nicht an folgendes Szenario glaube, finde ich den Gedanken nicht ganz so schlecht:
Die EU führt Zölle auf US-Flugzeuge ein. Die Bundesregierung storniert ihren F-35 Auftrag (die nukleare Teilhabe existiert ohnehin nur noch auf dem Papier wenn Trump dem Alliierten Dänemark schon mit Waffengewalt droht) und Lufthansa verzichtet auf Boeing 777-9 und 737-Max (Ersatz durch die frei werdenden Airbusslots).
Beitrag vom 04.04.2025 - 12:51 Uhr
UserFRAHAM
User (1285 Beiträge)
( genau wie die Autohersteller ja mal eben in Sekundenschnelle neue Werke bauen und 10.000 qualifizierte US Arbeitskräfte einstellen )

Kleine Ergänzung hierzu: In derf Prodution und auf der Ebene der "Arbeitstiere" gibt es in den USA in der Regel keine qualifizierten Arbeitskräfte. Jeder macht alles und wechselt im Zweifel munter den Job. Arbeiten werden so ausgelegt, dass jeder dressierte Affe diese ausüben könnte (damit spart man ja Geld). Ein Modell, was ja auch hier zu Lande immer beliebter wird.

Großbritannien hat übrigens nur 10% bekommen und keine 20% also sind die Tragflächen jetzt etwas günstiger. haha

Aber nur relativ ;)

Es wurde mehrfach schon ein Leasing-Konstrukt angesprochen. Das Problem mit den Zöllen ist ja, dass diese nur für Güter gelten. Im übrigen auch der Trugschluss in der Berechnung der Zölle der "Frohnatur mit der Fönfrisur" (Grüße an die EAV :D ), weil dort das gesamte Handelsvolumen angesetzt wurde. Anstatt Flugzeuge zu verkaufen als Gut, es zu verleasen als Dienstleistung, würde sämtliche Zölle umgehen. So viel zum Thema Zölle werden die USA reich machen.
Beitrag vom 04.04.2025 - 14:57 Uhr
UserGustl
User (352 Beiträge)
Werden Zölle die USA reich machen?
Nach einer Studie der UNI Mannheim kann das m.E. bezweifelt werden!
Demnach trugen in Handelsstreit mit China in 2018/19 die US-Importeure 93% der Zollkosten. Im Gegensatz dazu zahlten Importeure in China nur 68 Prozent der chinesischen Einfuhr-Zölle, die US-Exporteure übernahmen die restlichen 32 Prozent. Das Kräftemessen wird in allen Branchen weltweit auf die Im- und Exporteure verlagert.
Und das hoffentlich zu Lasten der AMIS!
Quelle:  https://www.uni-mannheim.de/news/trumps-strafzoelle-gegen-china-schaden-vor-allem-den-usa/?gad_source=5&gclid=EAIaIQobChMI9qTUt66-jAMVCI-DBx3wDgDLEAAYAiAAEgIVh_D_BwE

Zum Thema Airbus vs. Boeing stellt sich also die Frage, wie dringend die importierende Airline in den USA, der EU oder China jetzt auf Neuflugzeuge angewiesen ist. Ich verweise nochmals explizit auf die Halbwertzeit von US-Zöllen von 1 1/2 Jahren. Die von Airbus angedeutete Zoll-Strategie passt zur Mannheimer Studie.

Das Leasingthema (siehe FRAHAM) ist auch nicht ganz so einfach; denn wenn ich richtig liege, werden bisher die geleaste Flugzeuge der US-Gesellschaften auch in den USA registriert = importiert. Gilt das nicht sogar fast auf der ganzen Welt? Als Lösung könnte ich mir WET-Lease vorstellen. Das sollte auch ohne Piloten gehen.

Gruß Gustl



Beitrag vom 04.04.2025 - 15:21 Uhr
UserEricM
User (7196 Beiträge)
( genau wie die Autohersteller ja mal eben in Sekundenschnelle neue Werke bauen und 10.000 qualifizierte US Arbeitskräfte einstellen )

Kleine Ergänzung hierzu: In derf Prodution und auf der Ebene der "Arbeitstiere" gibt es in den USA in der Regel keine qualifizierten Arbeitskräfte. Jeder macht alles und wechselt im Zweifel munter den Job. Arbeiten werden so ausgelegt, dass jeder dressierte Affe diese ausüben könnte (damit spart man ja Geld). Ein Modell, was ja auch hier zu Lande immer beliebter wird.


Stimmt, aber das macht die Arbeitsvorbereitung und den initialen Aufbau einer Produktion umso teurer und langwieriger.
Es würde Jahre dauern, bis neue Fabriken entstehen und entsprechend viele Jobs schaffen, und auch das nur wenn die EIgner der Fabriken Trump vertrauen (ha!), nicht in ein paar Wochen, Monaten oder 1-2 Jahren alles wieder umzuwerfen.
in der Zwischenzeit wird erst mal alles teurer und parallel steigt die Arbeitslosigkeit durch den Handelskrieg.
Ich bange da aktuell um jeden Kollegen inden USA...
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