Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Flugschüler verlieren mit Lufthansa...

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Beitrag vom 02.07.2015 - 17:42 Uhr
Userultra
User (7 Beiträge)
Eine kurze Aufklärung:

Wir werden nicht fertig ausgebildet (keine Lizenz).

Wir können NUR bei der LH unser Training beenden (Das Management verwehrt uns dies).

Wir können mit befristeten Arbeitsverträgen nicht genug Stunden erfliegen für eine gültige Lizenz um die Airline zu wechseln.

Wir wollen arbeiten, aber wir werden nicht gelassen.

Beitrag vom 02.07.2015 - 17:51 Uhr
UserA_380
User (132 Beiträge)
Eine Ergänzung kur kurzen Erklärung:

Wir (300 +) junge Menschen warten nach erfolgreichem Durchlaufen des Auswahlverfahrens seit mehreren Jahren (z.T. über 3 Jahre) auf den Schulungsbeginn.

Die Liste der Wartenden wird immer länger.

Die Screenings am DLR laufen trotz einem Rückstau von mittlerweile über 1100 NFF und angehenden NFF weiter.

Jungen Menschen werden weiter mit einer"glänzende Perspektive" gelockt.

Beitrag vom 02.07.2015 - 18:14 Uhr
UserKarl4711
User (17 Beiträge)
Traurig, aber Lebensrisiko.
Die bei Lufthansa Technik fertig ausgebildeten werden auch nicht bei LHT übernommen, sondern mit Glück bei AviationPower. Erst nach sechs Jahren übernimmt LHT sie dann zum Einstiegsgehalt. Das sind auch qualifizierte junge Menschen die einen akzeptabel bezahlten, sicheren Arbeitsplatz erhofft haben. Die tausende anderen LH Mitarbeiter, die man in Töchter entsorgt oder ganz "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt hat" sind sicher auch nicht glücklich. Sie brauchen die Nase nur in Bremen zum LH Check in Bereich zu drehen: keiner mehr da von LH. Personalverwaltung in Hamburg: kaum noch einer da, komisch.
Dank an die EU und auch die deutschen Verkehrsminister, die so freigiebig Verkehrsrechte verschenkt haben, damit die Geier aus der Wüste alles absaugen können.
Beitrag vom 02.07.2015 - 18:21 Uhr
Userultra
User (7 Beiträge)
@Karl4711

Das ist mindestens genauso schlimm, und man darf das auch nicht unter den Teppich kehren, aber: Als Fluggerätemechniker hat man am Ende eine fertige, anerkannt Ausbildung wenn ich richtig liege. (Dass es keine Jobs ausserhalb der LHT gibt, steht auf einem anderen Blatt) Dennoch könnte ich sagen: ich bewerbe mich jetzt auf der Welt, irgendwo, wo man Flugerrätemechaniker braucht. Das können wir nicht - weil unsere Ausbildung nicht abgeschlossen wird. Ein feiner aber harter Unterschied. Oder liege ich falsch?
Beitrag vom 02.07.2015 - 19:40 Uhr
UserQueen-of-the-Skies
CPT
User (70 Beiträge)
@Karl4711

Man kann es gar nicht oft genug sagen und klarstellen:

Den Flugschülern der LH Flugschule in Bremen wird der letzte Schritt ihrer Ausbildung -nämlich ein Type- und Linetraining- von Lufthansa verweigert.

Die Operator-gebundene MPL -Lizenz würde erst danach ihre Gültigkeit bekommen.
Jetzt haben die NFF, trotz jahrelanger Schulungsunterbrechungen und Wartezeiten, keinen Abschluss, keine Lizenz, NICHTS!

Sie können die MPL Lizenz auch nicht bei einer anderen Flugschule oder Airline abschliessen, es gibt KEINE MÖGLICHKEIT!

LH wollte mit der Einführung dieser abgespeckten MPL-Schulung vor einigen Jahren natürlich nur eins: Geld sparen!
Auf dem Rücken zukünftiger Mitarbeiter.

Die sich jetzt neu orientieren und nach einem Studienplatz umsehen können. Die Kredite der hohen Schulungskosten für die fast fertige, nutzlose Ausbildung bleiben natürlich.....

Eine Unverschämtheit sondergleichen.
Gegen solche Knebelverträge helfen wohl nur noch Rechtsanwälte.

Wehrt Euch!

Dieser Beitrag wurde am 02.07.2015 19:43 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 02.07.2015 - 20:55 Uhr
UserSven381
User (7 Beiträge)
Hi!

Ich spiel jetzt mal den Drecksack, aber es gibt immer zwei Seiten.

Ja, jetzt stehen die Flugschüler mit ner Halben, nicht anerkannten Ausbildung da.

Die Frage ist: wer ist schuld?

Ich würde da die Schuld nicht allein LH zuschieben.
Es ist eine Kombination aus
1. Gesetzen, die sagen, dass der Vorstand einer AG zum Vorteil seiner Aktionäre wirtschaften muss.
2. Einer Industrie die weltweit Konkurenz hat die nicht nach gleichen Regeln spielt (Ryanair, Golfcarrier)
3. Einer Industrie die in Europa mit massiven Standortnachteilen zu kämpfen hat.

und zu guter letzt einem Berufsstand der Jahrzehntelang gepennt hat.

Zm letzen Punkt möchte ich ein bisschen mehr sagen:
Piloten (und auch Flugbegleiter) beschweren sich immer wieder, dass sie keine anerkannte Ausbildung haben und deswegen quasi an ihren AG gebunden sind (Seniorität). Das ist leider kein Argument, aus dem man den Fluggesellschaften einen Strick drehen kann.

Wo waren denn in den 50ern, 60ern (etc.) die Piloten die bei IATA, ICAO, der BRD, der EU, den USA und und und dafür geworben haben den Pilotenjob zum anerkannten und standardisierten Beruf zu machen?

Es war einfacher sich auf dem regulierten Markt eine Niesche zu suchen und in erwartung, dass sich eh nie was ändert bei einer Airline alt zu werden. Jetzt wo das nicht mehr geht, da es mehr Bewerber und mehr Piloten gibt als man braucht geht das Gejammer los.

Sorry, dass ich das sage, aber Lufthansa Training ist eine Tochter des Lufthansakonzerns und mus dementsprechend Wirtschaften und das liefern was die Lufthansa braucht. Die LH kann nicht in dem Moment wo sie neue Flugzeuge hat grad mal kurz ein paar Piloten ausbilden sondern muss vorsorgen. Und wenn sie dann keinen Platz für die ausgebildeten Piloten haben weil sie grade nicht genug Stellen hat dann kann halt keiner übernommen werden. Bedankt euch beim deregulierten Luftraum. Willkommen in der Welt der Freien Marktwirtschaft. Willkommen in der Welt in der sogut wie jeder Student steht: 3 bis 6 Jahre studiert, nen haufen Schulden aus Studienkrediten und man bekommt vielleicht nen Mies bezahlten Job.
Beitrag vom 02.07.2015 - 21:56 Uhr
Usermaussuam
Simulatorfuzzi
User (71 Beiträge)
@Sven381: Genau das ist ja das Problem. Während ein Student am Ende seines Studiums einen Abschluss hat, hat der Flugschüler, wenn er sich entscheidet zu gehen einen PPL und viele Schulden - mehr nicht. Wenn ich eine Ausbildung anbiete, die ich zwingend für eine Tätigkeit voraussetze, dann nehme ich doch nicht 900 (!) Azubis an, um sie dann am langen Arm versauern zu lassen. Sowas ist einfach unseriös.
Beitrag vom 02.07.2015 - 22:49 Uhr
Userbøeing757767
User (72 Beiträge)
Während ein Student am Ende seines Studiums einen Abschluss hat, hat der Flugschüler, wenn er sich entscheidet zu gehen einen PPL und viele Schulden - mehr nicht.
So wie Sie das darstellen haben Sie alle mehr als ausreichend Zeit nebenbei ein Studium zu absolvieren wegen der langen Wartezeiten. Viele machen das ja offenbar auch so. Wie viele Schulden haben Sie denn genau wenn sie ohne Vertragsangebot nach der Ausbildung (oder sagen wir mal "während der Ausbildung") gehen? Ein Angebot in den KTV sollten Sie die nächsten Jahre sicher nicht mehr erwarten.
Beitrag vom 02.07.2015 - 23:13 Uhr
Usergordon
User (2665 Beiträge)
@Karl4711

Man kann es gar nicht oft genug sagen und klarstellen:

Den Flugschülern der LH Flugschule in Bremen wird der letzte Schritt ihrer Ausbildung -nämlich ein Type- und Linetraining- von Lufthansa verweigert.

Das Risiko war doch vor Beginn der Ausbildung bekannt, oder?


LH wollte mit der Einführung dieser abgespeckten MPL-Schulung vor einigen Jahren natürlich nur eins: Geld sparen!
Auf dem Rücken zukünftiger Mitarbeiter.
>
Wenn man das wußte, hätte man die Ausbildung hält nicht beginnen dürfen.

Die sich jetzt neu orientieren und nach einem Studienplatz umsehen können. Die Kredite der hohen Schulungskosten für die fast fertige, nutzlose Ausbildung bleiben natürlich.....

Bitte mal die Konditionen der Rückzahlung des Kredites beschreiben, falls Sie keinen Arbeitsplatz bei LH bekommen.

Beitrag vom 03.07.2015 - 00:21 Uhr
UserSpheniscidae
User (368 Beiträge)
Also ich kann im Allgemeinen die Sparpolitik der LH an den Piloten nachvollziehen. Die Piloten hatten in meinen Augen auch mehr als genug Zeit die "neue Welt" kennen zu lernen. Auch sollte ein Flugschüler schon lange nicht mehr damit rechnen in die "alte Welt" aufgenommen zu werden. Auch sollte man als in der Luftfahrt interessierter grundsätzlich weltweit mobil sein. Das ist eine Grundvorraussetzung.

Allerdings finde ich nicht dass man von einem Schulabsolventen erwarten kann dass er damit rechnen muss dass der Ausbilder ihn auf halber Strecke ohne Abschluss sitzen lässt. Zumindest nicht solange die Performance okay ist. Das ist unter aller Sau. Da hört auch in meinen Augen das "selbst Schuld" ziemlich schnell auf.


Dieser Beitrag wurde am 03.07.2015 00:21 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.07.2015 - 01:27 Uhr
UserViri
User (802 Beiträge)
@Karl4711

Man kann es gar nicht oft genug sagen und klarstellen:

Den Flugschülern der LH Flugschule in Bremen wird der letzte Schritt ihrer Ausbildung -nämlich ein Type- und Linetraining- von Lufthansa verweigert.

Das Risiko war doch vor Beginn der Ausbildung bekannt, oder?

Dass die Lufthansa den letzten Schritt der Ausbildung verweigert war wohl kaum jemandem bekannt. Das war ja gerade ein Grund, eine Ausbildung bei der Hansa zu machen. Bisher galt immer nur: man macht die Ausbildung und wenn dann nicht innerhalb 5 Jahren eine Anstellung gefunden wird, muss man den Kredit nicht zurückzahlen. Aber jetzt wird man in der Ausbildung willentlich zum Verhungern in der Ecke liegen gelassen, weil man sagt: "Linetraining? Nö." Damit kann die Ausbildung nie abgeschlossen werden und damit greift die 5-Jahres-Regel nicht. Wenn ich eine Ausbildung bei einem Unternehmen mache, erwarte ich auch, diese abschließen zu können, selbst wenn danach keine Anstellung winkt. Und selbst wenn man mich die Ausbildung nicht abschließen lassen möchte, dann sollte man wenigstens das Rückrat besitzen, die Schulden zu erlassen. Die Lufthansa macht aber genau das Gegenteil: die Ausbildung nicht zu ende bringen lassen, aber trotzdem die Hand aufhalten.

Das ganze Vorgehen der LH zeigt im Grunde nur die generell feindliche Haltung der GF gegenüber ihren Angestellten. Und da erwartet auch nur irgendeiner, dass die Piloten oder die Flugbegleiter einen Kompromiss eingehen und einknicken sollen? Dann sollen sie die Firma doch lieber bankrott streiken. Inzwischen hat man es sich glaube ich mit jeder Beschäftigungsgruppe im Konzern versaut, beim Bodenpersonal gehts jetzt auch los.

Nebenbei: bemerkt hier eigentlich keiner, dass man es sich hier von Anfang an mit jenen versaut, mit denen man später mal am Verhandlungstisch sitzt und auf ein Entgegenkommen in Tarifverhandlungen hofft? Die werden sich die rücksichtslose Art merken. Und dann gibts die Quittung...

Dieser Beitrag wurde am 03.07.2015 01:33 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.07.2015 - 03:56 Uhr
UserDubi
User (9 Beiträge)
Den Flugschülern der LH Flugschule in Bremen wird der letzte Schritt ihrer Ausbildung -nämlich ein Type- und Linetraining- von Lufthansa verweigert.

Das Risiko war doch vor Beginn der Ausbildung bekannt, oder?

Ich habe meine Zweifel, dass den Einsteigern wirklich vor Augen geführt wurde (und wird), dass sie mit MPL bis Checkout an einen Operator gebunden sind und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Es gibt aus LH-Sicht auch gar keinen Grund, darüber im Schulungsvertrag unnötige Worte zu verlieren. Das Konzept ist eben dafür ausgelegt, die Leute 'wie früher' an der eigenen Schule auszubilden, um sie hinterher direkt oder mit kürzerer Wartezeit (1 - 1,5 Jahre) auf Linie zu schicken. Erste Erfahrungen mit nicht beendeten MPL-Schulungen wurden meines Wissens erst vor wenigen Jahren gemacht, als die Wartezeiten für einige so unerträglich lang wurden, dass sie sich damit auseinandersetzten, ihre Ausbildung woanders auf eigene Kosten zu beenden oder aber einen Job außerhalb der Group zu suchen. Und da kam das böse Erwachen.
Ich bin davon überzeugt, dass sogar die LH-Geschäftsleitung bis vor Kurzem nicht über diese Problematik im Bilde war. Anders kann ich mir das von Viri erwähnte, dreiste Auflösungs-"Angebot", das unseren NFF gemacht wurde (Auflösung des Schulungsvertrags gegen Zahlung von bis zu 60k EUR durch den Flugschüler an LH) und welches glücklicherweise seit wenigen Wochen wieder vom Tisch ist, kaum erklären.



LH wollte mit der Einführung dieser abgespeckten MPL-Schulung vor einigen Jahren natürlich nur eins: Geld sparen!
Auf dem Rücken zukünftiger Mitarbeiter.
>
Wenn man das wußte, hätte man die Ausbildung hält nicht beginnen dürfen.

Tja, WENN: das sagt sich mit den heutigen Erkenntnissen freilich leicht. Aber bislang gab es gar keinen Grund, ernsthaft anzunehmen, dass man als NFF nicht auf kurz oder lang bei LH eingestellt würde. Es gab immer Wartezeiten, davon können fast alle ein Lied singen -- aber letzten Endes sind alle untergekommen. Außerdem ist im Alter von 18, 19 Jahren ein gewisser Optimismus bei der Sache sicher nicht ungewöhnlich. Das Gegenteil wäre auch nicht hilfreich; welchen Berufsweg würde man dann ernsthaft einschlagen? Wenn Sie zurückblicken: haben Sie damals alle Eventualitäten vorhergesehen? Ist alles so gekommen, wie Sie es sich ausgemalt haben?


Auch sollte ein Flugschüler schon lange nicht mehr damit rechnen in die "alte Welt" aufgenommen zu werden.

Sollte, ja, da haben Sie recht. Und nun werfen Sie bitte einen Blick auf die LH-Seite  "Cockpit Careers", über die man sich auch bewirbt. Sie werden entgegnen, dass dort immer von der "Lufthansa Group" die Rede ist, nie ausdrücklich von "Passage" oder "KTV". Was prangt dennoch überall? Kein Logo von EW, Brussels, Edelweiss etc., nicht einmal von GWI; sondern der Kranich. Besonders schön auch der letzte Absatz unter "Unser Unternehmen".
Während hier also optisch und inhaltlich noch immer die besagte "alte Welt" vorgegaukelt wird, lautet die aktuelle Perspektive für Viele: ein befristeter Vertrag nach dem anderen bei den verschiedenen Konzerntöchtern, immer verbunden mit jeweils neuerlicher Einstufung als Einsteiger (Gehalt + Seniorität). Das ist freilich besser als nichts; aber die Geschäftsgrundlage war eine völlig andere.



Dieser Beitrag wurde am 03.07.2015 04:34 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.07.2015 - 07:31 Uhr
UserSven381
User (7 Beiträge)
@Sven381: Genau das ist ja das Problem. Während ein Student am Ende seines Studiums einen Abschluss hat, hat der Flugschüler, wenn er sich entscheidet zu gehen einen PPL und viele Schulden - mehr nicht.

Wie ich schon geschrieben habe: ich sehe da ganz eindeutig die Schuld daran, dass der Jeb kein anerkannter Beruf ist unter anderem daren, dass die Piloten in der Vergangenheit gepennt haben und keine Lobbyarbeit zur Anerkennung als Berufsausbildung betrieben haben. Es war sehr bequem sich darauf auszuruhen.
Das jetzt die jungen Piloten darunter leiden ist echt beschissen, aber vllt. sollten sich die jungen auch überlegen ihren Vorgängern ein wenig Vorwürfe zu machen anstatt das alles der LH anzukreiden.
Ich mein, in den Ausbildungsverträgen steht ja drin, dass sie wenn sie innerhalb von 6 Jahren nach der Abgeschlosenen Ausbildung kienen Job im Konzern berkommen brauchen sie nichts zurückzuzahlen. Wenn die Ausbildung nicht komplett vollendet wird kann das durchaus ein Sicherheitsnetz für LH sein, damit Jungpiloten nicht nach 3 Jahren zur Konkurrenz gehen und die sich über eine kostenlos Ausgebildeten Piloten freut. (Ich bin da nicht drin, ich spekuliere hier nur, also wenn ich unrecht habe, bitte den Sachverhalt aufzeigen und nicht auf mir rumtrampeln, bin ja lernwillig.)

Wenn die Herren Piloten in den Blütejahren der Luftfahrt etwas Lobbyismus betrieben hätten und irgendwie eine international anerkannte, formale Ausbildung inklusive Abschluss durchgedrückt hätten wäre das jetzt alles kein Problem. Und das die Airlines sowas nicht selbst machen würden ist klar, im Moment sitzen die Airlines an nem sehr guten Hebel, den würde ich auch nicht verkürzen.

>Wenn ich eine Ausbildung anbiete, die ich zwingend für eine Tätigkeit voraussetze, dann nehme ich doch nicht 900 (!) Azubis an, um sie dann am langen Arm versauern zu lassen. Sowas ist einfach unseriös.

Doch, wenn ich plane in einem bestimmten Zeitraum meine Flotte auszubauen muss ich vorbauen und entsprechende Piloten heranziehen. Wenn ich dann sehe: ich kann die Flotte aus finantziellen Gründen oder aber weil die Kapazitäten nicht gebracuht werden nicht erweitern bracueh ich die Piloten nicht mehr. Also warum die Ausbildung beenden und der Konkurrenz top ausgebildete Piloten quasi gratis schicken? Das hört sich jetzt echt gemein und mieß an, aber in einem Markt bei dem bei einem GESAMTUMSATZ WELTWEIT von 212 Mrd.$ nur 24Mrd.$ rumkommen heißt es fressen oder gefressen werden.

Es tut mir prinzipiell wirklich leid für die jungen Leute, meiner Meinung nach sollte jeder einen gut bezahltenb Job haben!
Aber um es knallhart zu sagen: der Lufthansa geht es finanziell echt beschissen. Und das liegt tatsächlich z ueinem großen Teil an den Personalkosten. dieiBilanz ist frei zum download verfügbar, da kann jeder gerne nachlesen, dass die LH nur am Verlust vorbeigerutscht ist weil sie qan die Barreserven rangegangen sind. Die Rückstellungen für Personalkosten betragen mittlerwele zwischen 1/5 und 1/3 (je nachdem was man dazuzählt) des Umsatzes. Da mögen 70.000€ die die LH von den nicht fertig ausgebildetetn Piloten zurückverlangt (es sind ja nichtmal die gesamten Ausbildungskosten, die liegen noch weit hören) wie ein tropfen auf den heißen Stein erscheinen, aber wenn man bedenkt, dass LH jeden ct. zweimal rumdrehen muss bevor er ausgegeben wird ist das schpn wichtig auch auf solche Beträge zu achten.

Mal abwarten wie lang LH-Training noch so läuft wie es läuft. Ich könnte mir vorstellen, dass es in Zukunft auch für andere Airlines ausbildet und da dann entsprechend das Geld das die bei LH-Piloten draufzahlen wieder reinholen.

Beitrag vom 03.07.2015 - 12:14 Uhr
UserTrijet
User (137 Beiträge)
Um eins vorweg zu nehmen:
Das ist definitiv keine schöne Situation für die NFF und sie tun mir da auch leid. Durch Werbung seitns LH entstanden Erwartungen bei den NFF, die nun bei weitem nicht erfüllt werden.

An der Stelle hört mein Mitleid allerdings auch schon auf. Leider trifft man im aktuellen Meinungsbild unter den NFF schon auf eine Mentalität, mit der sich die VC-Piloten in den letzten anderthalb Jahren schon äußerst unbeliebt in der Bevölkerung gemacht haben.
Konkret findet man eine Arroganz und Erwartungshaltung, bei der von dem zukünftigen Arbeitgeber (der LH)erwartet wird, dass man zu besten KTV-Bedingungen angestellt wird und ja kein Bisschen an Nestwärme verlieren darf.

Der Markt hat sich jedoch gewandelt und eigentlich sollten alle NFF froh sein, dass sie bisher noch keinen cent für diese teure Ausbildung zahlen mussten, verglichen mit den tausenden Flugschülern, die sich den ATPL auf eigene Kosten finanzieren mussten. Hinzu kommt, dass sie sogar sehr gute Chancen haben, entweder eine komplett kostenlose Ausbildung genossen zu haben, oder im anderen Fall mittelfristig eine Anstellung zu marktüblichen Bedingungen zu erhalten... KTV wäre nämlich nicht marktüblich, sondern deutlich darüber. Stattdessen wird selbst bei EWG ein festes, mindestens durchschnittliches Gehalt gezahlt und kein Pay2Fly.

Leider wird das Thema der Wartezeit während, nach oder vor der Ausbildung hier leider in ein falsches Bild gerückt.
Zum einen sollte erwähnt werden, dass Lufthansa da niemanden alleine lässt. Soweit ich weiß, wird jedem NFF, egal in welchem Stand der Ausbildung, angeboten, Wartezeiten mit gut bezahlten Praktika im LH-Konzern zu überbrücken. So ist man beschäftigt, lernt das Arbeitsumfeld oder weitere Bereiche des Konzerns kennen, verdient etwas Geld und kann sich so insgesamt weiterbilden. Ich kenne viele NFF, die dieses Angebot von der LH angenommen haben. Leider habe ich darüber hier noch gar nichts gelesen was mich denken lässt, dass die NFF, die sich beschweren, sich auch zu fein dafür sind, innerhalb des Konzerns mal über den Tellerrand zu schauen.

Es mag nun vielleicht etwas absurd klingen aber als NFF sollte man sich auch mal über den Vorteil, die Chancen dieser langen Wartezeiten bewusst werden. 3 Jahre sind genügend Zeit, um eine Ausbildung oder ein Studium durchzuführen, für einen anerkannten Berufsabschluss. Dann hat man sogar im Fall von Loss-of-Licence im späteren Pilotenleben ein zweites Standbein. Und da man ja eh warten muss auf den Job im Cockpit momentan, würde man dadurch nichts verlieren und nur gewinnen. Vielleicht bricht man sich so aber einen Zacken aus der Krone.
Beitrag vom 03.07.2015 - 13:05 Uhr
Userkairuss
User (82 Beiträge)
Die VC hat am Verhandlungstisch ausgerechnet mit Interessen der jungen Piloten argumentiert und an ihrer harten Position festgehalten. Fazit: Lufthansa Passage ist mittelfristig nicht mehr wirtschaftlich und stellt daher keine Piloten mehr ein. Sich selbst ins Bein geschossen?

Es war der VC schon immer klar, was auf dem Spiel steht, genauso wie die Tatsache, dass die Wirtschaftlichkeit für jedes Unternehmen das oberste Gebot ist. Man hat aber alle in Mitleidenschaft gezogen (auch FB!), um an den Privilegien aus der Steinzeit festzuhalten, die nicht mit der Gegenwart kompatibel sind. Sie wissen, wo Sie Ihren Dank zum Ausdruck bringen können, liebe Flugschüler.
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