Beitrag vom 17.04.2026 - 08:28 Uhr
Natürlich hat die Lufthansa, vertreten durch Carsten Spohr, die Legitimation, einen Flugbetrieb zu schließen. Dafür ist er der Chef der Airline – er kann das entscheiden. Die Gewerkschaften haben im Gegenzug ihre Mittel, um der Lufthansa Schaden zuzufügen. Ich habe bisher noch nirgendwo gelesen, dass das, was die LH momentan macht, rechtlich nicht zulässig wäre, und ich glaube, dabei wird es auch bleiben. Die Cityline ist als eigenständige Tochter defizitär. Es wurde schon früher kommuniziert, dass ein Überleben dieser Airline fast unmöglich ist. Nun wird jedoch gestreikt, was das Defizit der Airline nur noch weiter erhöht. Dass die Schließung der Cityline unmittelbar bevorsteht, war im Konzern bereits seit Tagen als Gerücht im Umlauf. Die Lufthansa hat dieses Gerücht vermutlich absichtlich gestreut, um eine Warnung auszusprechen. Diese Warnung kam bei den Gewerkschaften sicher auch an, aber man hat dort schlichtweg zu hoch gepokert. Es geht um die Anzahl der Flugzeuge: neun Stück. Ich gehe davon aus, dass diese neun Maschinen so nicht für Discover geplant waren – vielleicht eher fünf oder weniger. Dass nun so viele dorthin gehen, ist ein klares Zeichen an die Kernmarke, dass das Wachstum und die spritsparenden Modelle woanders stattfinden.
Natürlich bleiben dadurch die Kosten in der Maintenance hoch, da die ‚alten Möhren‘ wie die A343 und A333 weiter im System bleiben, während andere Airlines – wie es immer heißt: die profitabelsten – auch die effizientesten Maschinen bekommen. So ist nun mal die Realität.
Mit Deutschland geht es wirtschaftlich bergab, wenn man den Ifo-Geschäftsklimaindex liest, sich die Insolvenzzahlen anschaut oder den Wirtschaftsweisen zuhört. Deutschland befindet sich im wirtschaftlichen Abstieg. Das scheint noch nicht bei jedem angekommen zu sein. Wir sind jetzt einer der ersten Konzerne, die hart durchgreifen. Ich bin gespannt, ob weitere große Unternehmen nachziehen – ich glaube aber, dass es so kommen wird
Beitrag vom 17.04.2026 - 08:30 Uhr
…btw: schon Mal nachgeschaut, wie viele Flüge beispielsweise KLM streicht, oder SAS, oder….
KLM:
KLM streicht wegen hoher Kerosinkosten in den nächsten Monaten 160 Flüge. Die Rücknahme entspreche weniger als einem Prozent des geplanten Flugprogramms
SAS:
SAS hatte vor Kriegsbeginn keine Preissicherung betrieben, LH mit 80% schon
Ich wünsche den ganzen BWL-, Management-, Gewerkschafts-, Luftfahrt- und Politik-Experten hier im Forum, dass sie nie in so eine Situation kommen.
Über eine Branche und Jobs, deren Belastungen nur sehr schwer mit anderen vergleichbar sind, zu urteilen, nur weil man häufiger fliegt ist ziemlich sinnfrei. Klar haben die Jobs Vorteile, aber eben auch Nachteile - dieses dauerhaft abwertende Geschwätz, nervt einfach nur und bringt niemanden etwas, vor allem dann, wenn es von Menschen kommt, die keine Ahnung von dem Job haben...
Nie in so eine Situation kommen -> auf die Ciryline bezogen nachvollziehbar. Aber alles andere ? Man streikt - das hat Außenwirkung (insbesondere bei einer Airline), natürlich muss man sich dann auch Kritik von außen gefallen lassen, das ist bei der Bahn so, im Gesundheitswesen, Automobilindustrie etc.. Bei der LHC geht es nach wie vor (meines Wissens nach) um eine Erhöhung der BAV nicht um eine Absenkung, das ist einfach nicht nachvollziehbar, da so zu eskalieren in den Streiks. Man hatte bereits einen sehr guten Tarifabschluss (wie immer über Bodenniveau). Da kann man auch einfach bei den alten Bedingungen bleiben und wenn es der LHC besser geht mehr fordern. Oder geht es der VC vielleicht doch eher um einen Machtkampf (und im Redultst der GL auch).
Beitrag vom 17.04.2026 - 08:31 Uhr
Die LH braucht hier nicht mit einem Wort die gestiegenen Treibstoffkosten anführen. Vor 3 Wochen hieß es noch Stolz man sei hier durch langfristige Verträge gut abgesichert. Also daher fällt das Argument weg. Auch die Altersgrenze der Flugzeuge kann nicht angeführt werden. Das war schon lange bekannt und eingerechnet. Vermutlich wird Air Baltic hier billig eingespannt werden. Das ganze wird von LH als Arbeitnehmerfeindlich dargestellt. Dabei macht der Vorstand mal wieder alles um es Eskalieren zu lassen. Komisch das immer nur LH so drunter leidet. Vermutlich ist man da Lernresidenz.
Wer da wirklich lernresistent ist, mag dahin gestellt bleiben. Beide Parteien haben ihren Anteil an der Situation, seltsam nur, dass VC alle Warnzeichen ignoriert hat. Na dann eben: Lernen durch Schmerz.
Der deutsche Michel: Neid und Schadenfreude ... Daumen hoch ;)
Von Ihnen hätte ich einen qualitativ höher wenigen Kommentar mit Argumenten erwartet, anstelle von Plattheiten. Wo sehen Sie Neid und Schadenfreude? Nur weil jemand die Realitäten nicht ausschließlich aus gewerkschaftlicher Sicht beurteilt? Ich bedaure die Entwicklung durchaus, sehe aber den Anteil, die gerade VC daran geleistet hat ebenso wie den der GL. Nur sind meine Schlüsse daraus andere als die Ihren. Fällt Ihnen das schwer zu akzeptieren? Ihre Reaktion weist leider darauf hin.
Sie können jede Meinung haben die Sie wollen (machen Sie ja auch reichlich Gebrauch von, heute so - morgen so ;)), ich muss die nur nicht teilen.
Schadenfreude: das was Sie an (sehr kurzen) Statements in den Minuten rund um diesen Ihren Beitrag in den anderen Threads gepostet haben, ist m.E. sehr schadenfreudig. Gönne ich Ihnen.
Nochmals: wo sehen Sie Schadenfreude ? Weil die Konsequenzen eigent klarwaren und jetzt eingetreten sind? Können Sie nicht akzeptieren, auch gut. Aber anderen Schadenfreude zu unterzustellen ist sinnfrei.
Beitrag vom 17.04.2026 - 08:40 Uhr
Wegen "Versauen" und "Herzblut" der 100 Jahr Feier:
Mir tut das Management da persönlich überhaupt nicht leid.
Es ist nur so, dass solche Veranstaltungen für die Außendarstellung sehr wichtig sind. Die Lufthansa kämpft seit Jahren unter anderem dafür, dass der Emirates Zugang in Deutschland so begrenzt bleibt wie bislang. Jetzt fallen die Golf Carrier sowieso aus und die Lufthansa könnte mal zeigen, wie systemrelevant und zuverlässig sie ist. Stattdessen wird im genau dieser Phase der Betrieb eine ganze Woche lang eingestellt.
Was heißt das für die deutsche Politik? Die Lufthansa Airlines kann man doch sowieso nicht ernst nehmen da sollte man lieber ganz schnell zuverlässigen Airlines den Marktzugang erweitern. Das ist ja für den deutschen Standort elementar, dass man in der Welt erreichbar ist.
Der Hauptgrund warum man den deutschen Markt schützen sollte, ist ja die Unabhängigkeit von ausländischen Airlines. Und das wird jetzt völlig konterkariert auf Basis überzogener Forderungen zu Altersversorgung (die Forderung der UFO ich aus der Kritik raus).
Ich gratuliere der Condor, ihr seid zur Zeit die einzige zuverlässige deutsche Interkont-Airline. Hoffentlich gibt es sie noch ein paar Jahre.
Beitrag vom 17.04.2026 - 08:43 Uhr
Frage am Rande aus Interesse: werden Discover-Fluggäste mit bestreiten Lufthansa Zubringer nach Frankfurt jetzt eigentlich auf die Condor Zubringer nach Frankfurt umgebucht?
Beitrag vom 17.04.2026 - 08:45 Uhr
Für die Kollegen tut es mir wirklich leid, aber die Gewerkschaften haben es in diesem Fall einfach übertrieben. Auf beiden Seiten wird mit harten Bandagen gekämpft, und nun bekommen die Gewerkschaften die Quittung dafür. Leider wird die CL früher zugemacht.
Wenn sich die Gewerkschaft und der Chef persönlich hinstellen und öffentlich kundtun, dass sie sich darauf freuen, am Mittwoch auf der 100-Jahr-Feier zu streiken, brauchen sie sich jetzt nicht mit Krokodilstränen hinzustellen und zu behaupten, alles sei eskaliert und schrecklich. Es ist ganz einfach: Aktion und Reaktion.
Klar, es passt der LH jetzt gut ins Bild, die CL zu schließen, aber dass nun auch die A320 Frachter gegroundet werden, ist komplett neu und kam total überraschend. Ich glaube, jeder im Konzern wusste, dass Carsten Spohr die 100-Jahr-Feier sehr wichtig war. Er hat dort sehr viel Herzblut hineingesteckt, und für die Außendarstellung des Konzerns war das Event umso bedeutender. Wenn man sich dann als Gewerkschaft hinstellt, demonstriert und dabei auch noch hämisch freut – es tut mir leid, aber da hat man es einfach übertrieben. Dafür bekommt man jetzt die Quittung. Was ich noch wesentlich interessanter finde, ist der Punkt, dass Discover neun A350 bekommt. Das heißt, Wachstum und neue Flugzeuge gehen nicht an die Kernmarke – auch das wird hoffentlich registriert. Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht. Ich glaube, die UFO und die VC geben in der medialen Welt und in der Außendarstellung bereits ein sehr schlechtes Bild ab. Ich bin gespannt, wie man da jetzt noch gesichtswahrend herauskommen möchte, was natürlich kaum möglich ist. Es geht wohl nur, wenn die Vorstände von VC und UFO zurücktreten und neu verhandelt wird. Neu verhandelt heißt für beide Seiten aber wohl, dass nur noch das Minimum herauskommt. Es wird jedenfalls sehr schwierig; ich glaube, in Zukunft werden die VC und die UFO einen sehr schweren Stand haben.
Guter Post
Spohr wird sicher niemals vergessen,wie seine eigenen Piloten ihm die 100J Feier versaut haben, und die Rechnung an die Classic Piloten wird noch kommen. Jetzt sind erstmal die citylinepiloten dran.
Schon einmal hat ein VV (J. Weber) "seinen" Piloten nicht verziehen, was sie ihm mit den Gewaltstreiks Anfang 2000 angetan haben. (und sich damals 28 % Gehaltssteigerung erstreikt haben)
Die Rechnung zahlen sie noch heute. Spohr wird dies nur viel härter und konsequenter fortsetzen. (Copiloten bekommen keine upgrades zum CPT mehr, da die Kurzstreckenexpansion wo anders (LH City Airline) stattfindet.
Das große heulen wird erst beginnen, wenn nun auch die Langstrecke langsam aber sicher ausgegliedert wird. ( A350 an Disco)
Beitrag vom 17.04.2026 - 09:06 Uhr
Für die Kollegen tut es mir wirklich leid, aber die Gewerkschaften haben es in diesem Fall einfach übertrieben. Auf beiden Seiten wird mit harten Bandagen gekämpft, und nun bekommen die Gewerkschaften die Quittung dafür. Leider wird die CL früher zugemacht.
Wenn sich die Gewerkschaft und der Chef persönlich hinstellen und öffentlich kundtun, dass sie sich darauf freuen, am Mittwoch auf der 100-Jahr-Feier zu streiken, brauchen sie sich jetzt nicht mit Krokodilstränen hinzustellen und zu behaupten, alles sei eskaliert und schrecklich. Es ist ganz einfach: Aktion und Reaktion.
Klar, es passt der LH jetzt gut ins Bild, die CL zu schließen, aber dass nun auch die A320 Frachter gegroundet werden, ist komplett neu und kam total überraschend. Ich glaube, jeder im Konzern wusste, dass Carsten Spohr die 100-Jahr-Feier sehr wichtig war. Er hat dort sehr viel Herzblut hineingesteckt, und für die Außendarstellung des Konzerns war das Event umso bedeutender. Wenn man sich dann als Gewerkschaft hinstellt, demonstriert und dabei auch noch hämisch freut – es tut mir leid, aber da hat man es einfach übertrieben. Dafür bekommt man jetzt die Quittung. Was ich noch wesentlich interessanter finde, ist der Punkt, dass Discover neun A350 bekommt. Das heißt, Wachstum und neue Flugzeuge gehen nicht an die Kernmarke – auch das wird hoffentlich registriert. Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht. Ich glaube, die UFO und die VC geben in der medialen Welt und in der Außendarstellung bereits ein sehr schlechtes Bild ab. Ich bin gespannt, wie man da jetzt noch gesichtswahrend herauskommen möchte, was natürlich kaum möglich ist. Es geht wohl nur, wenn die Vorstände von VC und UFO zurücktreten und neu verhandelt wird. Neu verhandelt heißt für beide Seiten aber wohl, dass nur noch das Minimum herauskommt. Es wird jedenfalls sehr schwierig; ich glaube, in Zukunft werden die VC und die UFO einen sehr schweren Stand haben.
Ich kann Ihnen voll und ganz zustimmen, und das habe ich auch der VC in einer Mail ausführlich mitgeteilt!
In dieser schwierigen geopolitischen Lage solche Forderungen zu stellen, und das auch noch mit Streiks durchsetzen zu versuchen, das wird sicher zu einem Eigentor für viele werden.
Und mal ehrlich, wer im KTV über mangelhafte Altersversorgung klagt, hat sicher was falsch gemacht im Leben!
Für mich ist völlig klar, dass die Kernmarke so langsam abgewickelt wird, und Förderstellen zum Kapitän bald nur noch außerhalb entstehen.
Beitrag vom 17.04.2026 - 09:08 Uhr
Für die Kollegen tut es mir wirklich leid, aber die Gewerkschaften haben es in diesem Fall einfach übertrieben. Auf beiden Seiten wird mit harten Bandagen gekämpft, und nun bekommen die Gewerkschaften die Quittung dafür. Leider wird die CL früher zugemacht.
Wenn sich die Gewerkschaft und der Chef persönlich hinstellen und öffentlich kundtun, dass sie sich darauf freuen, am Mittwoch auf der 100-Jahr-Feier zu streiken, brauchen sie sich jetzt nicht mit Krokodilstränen hinzustellen und zu behaupten, alles sei eskaliert und schrecklich. Es ist ganz einfach: Aktion und Reaktion.
Klar, es passt der LH jetzt gut ins Bild, die CL zu schließen, aber dass nun auch die A320 Frachter gegroundet werden, ist komplett neu und kam total überraschend. Ich glaube, jeder im Konzern wusste, dass Carsten Spohr die 100-Jahr-Feier sehr wichtig war. Er hat dort sehr viel Herzblut hineingesteckt, und für die Außendarstellung des Konzerns war das Event umso bedeutender. Wenn man sich dann als Gewerkschaft hinstellt, demonstriert und dabei auch noch hämisch freut – es tut mir leid, aber da hat man es einfach übertrieben. Dafür bekommt man jetzt die Quittung. Was ich noch wesentlich interessanter finde, ist der Punkt, dass Discover neun A350 bekommt. Das heißt, Wachstum und neue Flugzeuge gehen nicht an die Kernmarke – auch das wird hoffentlich registriert. Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht. Ich glaube, die UFO und die VC geben in der medialen Welt und in der Außendarstellung bereits ein sehr schlechtes Bild ab. Ich bin gespannt, wie man da jetzt noch gesichtswahrend herauskommen möchte, was natürlich kaum möglich ist. Es geht wohl nur, wenn die Vorstände von VC und UFO zurücktreten und neu verhandelt wird. Neu verhandelt heißt für beide Seiten aber wohl, dass nur noch das Minimum herauskommt. Es wird jedenfalls sehr schwierig; ich glaube, in Zukunft werden die VC und die UFO einen sehr schweren Stand haben.
Guter Post
Spohr wird sicher niemals vergessen,wie seine eigenen Piloten ihm die 100J Feier versaut haben, und die Rechnung an die Classic Piloten wird noch kommen. Jetzt sind erstmal die citylinepiloten dran.
Schon einmal hat ein VV (J. Weber) "seinen" Piloten nicht verziehen, was sie ihm mit den Gewaltstreiks Anfang 2000 angetan haben. (und sich damals 28 % Gehaltssteigerung erstreikt haben)
Die Rechnung zahlen sie noch heute. Spohr wird dies nur viel härter und konsequenter fortsetzen. (Copiloten bekommen keine upgrades zum CPT mehr, da die Kurzstreckenexpansion wo anders (LH City Airline) stattfindet.
Das große heulen wird erst beginnen, wenn nun auch die Langstrecke langsam aber sicher ausgegliedert wird. ( A350 an Disco)
Das versauen der 100J Feier und die Folgen halte ich für Unsinn, aber ansonsten muss ich Ihnen ausnahmsweise sogar zustimmen!
Beitrag vom 17.04.2026 - 09:10 Uhr
Schön. Jetzt können sich Konzernführung und Gewerkschaften wieder ihrer Kernkompetenz widmen. Der Schuldzuweisung.
Unfassbar, "get your shit together", jede andere Industrie kriegts auch hin.
Beitrag vom 17.04.2026 - 09:16 Uhr
Leider geht durch die Streikdiskussion ein viel größeres Problem unter. Der Luftfahrt geht das Kerosin aus. Statt jetzt ein Polster einzufliegen und sich auf die Krisenzeit vorzubereiten wird munter gestritten und gestreikt. Der Streik diese Woche könnte gut eine eine halbe Milliarde gekostet haben. Wenn es dann soweit ist, dass Verbindungen aufgrund von Kerosinmangel gestrichen werden müssen, fallen Einnahmen weg, das Personal muss aber irgendwie weiterbezahlt werden. Darüber sollten sich die Streitparteien mal Gedanken machen...
Beitrag vom 17.04.2026 - 10:39 Uhr
Leider geht durch die Streikdiskussion ein viel größeres Problem unter. Der Luftfahrt geht das Kerosin aus. Statt jetzt ein Polster einzufliegen und sich auf die Krisenzeit vorzubereiten wird munter gestritten und gestreikt. Der Streik diese Woche könnte gut eine eine halbe Milliarde gekostet haben. Wenn es dann soweit ist, dass Verbindungen aufgrund von Kerosinmangel gestrichen werden müssen, fallen Einnahmen weg, das Personal muss aber irgendwie weiterbezahlt werden. Darüber sollten sich die Streitparteien mal Gedanken machen...
Dazu eine Frage:
kann man abschätzen wieviel Kerosin (und damit Kosten) durch die Streiks eingespart wurde?
Bitte nicht falsch verstehen: interessiert mich wirklich ehrlich, ganz ohne Hintergedanken.
Beitrag vom 17.04.2026 - 10:51 Uhr
Natürlich hat die Lufthansa, vertreten durch Carsten Spohr, die Legitimation, einen Flugbetrieb zu schließen. Dafür ist er der Chef der Airline – er kann das entscheiden. Die Gewerkschaften haben im Gegenzug ihre Mittel, um der Lufthansa Schaden zuzufügen. Ich habe bisher noch nirgendwo gelesen, dass das, was die LH momentan macht, rechtlich nicht zulässig wäre, und ich glaube, dabei wird es auch bleiben. Die Cityline ist als eigenständige Tochter defizitär. Es wurde schon früher kommuniziert, dass ein Überleben dieser Airline fast unmöglich ist. Nun wird jedoch gestreikt, was das Defizit der Airline nur noch weiter erhöht. Dass die Schließung der Cityline unmittelbar bevorsteht, war im Konzern bereits seit Tagen als Gerücht im Umlauf. Die Lufthansa hat dieses Gerücht vermutlich absichtlich gestreut, um eine Warnung auszusprechen. Diese Warnung kam bei den Gewerkschaften sicher auch an, aber man hat dort schlichtweg zu hoch gepokert. Es geht um die Anzahl der Flugzeuge: neun Stück. Ich gehe davon aus, dass diese neun Maschinen so nicht für Discover geplant waren – vielleicht eher fünf oder weniger. Dass nun so viele dorthin gehen, ist ein klares Zeichen an die Kernmarke, dass das Wachstum und die spritsparenden Modelle woanders stattfinden.
Dieses 'er kann (und hat es) so entschieden' erscheint mit im Kontext des Gesamtgeschehens doch eher wie 'Kinder spielen im Sandkasten:
"Du hast meine schöne Burg zerstört, jetzt bestrafe ich Dich". Finde ich für einen Konzetnlenker nicht angemessen, aber nur meine Meinung.
Natürlich bleiben dadurch die Kosten in der Maintenance hoch, da die ‚alten Möhren‘ wie die A343 und A333 weiter im System bleiben, während andere Airlines – wie es immer heißt: die profitabelsten – auch die effizientesten Maschinen bekommen. So ist nun mal die Realität.
Und das widerspricht m.E. aber genau den Aussagen zu den Effitivitätssteigerungen in der LHA durch neue Flugzeuge. Auch das sehe ich eher als 'Strafaktion', unwürdig.
Und lässt doch eher darauf schließen das diese Aussagen nur Talmi sind und auch über die Classic das 'Todesurteil' lange gesprochen ist.
Mit Deutschland geht es wirtschaftlich bergab, wenn man den Ifo-Geschäftsklimaindex liest, sich die Insolvenzzahlen anschaut oder den Wirtschaftsweisen zuhört. Deutschland befindet sich im wirtschaftlichen Abstieg. Das scheint noch nicht bei jedem angekommen zu sein. Wir sind jetzt einer der ersten Konzerne, die hart durchgreifen. Ich bin gespannt, ob weitere große Unternehmen nachziehen – ich glaube aber, dass es so kommen wird
Durchaus Zustimmung.
Aber ob man diesen Abwärtstrend dadurch stoppt indem man immer mehr AN in prekäre Beschäftigungen drängt (die älteren VC Piloten betrifft das sicher nicht), und das eben nicht nur in der Luftfahrt, wage ich stark zu bezweifeln.
Beitrag vom 17.04.2026 - 11:17 Uhr
Natürlich hat die Lufthansa, vertreten durch Carsten Spohr, die Legitimation, einen Flugbetrieb zu schließen. Dafür ist er der Chef der Airline – er kann das entscheiden. Die Gewerkschaften haben im Gegenzug ihre Mittel, um der Lufthansa Schaden zuzufügen. Ich habe bisher noch nirgendwo gelesen, dass das, was die LH momentan macht, rechtlich nicht zulässig wäre, und ich glaube, dabei wird es auch bleiben. Die Cityline ist als eigenständige Tochter defizitär. Es wurde schon früher kommuniziert, dass ein Überleben dieser Airline fast unmöglich ist. Nun wird jedoch gestreikt, was das Defizit der Airline nur noch weiter erhöht. Dass die Schließung der Cityline unmittelbar bevorsteht, war im Konzern bereits seit Tagen als Gerücht im Umlauf. Die Lufthansa hat dieses Gerücht vermutlich absichtlich gestreut, um eine Warnung auszusprechen. Diese Warnung kam bei den Gewerkschaften sicher auch an, aber man hat dort schlichtweg zu hoch gepokert. Es geht um die Anzahl der Flugzeuge: neun Stück. Ich gehe davon aus, dass diese neun Maschinen so nicht für Discover geplant waren – vielleicht eher fünf oder weniger. Dass nun so viele dorthin gehen, ist ein klares Zeichen an die Kernmarke, dass das Wachstum und die spritsparenden Modelle woanders stattfinden.
Dieses 'er kann (und hat es) so entschieden' erscheint mit im Kontext des Gesamtgeschehens doch eher wie 'Kinder spielen im Sandkasten:
"Du hast meine schöne Burg zerstört, jetzt bestrafe ich Dich". Finde ich für einen Konzetnlenker nicht angemessen, aber nur meine Meinung.
Sie möchten es gerne in die Richtung "Bestrafung" framen, aber da greifen Sie auch wieder zu kurz. Der Streik kostet Geld, Geld was man dazu verwendet hätte, die Flugzeuge einer defizitären Airline länger zu betreiben. Dieses Geld wurde jedoch von den Gewerkschaften verbrannt. In Kombination mit der aktuellen Weltwirtschaftslage hat man eine bereits gefallene unternehmerische Entscheidung einfach vorgezogen. So wie das in vielen anderen Branchen auch tagtäglich der Fall ist.
Natürlich bleiben dadurch die Kosten in der Maintenance hoch, da die ‚alten Möhren‘ wie die A343 und A333 weiter im System bleiben, während andere Airlines – wie es immer heißt: die profitabelsten – auch die effizientesten Maschinen bekommen. So ist nun mal die Realität.
Und das widerspricht m.E. aber genau den Aussagen zu den Effitivitätssteigerungen in der LHA durch neue Flugzeuge. Auch das sehe ich eher als 'Strafaktion', unwürdig.
Und lässt doch eher darauf schließen das diese Aussagen nur Talmi sind und auch über die Classic das 'Todesurteil' lange gesprochen ist.
Auch hier greifen Sie zu kurz, warum sollte ein Unternehmen dort wachsen, wo es die höchsten Kosten und die höchste Unzuverlässigkeit beim Personal hat? Würden Sie ihr eigenes Unternehmen dort wachsen lassen? Ich glaube nicht...
Mit Deutschland geht es wirtschaftlich bergab, wenn man den Ifo-Geschäftsklimaindex liest, sich die Insolvenzzahlen anschaut oder den Wirtschaftsweisen zuhört. Deutschland befindet sich im wirtschaftlichen Abstieg. Das scheint noch nicht bei jedem angekommen zu sein. Wir sind jetzt einer der ersten Konzerne, die hart durchgreifen. Ich bin gespannt, ob weitere große Unternehmen nachziehen – ich glaube aber, dass es so kommen wird
Durchaus Zustimmung.
Aber ob man diesen Abwärtstrend dadurch stoppt indem man immer mehr AN in prekäre Beschäftigungen drängt (die älteren VC Piloten betrifft das sicher nicht), und das eben nicht nur in der Luftfahrt, wage ich stark zu bezweifeln.
Wenn die älteren VC Piloten und ältere UFO Flugbegleiter mehr vom Kuchen abgeben würden, dann hätten die jüngeren Flugbegleiter (auch hier nehme ich die Piloten klar aus) nicht mit "prekären" Beschäftigungsverhältnissen zu tun. Wobei ich mich frage, ob jemand in der Pflege nach einer mehrjährigen Ausbildung und wesentlich mehr Verantwortung nicht eher in prekären Verhältnissen lebt.
Beitrag vom 17.04.2026 - 14:10 Uhr
Wo kein Geld verdient wird, kann keines verteilt werden.
Das hat die GW nicht verstanden, der Vorstand schon.
Gut, dann sehen Sie sich bitte einmal an, wie sich der Vorstand die Gehälter erhöht im Gegensatz zu den restlichen Angestellten. Hat es der Vorstand also wirklich verstanden?
Beitrag vom 17.04.2026 - 14:17 Uhr
Liebe Foristen,
es ist sehr erschreckend, wie oft hier von Bestrafung die Rede ist. Jede Seite soll und muss es aushalten, wenn die andere Seite ihre Rechte ausübt. Toleranz der anderen Meinung gehört in der Demokratie, in der wir glücklicherweise leben, dazu.
Bei CLH wird keiner bestraft. Das Aus war allen klar und wurde leider vorgezogen. Meinen Sie der Geschäftsleiter schaut zu, wie ihm die Kosten davonrennen? Ich würde mal gerne die Irreg Kosten sehen. Da ish teures Kerosin wohl eher eine Lachnummer, vor allem wenn die Zubringer zu Inter kont platzen.
By the way. Keiner der CLH Mitarbeiter wird im Mai seine Rechnungen oder Immokredite nicht bedienen können. Das Gehalt läuft weiter. Das sagen UFO und VC nicht. Da klingt es nach sofortigem Aus und Privatinsolvenz.
Ich würde mir wünschen, dass die Parteien zusammenkommen und eine Gesamtlösung finden. Alleine TV Rente macht keinen Sinn. Denn dann wird im Dezember gestreikt. Wollen Sie dann den LHA Flugbetrieb schließen?