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Beitrag vom 18.08.2010 - 09:32 Uhr
UserInside Man
Moderator
besser als arbeitslos, oder?
Gehalt ist auch besser als bei einem Festangestellten....

Wenn, dann beschwer Dich bei der Regierung die diese Praxis legal macht.

Andere Länder haben weit weniger Kündigungsschutz als wir und benötigen
diesen "Umweg" nicht. Trotzdem können die Leute dort Ihr Leben planen.

Jammern auf sehr hohem Niveau.
Beitrag vom 18.08.2010 - 09:54 Uhr
UserFlexxi
User (27 Beiträge)
Meiner Meinung nach wird Airbus nie in die Verlegenheit kommen, allen Leiharbeiter (immerhin 20% der Gesamtbeschäftigten) kündigen zu müssen. Die Zyklen der vergangenen Jahre hätten mit einem Leiharbeiteranteil von ca. 4% abgedeckt werden können.
Der Rest der "festangestellten" LAK kommt Airbus einfach viel teuerer als ein echter Festangestellter. Ich finde, da ist noch ordentlich Sparpotenzial vorhanden durch Umwandlung in Festverträge.

Da aber der Gesetzgeber diese Praxis zulässt, sollte man nicht den Unternehmen die Schuld dafür geben, denn die handeln in erster Linie marktwirtschaftlich und nicht sozial.

Grüße
Beitrag vom 18.08.2010 - 10:14 Uhr
UserRunway
User (2975 Beiträge)
Ich bin keineswegs glücklich über die oben geschilderten Umstände. Dabei ist aber sehr stark zu unterscheiden wo man Leiharbeiter ist. Bezogen auf Airbus kann die Situation nicht ganz so dramatisch sein. Trotz immer noch nachwirkender Krise in der Luftfahrt steuert Airbus 2010 doch auf einen neuen Produktionsrekord zu und die Auftragsbücher sind immer noch erfreulich gefüllt. Ich denke wer qualifiziert arbeitet hat auf Jahre gute Chancen in Arbeit zu bleiben.

Das ist bei vielen Leiharbeitern in anderen Firmen/Branchen so keinesfalls gegeben. Das trotzdem ein Unsicherheitsfaktor bleibt ist leider richtig. Wenn einer Branche aber dauerhaft die Aufträge weg brechen ist nach Kurzarbeit irgendwann Entlassung zwingend angesagt. Auch dort hat man also keine gesicherte Lebensstellung und keine Firma kann im großen Umfang Personal bezahlen das keine Erlöse bringt.

Die hohe Steigerung der Leiharbeit hatte früher doch zwei Gründe. Zunächst konnte man damit längere Auftragsspitzen abfangen und konnte oft sofort auf ein halbwegs qualifiziertes Personal zurückgreifen. Heute ist der Grund oft das Firmen Sorge haben sich in schlechten Zeiten nicht rechtzeitig und einfach genug vom Personal trennen zu können. Ein gewisser Schutz vor Kündigung ist grundsätzlich zu begrüßen. Es stellt sich aber die Frage ob da nicht zu viel des guten getan wurde.In Amerika ist hire und fire relativ einfach. Dafür bekommen auch ältere Arbeitnehmer leichter eine Chance während bei und das Risiko den Personalchefs einfach zu hoch ist. Man kann nicht alles gleichzeitig haben.

Dieser Beitrag wurde am 18.08.2010 10:16 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 18.08.2010 - 10:37 Uhr
Userflyguy_hh
User (58 Beiträge)
Moin !

Was Airbus da macht ist schon grob unvernünftig. Zu den Massen an LAKs gesellen sich ja nochmal viele tausend Werkvertragskräfte.

Unterscheiden muss man sicherlich ganz klar, ob es sich um Mitarbeiter im Eingineering oder der Produktion handelt.

Gehe ich mal vom Engineering aus, so ist es da an der Tagesordnung, dass FAKS und LAKS parallel mit den Festangestellten zusammenarbeiten, teilweise im selben Büro. Dies geschieht teilweise über bis zu 10 Jahre (Mehr Erfahrung hab ich nicht). Der Anteil der nicht Festangestellten liegt teilweise über 50%, auch in Abteilungen, die für den Fortbestand der ganzen Firma maßgeblich sind.

Betrachtet man die letzten beiden Jahre, so stellt man fest, dass der Anteil an Fremdarbeitskräften nur sehr leicht reduziert wurde. Legt man aber diese Jahre als eines der schlimmsten Szenarios aus, wie es in der Firma ja gerne gemacht wurde, so muss man sich zwangsläufig die Frage stellen: Warum werden die Leute, auf die ich auch in der schwersten Krise nicht verzichten kann, nicht fest eingestelllt ?

Oft ist es sogar so, dass die Externen mittlerwile Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen haben, die garkein Festangestellter mehr besitzt. Trotzdem bleiben Festanstellungen aus!

Ich würde es so sehen, dass ein gewisser Anteil an externer Vergabe durchaus sinnvoll ist, dieser aber bei Aribus D. bei weitem überschritten wird. Wenn man die Administrative Arbeit sieht, die mit der ganzen Vergabe und abwicklung zusammenhängt, dann ist einem eines aber sofort klar. Billiger wird dadurch garnichts.

Aus meiner persönlichen Sicht fände ich LAK bzw. FAK Tätigkeiten ganricht so schlimm, wenn man ca. 10-20% mehr verdienen würde als die Festangestellten. Sozusagen als Risikozuschlag.

@SDFlight
Egal wie gut man ist und wie man sich den A.... aufreisst, wenn aus Tolouse das Budget beschnitten wird in der Abteilung wo man arbeitet, dann ist man raus, dann zählt alles andere nicht mehr. As simple as that !

Zum Thema Festanstellung sei jedem empfohlen mal die offenen Ingenieursstellen in HH und TLS zu vergleichen. In Hamburg gibt es immer 1-2 in Toluse bis zu 100. Noch Fragen ????
Beitrag vom 18.08.2010 - 14:37 Uhr
Userflyguy_hh
User (58 Beiträge)
ok, in Kruzform....

Mehrverdienst sollte für alle Formen von Zeitarbeit gegenüber Festanstellung festgelegt werden (unabhängig von airbus) als "Riskio-/Flexibilitätszulage".

Wer bei Airbus verdient, fest oder LAK verient unumstritten sehr gut !

Bei der Zusammenabreit von In- & Externen geht es mehr um FAK, die eigentlich nicht mit den festen MA die Büros teilen dürften.

Wechseln ist nicht immer eine Alternative, die Fremdarbeitsfirmen sind häufig wie Pest & Cholera, da Fällt die Wahl oft Schwer. Wenn man dann örtlich an den Großraum HH gebunden ist z.B. durch Familie usw. und zudem in der Luftfahrtbranche bleiben möchte, dann wird die Luft schon dünn !

Qulifikation bringt tatsächlich garnichts, man kann sich weiterbilden wie man will, wenn die entsprechnden Planstellen nicht frei sind. Wenn doch ist Qulifikation natürlcih immer von Vorteil, das hat aber nichts mit Airbus spezifisch zu tun.

Warum sollte man nach TLS um dort Teil eines konzernz zu werden, der einem in seinem Heimatland nicht die Chance gibt zu beweisen, was man kann ??? Was sollte dort besser sein ausser das man dann da festangestellt ist. Ich will meine Wahlheimat Hamburg nicht unbedingt verlassen. Wenn dann nach Süddeutschland, stichwor Eurocopter... schon wieder der Franzmann... der sich alle 2 Jahre hinstellt und rumweint seinem Konzern würden 2-3k Ingenieure fehlen. Dem gegenüber stehen aber hier in HH keine offenen Stellen, währen das in TLS ganz ander ist. Da gäbe es diese Stellen. Das Geld ist also da, wird aber lieber in Fronkroich ausgegebne als hier... KOMISCH !?

Recht haben Sie, wenn es um klar umrissene, befristete Projekte geht. Nach meiner Erfahrung werden aber sowohl FAK als auch LAK Stellen oft über viele Jahre (teils über 10 oder mehr Jahre) immer wieder verlängert, durc h alle krisen hindurch. Wenn also in oder nach der Krise noch so viele Exteren an Bord sind, dann braucht man die doch, oder ?? Warum also nicht fest einstellen, wenn man auf die ohnehin nicht verzichten kann ???

Wann werden denn Management und Personalbteilung Outgesourcet nach Indien ????

Ach ja, nach Outsourcing ist jetzt ja LEAN an der Reihe. In 5-10 Jahren sehen wir dann das neue BWLer Motto im Konzern, was jetzt gerade an den einschlägigenn französichen "Elite-Ecoles" gelehrt wird....

FJS würde es aufgrund der hohen Drehzahl im Grabe zerreissen, wenn er miterleben müßte, was aus Airbus geworden ist.

Zu glauben, dass das ewig so weitergehen könnte, und das Airbus die besten Flugzeuge der Welt baut, das ist realitätsfern !!!
Beitrag vom 18.08.2010 - 22:38 Uhr
UserReal Dreamliner
"Konstrukteur"
User (444 Beiträge)
@SDFlight:

Ich kann flyguy_hh in weiten Teilen nur zustimmen. Ich habe es in der Entwicklung am 380 und jetzt verstärkt im 350 erlebt, wie groß der Anteil von LAK oder Workpackage Leuten inzwischen ist. Die Stammbelegschaft selbst ist nur noch mit Koordination und Meetings beschäftigt und wohin das führt, ist ja wohl klar. Know How gewinnt man damit nicht. Es kommt bei Airbus so, wie in anderen Firmen zu sehen ist: Zuerst spart man Geld an der Stammbelegschaft, dann verliert man das interne Know How und ab dann wird es richtig teuer: Entweder kauft man sich die Fachleute teuer ein oder man wird durch die Dienstleister erpressbar. So zeichnet es sich im 350 bereits ab: Verträge werden durch die Externen detailgenau eingehalten und da in Verträgen nicht alles genau geregelt ist (bei dem inzwischen fehlenden Fachwissen kein großes Wunder) wird alles andere teuer nachverhandelt. Die hohe Fluktuation (oder Rotation) und die nachlassende Motivation in der Stammbelegschaft sind ein weiterer Nachteil. Auf die Spitze treibt man es allerdings beim 350 dann, wenn Externe durch Externe kontrolliert werden. So kann das längerfristig einfach nix werden. Die Firma vergibt Kernkompetenzen nach aussen.
Die Firmenbindung (stolz bei Airbus zu arbeiten) ist auf dem Tiefpunkt angelangt, da Externe einfach nicht fair behandelt werden. Wer zweitklassig behandelt wird, ist auch zweitklassig motiviert.
Wenn Du ein so alter Hase bist, wie Du vorgibst, weißt Du sicher auch, was mit Leuten passiert, die an den richtigen Stellen die Zustände benennen und beklagen. Recht hast Du allerdings in dem Punkt, daß ich immer noch kündigen kann. Vor der tatsächlichen Kündigung kommt allerdings die Innere und das kannst Du schon beobachten.
Es gibt Leute, die wirklich Familie haben, nicht so hochflexibel und ein Stück weit dieser Situation ausgeliefert sind!
Beitrag vom 19.08.2010 - 05:02 Uhr
UserHelmut
User (617 Beiträge)
Wer noch nichtmal "sage" von "schreibe" unterscheidet, angeblich (auch hier) für Airbus arbeitet ...
Beitrag vom 19.08.2010 - 10:15 Uhr
UserRunway
User (2975 Beiträge)
Sollte die Beschreibung von über 50% an externen Kräften und LAK in zentralen Bereichen für das know how zutreffen halte ich das auch für zu hoch. Wenn Airbus 700 Kräfte wie angekündigt übernimmt hoffe ich das gerade in diesen Bereichen ein Ausgleich geschaffen wird.

Im übrigen ist eine "Festanstellung" auch keine Garantie für lebenslange Beschäftigung. Das habe ich bereits 3 Monate nach meinem Einstieg in das Berufsleben feststellen müssen. Ironischerweise nur sehr wenige km Luftlinie vom Standort Airbus Hamburg entfernt. Das blieb nicht die einzige Bruchstelle im Erwerbsleben. Nur als Beamter ist man davor geschützt.
Beitrag vom 19.08.2010 - 10:20 Uhr
Userfbwlaie
User (5430 Beiträge)
@Nachdenklich,

wenn es bei Aibus konzernweite Stellenpläne gibt, dann ist doch klar, dass schon ein "Riesenrad" gedreht werden muß, bevor durch Stellenplan sanktionierte Mehrarbeit nach HH kommt! Das ist einfach Realität.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß Airbus France Arbeit nach HH abgibt, weil man in TLS keine MA findet!

Letztendlich sind alle erstmal zufrieden, wenn die Arbeit in HH landet. Natürlich wäre es besser sie durch MA als durch Fremdfirmenmitarbeiter zu leisten.

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