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Beitrag vom 03.09.2025 - 11:36 Uhr
Usermpilot
User (627 Beiträge)
Flightradar24" zeichnet allenfalls geringe Auffälligkeiten im Flugverlauf nach.

Der Nordost Kurs kurz vor dem Eintritt in den downwind könnte man als diese geringe Auffälligkeit bezeichnen, vielleicht um dem Flughafenbereich nicht zu nahe zu kommen, oder auch wegen des jamming fehlgeleitet. Dass können nur die Piloten wissen und nicht voreilige Pressefritzen. Ansonsten war es ein ganz banaler missed approach mit Abfliegen der entsprechenden procedure, die Flugstrecke wurde dadurch um ca 45nm verlängert.
Beitrag vom 03.09.2025 - 15:01 Uhr
Userfliegerschmunz
User (862 Beiträge)
ich hatte Shakespeare ja schon bemüht

VIEL LÄRM UM NICHTS
Beitrag vom 03.09.2025 - 16:39 Uhr
UserMHalblaub
User (1214 Beiträge)
Auf Flightradar sieht man nur das, was der Flieger an Daten sendet. Ob die tatsächliche Position falsch ist sieht Flightradar nicht. Auch falsche Signale liefern gute Signalstärken.
Beitrag vom 04.09.2025 - 00:07 Uhr
UserEricM
User (6837 Beiträge)
Auf Flightradar sieht man nur das, was der Flieger an Daten sendet. Ob die tatsächliche Position falsch ist sieht Flightradar nicht.

Das ist richtig, die gesendete Position und der Speed geben das wieder was der GPS Empfänger berechnet hat.

Auch falsche Signale liefern gute Signalstärken.

Das hatten wir indem anderen Thread zum Thema schon. Man kann keine "falschen Signale" an ein Flugzeug senden.
Der GPS Empfänger ermittelt sich seine Position aus den Laufzeiten von 4+ Signalen von Satelliten in 20.000km Höhe selbst, indem er misst, in welcher Nanosekunde das Zeitsignal welches Satelliten bei ihm ankommt.
Man kann GPS aber mit klassischen Störsendern stören, indem man das Signal/Noise Verhältnis verschlechtert, indem man selbst mehr Noise sendet.
Das merkt man dann aber am Wert der Signalstärke. Starke Störungen werden nicht als starkes Signal angezeigt.

Dieser Beitrag wurde am 04.09.2025 00:09 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 04.09.2025 - 07:27 Uhr
UserADie
User (31 Beiträge)
Man kann keine "falschen Signale" an ein Flugzeug senden.
Selbstverständlich kann man das und es nennt sich "GPS-Spoofing"

Der GPS Empfänger ermittelt sich seine Position aus den Laufzeiten von 4+ Signalen von Satelliten in 20.000km Höhe selbst, indem er misst, in welcher Nanosekunde das Zeitsignal welches Satelliten bei ihm ankommt.

Die Zeitdifferenz wird allerdings u.a. dem Zeitstempel des GPS-Signals berechnet.

Zivile GPS-Signale sind nicht verschlüsselt und können daher relativ leicht kopiert und verändert werden. Der Angreifer könnte beispielsweise ein Signal senden, das vorgibt, von einem bestimmten Satelliten zu stammen, aber mit einer anderen Position oder Zeitstempel oder beidem. Ob das Signal von einem echten GPS-Satelliten kommt, kann der Empfänger nicht erkennen.

Wenn man selbst Satelliten im Orbit hat, kann man gefälschte Signale, die die Originale überstrahlen, sogar aus dem All senden.

Theoretisch ist das also durchaus möglich. Eine andere Frage ist, ob irgend jemand diesen Aufwand getrieben hat, ausgerechnet um van der Laien zu erschrecken. Es könnte allenfalls eine Drohgebärde sein um zu zeigen, was man Alles so kaputt machen könnte. Dann würde es allerdings genau zu den "aus Versehen" über den Ostseeboden geschleiften Ankern passen.
Beitrag vom 04.09.2025 - 08:50 Uhr
UserEricM
User (6837 Beiträge)
Die Zeitdifferenz wird allerdings u.a. dem Zeitstempel des GPS-Signals berechnet.
Zivile GPS-Signale sind nicht verschlüsselt und können daher relativ leicht kopiert und verändert werden. Der Angreifer könnte beispielsweise ein Signal senden, das vorgibt, von einem bestimmten Satelliten zu stammen, aber mit einer anderen Position oder Zeitstempel oder beidem. Ob das Signal von einem echten GPS-Satelliten kommt, kann der Empfänger nicht erkennen.

Damit über diese Methode aber plausible Daten am angegriffenen Empfänger ankommen können, müsste dessen Position auf ein paar Meter in allen 3 Dimensionen bekannt sein. Kontinuierlich.
Denn nur dann könnte man die Laufzeit des gefälschten Signals zum Ziel so exakt berechnen, damit dort auf 10m genau ein plausibler Wert ermittelt wird.
Das klappt bei einem Testempfänger im Labor auf dem Nebentisch und auch beim Pokemon Go mit dem eigenen Handy, aber nicht bei einer Dassault Falcon im Flug über Bulgarien von der Krim aus.

Ansonsten würde das GPS wilde Sprünge registrieren und diese auch per ADS-B übertragen, was bei diesem Flug nicht der Fall war.
 https://x.com/flightradar24/status/1962565122326700178

Zusätzlich würden die falschen Impulse vom Boden bei allen anderen Empfängern in Funkreichweite zu massiv unplausiblen Daten führen, da ihre gemessene Laufzeitverzögerung komplett inkonsistent wäre.

Man kann also keine falschen Positionsdaten an _ein_ Flugzeug senden, sondern müsste ein falsches Zeitsignal an _alle_ Empfänger in Reichweite senden.

An dem Tag sind aber über Bulgarien keine unüblichen GPS Fehler gemeldet/bemerkt worden.
Also ja, theoretisch möglich, die Frage nach dem Aufwand ist berechtigt, und die großflächigen Störungen, die das ausgelöst haben müsste, wären bemerkt worden.
Praktisch halte ich das daher für eine Ente.

Dieser Beitrag wurde am 04.09.2025 08:57 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 04.09.2025 - 10:31 Uhr
UserADie
User (31 Beiträge)
Damit über diese Methode aber plausible Daten am angegriffenen Empfänger ankommen können, müsste dessen Position auf ein paar Meter in allen 3 Dimensionen bekannt sein. Kontinuierlich.

Es bleibt allerdings noch eine theoretische Möglichkeit, um genau das zu ermöglichen: Der Spoofing-Sender befindet sich in oder am Flugzeug selbst. Dann weiß man anhand der echten GPS-Daten genau, wo man ist, und kann die echten Daten aufgrund der Nähe zu den Empfängern leicht überstrahlen. In weiterer Entfernung eäre davon nichts zu bemerken.

Da es sich um ein Charterflugzeug handelte, also nicht aus militärischer Flugbereitschaft, halte ich das nicht für ausgeschlossen.
Beitrag vom 04.09.2025 - 21:10 Uhr
UserFW 190
User (2313 Beiträge)
@ Eric M:
Halten Sie es immer noch für eine Ente nach dem Bericht von heute aus Schweden?
Ich kann Sie beruhigen, es ist eine Tatsache das massiv gestört wird und ja, ich glaube auch, das es die Russen sind.

Ich kann es technisch nicht selbst sauber erklären (nur ein rudimäntäres Wissen) , aber man muss nicht alles in Zweifel ziehen was man selbst nicht versteht.

Dieser Beitrag wurde am 04.09.2025 21:14 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 05.09.2025 - 14:32 Uhr
UserTagesprophet
User (241 Beiträge)
@ Eric M:
Halten Sie es immer noch für eine Ente nach dem Bericht von heute aus Schweden?
Ich kann Sie beruhigen, es ist eine Tatsache das massiv gestört wird und ja, ich glaube auch, das es die Russen sind.

Ich kann es technisch nicht selbst sauber erklären (nur ein rudimäntäres Wissen) , aber man muss nicht alles in Zweifel ziehen was man selbst nicht versteht.

Was ändert jetzt die Meldung aus Schweden an den weiter oben diskutierten technischen Gegebenheiten? Es gab GPS-Störungen im skandinavischen Luftraum - gut - so weit die schon lange bekannte Tatsache. Und sonst?
Beitrag vom 05.09.2025 - 23:55 Uhr
UserEricM
User (6837 Beiträge)
Damit über diese Methode aber plausible Daten am angegriffenen Empfänger ankommen können, müsste dessen Position auf ein paar Meter in allen 3 Dimensionen bekannt sein. Kontinuierlich.

Es bleibt allerdings noch eine theoretische Möglichkeit, um genau das zu ermöglichen: Der Spoofing-Sender befindet sich in oder am Flugzeug selbst. Dann weiß man anhand der echten GPS-Daten genau, wo man ist, und kann die echten Daten aufgrund der Nähe zu den Empfängern leicht überstrahlen. In weiterer Entfernung eäre davon nichts zu bemerken.

Da es sich um ein Charterflugzeug handelte, also nicht aus militärischer Flugbereitschaft, halte ich das nicht für ausgeschlossen.

Das ist richtig, das hatte ich im anderen Thread zum Thema auch als mögliches Szenario vorgeschlagen. Kleiner Sender, geringste Sendeleistung, gezielte Ablenkung einer einzigen Maschine.

 https://www.aero.de/forum/Kommentare-zu-aktuellen-Nachrichten/1/Flugzeug-mit-von-der-Leyen-wird-Ziel-von-GPS-Stoerung/
Das wäre dann quasi eine Sabotage-Aktion gewesen.
Beitrag vom 06.09.2025 - 00:12 Uhr
UserEricM
User (6837 Beiträge)
@ Eric M:
Halten Sie es immer noch für eine Ente nach dem Bericht von heute aus Schweden?

Die Entfernung von Kaliningrad nach Schweden beträgt gerade mal 200km, während zwischen der Krim und dem zentralen Bulgarien 700km liegen.
In Schweden wird Jamming in großen Bereichen der Ostsee beobachte, während in Bulgarien die gezielte Störung eines speziellen GPS Empfängers behauptet wurde.

Ich kann Sie beruhigen, es ist eine Tatsache das massiv gestört wird und ja, ich glaube auch, das es die Russen sind.

Das ist sogar sicher.
Und die Story über Schweden ist auch konsistent mit den im Westen bekannten Eigenschaften der russischen GPS-Störsender.

Ich glaube nur nicht dass sie über 700km hinweg einen bestimmten Empfänger stören können. Das gibt Jamming einfach nicht her.
Zudem hat der ADS-B Transponder der angeblich angegriffenen Falcon ebenfalls keine schlechte Signalqualität gemeldet.

Also ja, ich bleibe bei "Ente".

Dieser Beitrag wurde am 06.09.2025 08:57 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.09.2025 - 08:58 Uhr
UserTagesprophet
User (241 Beiträge)
Damit sollte sich dann jegliche weitere fachliche Diskussion zu dem Thema erübrigen:

 https://www.flightradar24.com/blog/aviation-explainer-series/ursula-von-der-leyen-gps-jamming/

Bliebe dann lediglich noch die Frage, wer an der derartig umfangreichen Verbreitung dieser Ente ein Interesse hatte.
Beitrag vom 06.09.2025 - 11:21 Uhr
UserEricM
User (6837 Beiträge)
Damit sollte sich dann jegliche weitere fachliche Diskussion zu dem Thema erübrigen:

 https://www.flightradar24.com/blog/aviation-explainer-series/ursula-von-der-leyen-gps-jamming/

Sehr lesenswert.


Bliebe dann lediglich noch die Frage, wer an der derartig umfangreichen Verbreitung dieser Ente ein Interesse hatte.

Na, wer hat wohl Interesse an Clicks auf einen Artikel

- über einen Promi in vermeintlichen Schwierigkeiten?
- über einen Konflikt "die gegen uns"?
- über geheimnisvolle, angebliche, Fähigkeiten des Gegners?

Das ist, wenn die Story erst mal in der Welt ist, doch ein medialer Selbstläufer, der nicht groß hinterfragt sondern fix veröffentlicht wird.
Beitrag vom 07.09.2025 - 08:40 Uhr
UserTagesprophet
User (241 Beiträge)
Damit sollte sich dann jegliche weitere fachliche Diskussion zu dem Thema erübrigen:

 https://www.flightradar24.com/blog/aviation-explainer-series/ursula-von-der-leyen-gps-jamming/

Sehr lesenswert.


Bliebe dann lediglich noch die Frage, wer an der derartig umfangreichen Verbreitung dieser Ente ein Interesse hatte.

Na, wer hat wohl Interesse an Clicks auf einen Artikel

- über einen Promi in vermeintlichen Schwierigkeiten?
- über einen Konflikt "die gegen uns"?
- über geheimnisvolle, angebliche, Fähigkeiten des Gegners?

Das ist, wenn die Story erst mal in der Welt ist, doch ein medialer Selbstläufer, der nicht groß hinterfragt sondern fix veröffentlicht wird.

Also in dem Fall würden mir spontan so drei, vier Parteien einfallen, welche in Frage kämen. Wenn es nur eine "Presseente" sein sollte, dann muss man sich allerdings fragen, wie es mittlerweile um die journalistische Sorgfalt bestellt ist, wenn selbst die als renommiert angesehen Medien diesen Blödsinn ungeprüft veröffentlichen. Das würde dann auch Überlegungen hinsichtlich der Qualität der anderen Inhalte provozieren. Ich kann es mir fast nicht vorstellen. Wenn selbst wir hier per Eigenrecherche darauf kommen …
Beitrag vom 08.09.2025 - 11:34 Uhr
UserReal Dreamliner
"Konstrukteur"
User (425 Beiträge)
Damit sollte sich dann jegliche weitere fachliche Diskussion zu dem Thema erübrigen:

 https://www.flightradar24.com/blog/aviation-explainer-series/ursula-von-der-leyen-gps-jamming/

Sehr lesenswert.


Bliebe dann lediglich noch die Frage, wer an der derartig umfangreichen Verbreitung dieser Ente ein Interesse hatte.

Na, wer hat wohl Interesse an Clicks auf einen Artikel

- über einen Promi in vermeintlichen Schwierigkeiten?
- über einen Konflikt "die gegen uns"?
- über geheimnisvolle, angebliche, Fähigkeiten des Gegners?

Das ist, wenn die Story erst mal in der Welt ist, doch ein medialer Selbstläufer, der nicht groß hinterfragt sondern fix veröffentlicht wird.

Das ist m.E. eine gezielte Desinformation der Institution EU, die ständig vor Falschinformationen warnt.

Falschinformation ist immer dann böse, wenn es die Anderen machen...

Möglicherweise sollte diese Ente auch von dem dicken VdL Fauxpas ablenken. Sie sagte kurz vorher die Entsendung von Friedenstruppen in die Ukraine zu - und hat damit wie gewohnt ihre Kompetenz weit überschritten.

Die gute Nachricht ist, daß Flightradar umgehend und sachlich darauf reagieren konnte. Das war dem ÖR leider nicht möglich...

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