Beitrag vom 12.08.2025 - 11:17 Uhr
Es wäre einfach gut und wichtig, wenn Journalisten solche Aussagen/Behauptungen, wie die von Herrn Bischof, (wie früher) kritisch hinterfragen würden und diese nicht unreflektiert einfach in die Welt setzen würden.
Ich hatte ja schon mehrmals darauf hingewiesen das doch einmal konkret benannt werden sollte:
- wohin genau keine Anbindung aus Deutschland mehr mehr existieren,
Wenn diese Frage Sie wirklich interessiert, dann vergleichen Sie doch die Daten von DESTATIS für 2019 und 2024. Da können Sie dann die Ziele ermitteln, die keine Anbindung an Deutschland haben. Wenn Sie allerdings erwarten, dass andere sich die Zeit nehmen, Ihre Neugierde zu befriedigen, werden Sie voraussichtlich Pech haben
https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Transport-Verkehr/Personenverkehr/Publikationen/_publikationen-innen-luftverkehr.html?nn=208104
- wenn ja: ob diese Streckenstreichungen mangels Nachfrage oder wegen zu 'hoher' Gebühren erfolgte,
Das ist keine Entweder - oder - Frage. Wenn die Kosten zu hoch sind, um Gewinne zu erwirtschaften, wird das Angebot eingestellt. Wird das Angebot eingestellt, kann es auch nicht nachgefragt werden.
Wenn es aber stimmt, dass Deutschland beim Wachstum im Luftverkehr ziemlich am Ende der europäischen Staaten liegt, dann muss man fragen, was in Deutschland anders ist als in anderen Ländern. Da die Deutschen ja anscheinend gerne fliegen (siehe aktuellen Artikel
https://www.aero.de/news-50489/In-den-Urlaub-gerne-per-Flieger.html
… scheint die These weniger mit mangelnder Nachfrage zu tun zu haben.
- wie genau sich der 'Schaden für den Wirtschaftstandort Deutschland' darstellt, gerne mit einer konkreten Berechnung,
Mit einer konkreten Berechnung kann ich nicht dienen, es gibt jedoch einige Studien, die einen Zusammenhang zwischen Flugangebot (z.?B. Anzahl der Flüge, Flughafenkonnektivität) und wirtschaftlicher Prosperität aufzeigen.
https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1080/0042098032000094388
oder ...
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0969699723001710
- welche Bedarfe an Flügen konkret nicht befriedigt werden können?
Flüge, die nicht stattgefunden haben, kann man nicht ermitteln, egal ob es Bedarf gab oder nicht!
Dieser Beitrag wurde am 12.08.2025 11:23 Uhr bearbeitet. Beitrag vom 12.08.2025 - 11:35 Uhr
Zitat aus diesem Artikel:
https://www.aero.de/news-50489/In-den-Urlaub-gerne-per-Flieger.html
Einzige Ausnahme im getrübten Branchenüberblick des BDL sind touristische Fluggesellschaften wie Condor, Discover, Tuifly oder SunExpress. Sie haben in der aktuellen Auswertung 34 Prozent mehr Flüge angeboten als noch 2019.
Man könnte auch etwas neutraler formulieren: Der Trend geht hin zu touristischen Flügen.
Denn wenn gerade im touristischen Billigsegment eine Ausweitung des Angebots um 34% sogar ggü dem Rekordjahr 2019 stattfindet, haben die angeblich exorbitant hohen deutschen Gebühren ja offensichtlich keinen sehr großen negativen Einfluss - sofern denn eine Nachfrage da ist.
Ein Abflauen des Geschäftsreiseverkehrs seit 2019 lässt sich auch ganz banal mit Teams, Zoom und Co. erklären, ohne dass man ständig fordern muss, DFS und Sicherheitskontrollen dem Steuerzahler aufzubürden.
Das erklärt dann auch quasi nebenbei den Unterschied zum Wachstum in zB Spanien oder Griechenland, deren Flugindustrie primär touristisch aufgestellt ist.
Diese Länder sehen die in etwa gleichen Wachstumsraten im touristischen Verkehr wie Deutschland.
Das sind die Tatsachen, diese werden ja, im Sinne eines 'Optimierungwunsches' bei den eigenen Kosten - ergo der Staat/ Steuerzahler soll zahlen - gerne ignoriert und verdreht. Siehe auch den vorherigen Post.
Beitrag vom 12.08.2025 - 17:48 Uhr
Wenn es aber stimmt, dass Deutschland beim Wachstum im Luftverkehr ziemlich am Ende der europäischen Staaten liegt, dann muss man fragen, was in Deutschland anders ist als in anderen Ländern. Da die Deutschen ja anscheinend gerne fliegen (siehe aktuellen Artikel
https://www.aero.de/news-50489/In-den-Urlaub-gerne-per-Flieger.html
… scheint die These weniger mit mangelnder Nachfrage zu tun zu haben.
Angebot Insgesamt ggü 2019 : -20%
Touristisches Angebot ggü 2019: +34%
Die Schlussfolgerung ist doch ganz eindeutig, oder?
Der Zuwachs im touristischen Angebot weit über den Stand von 2019 hinaus belegt ganz deutlich, dass die Standortkosten in DE nicht zu hoch sind.
Stattdessen verlagern sich nur die Schwerpunkte der Kunden: Touristische Flüge werden stark nachgefragt.
Dagegen gibt es offenbar einen starken Rückgang bei den Geschäftsflügen, für die - für die meisten Anwendungsfälle - in 2025 hervorragende und akzeptierte Internet-basierte Alternativen existieren, auch wenn das in Luftfahrtkreisen gerne negiert wird.
Wenn eine Airline also nicht wächst, bietet sie offenbar ein schlecht nachgefragtes Produkt - Geschäftsreisen - an, das von der Zeit überholt wurde.
Also wie kommt der BDL jetzt trotz eines boomenden Touristik-Geschäfts darauf, die "staatlichen Belastungen" wären zu hoch?
Dieser Beitrag wurde am 12.08.2025 17:53 Uhr bearbeitet. Beitrag vom 12.08.2025 - 20:23 Uhr
Wenn es aber stimmt, dass Deutschland beim Wachstum im Luftverkehr ziemlich am Ende der europäischen Staaten liegt, dann muss man fragen, was in Deutschland anders ist als in anderen Ländern. Da die Deutschen ja anscheinend gerne fliegen (siehe aktuellen Artikel
https://www.aero.de/news-50489/In-den-Urlaub-gerne-per-Flieger.html
… scheint die These weniger mit mangelnder Nachfrage zu tun zu haben.
Angebot Insgesamt ggü 2019 : -20%
Touristisches Angebot ggü 2019: +34%
Die Schlussfolgerung ist doch ganz eindeutig, oder?
Der Zuwachs im touristischen Angebot weit über den Stand von 2019 hinaus belegt ganz deutlich, dass die Standortkosten in DE nicht zu hoch sind.
Das ist aber sehr gewagt ;-) Es gibt viel zu viele Variablen, die die Passagiere zu den touristischen Angeboten gebracht haben könnten und nicht immer ist da klar, welche Inklusivleistung evtl. den Fluganteil subventioniert hat. Auch globale Krisen lassen die Kunden die Urlaubsregion eher in der Nähe suchen, als in der Welt.
Ich will das ja nicht ausschließen, aber "ganz eindeutig"?
Stattdessen verlagern sich nur die Schwerpunkte der Kunden: Touristische Flüge werden stark nachgefragt.
Dagegen gibt es offenbar einen starken Rückgang bei den Geschäftsflügen, für die - für die meisten Anwendungsfälle - in 2025 hervorragende und akzeptierte Internet-basierte Alternativen existieren, auch wenn das in Luftfahrtkreisen gerne negiert wird.
Wenn eine Airline also nicht wächst, bietet sie offenbar ein schlecht nachgefragtes Produkt - Geschäftsreisen - an, das von der Zeit überholt wurde.
Also wie kommt der BDL jetzt trotz eines boomenden Touristik-Geschäfts darauf, die "staatlichen Belastungen" wären zu hoch?
Weil der Anteil des Touristik-Geschäfts einerseits zu klein und zu saisonal ist, andrerseits, was wäre wohl alles möglich gewesen, wenn die "staatlichen Belastungen" niedriger gewesen wären.
Dazu noch, unsere liebste Ferienfluggesellschaft. 90% Auslastung und dennoch kein Gewinn. Da ließen sich wohl nicht alle "staatlichen Belastungen" 1:1 an den Kunden durchreichen. Sonst müssten die doch, bei diesen Zahlen, bombig verdient haben, bei immerhin 1/3 Veranstaltergeschäft.
Beitrag vom 12.08.2025 - 21:22 Uhr
Wenn es aber stimmt, dass Deutschland beim Wachstum im Luftverkehr ziemlich am Ende der europäischen Staaten liegt, dann muss man fragen, was in Deutschland anders ist als in anderen Ländern. Da die Deutschen ja anscheinend gerne fliegen (siehe aktuellen Artikel
https://www.aero.de/news-50489/In-den-Urlaub-gerne-per-Flieger.html
… scheint die These weniger mit mangelnder Nachfrage zu tun zu haben.
Angebot Insgesamt ggü 2019 : -20%
Touristisches Angebot ggü 2019: +34%
Die Schlussfolgerung ist doch ganz eindeutig, oder?
Der Zuwachs im touristischen Angebot weit über den Stand von 2019 hinaus belegt ganz deutlich, dass die Standortkosten in DE nicht zu hoch sind.
Das ist aber sehr gewagt ;-) Es gibt viel zu viele Variablen, die die Passagiere zu den touristischen Angeboten gebracht haben könnten und nicht immer ist da klar, welche Inklusivleistung evtl. den Fluganteil subventioniert hat. Auch globale Krisen lassen die Kunden die Urlaubsregion eher in der Nähe suchen, als in der Welt.
Ich will das ja nicht ausschließen, aber "ganz eindeutig"?
IIRC, hat mir hier in diesem Forum mal ein gewisser contrail55 erklärt, das touristische Angebot sei das Preissensibelste, was bei der Vielzahl der Angebote, die sich weitgehend nur im Preis unterscheiden, sicher auch richtig ist.
Wenn dieses also gewaltig wächst, zeigt das mMn schon sehr eindeutig, dass Fliegen an sich nicht zu teuer für die Masse der Kunden geworden ist
Stattdessen verlagern sich nur die Schwerpunkte der Kunden: Touristische Flüge werden stark nachgefragt.
Dagegen gibt es offenbar einen starken Rückgang bei den Geschäftsflügen, für die - für die meisten Anwendungsfälle - in 2025 hervorragende und akzeptierte Internet-basierte Alternativen existieren, auch wenn das in Luftfahrtkreisen gerne negiert wird.
Wenn eine Airline also nicht wächst, bietet sie offenbar ein schlecht nachgefragtes Produkt - Geschäftsreisen - an, das von der Zeit überholt wurde.
Also wie kommt der BDL jetzt trotz eines boomenden Touristik-Geschäfts darauf, die "staatlichen Belastungen" wären zu hoch?
Weil der Anteil des Touristik-Geschäfts einerseits zu klein und zu saisonal ist,
Wofür zu klein?
Der BDL macht eine absolute Aussage ( staatliche Belastungen zu hoch ), die unterstellt, die genannten 35€ müssten ein paar € billiger sein, dann würden mehr Geschäftsreisende fliegen.
Aber Touristen fliegen trotz dieser 35€ immer mehr?
andrerseits, was wäre wohl alles möglich gewesen, wenn die "staatlichen Belastungen" niedriger gewesen wären.
OK, wir alle wollen wohl gerne mehr verdienen, ohne mehr dafür zu tun.
Dazu noch, unsere liebste Ferienfluggesellschaft.
"Unsere liebste" ... Da sie keinen Gewinn macht, fällt FR wohl aus... Condor?
90% Auslastung und dennoch kein Gewinn. Da ließen sich wohl nicht alle "staatlichen Belastungen" 1:1 an den Kunden durchreichen. Sonst müssten die doch, bei diesen Zahlen, bombig verdient haben, bei immerhin 1/3 Veranstaltergeschäft.
Keine Ahnung, wie Condor ihre Preise kalkuliert und was da alles abbezahlt werden muss.
Wie kommen Sie drauf, das wäre alleine aufgrund der staatlichen Belastungen so?
Warum ist es für viele Luftfahrt-Mitarbeiter so unvorstellbar, dass der klassische Geschäftsreisende eine aussterbende Art ist?
Dieser Beitrag wurde am 12.08.2025 21:25 Uhr bearbeitet. Beitrag vom 12.08.2025 - 23:15 Uhr
Warum ist es für viele Luftfahrt-Mitarbeiter so unvorstellbar, dass der klassische Geschäftsreisende eine aussterbende Art ist?
Bleiben wir doch mal bei Fakten, anstatt beim Wunschdenken eines Flughafengegners.
Global steigen die Budgets für Geschäftsreisen, obwohl man inflationsbereinigt noch unter dem Niveau von 2019 liegt. Aussterben tut da gar nichts. Bis 2029 wird das Volumen weiter auf geschätzt 2 Billionen USD hoch gehen, getrieben von China, USA und wachstumsstarken Wirtschaften. Das wird hier ganz gut beschrieben:
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/geschaeft-mit-geschaeftsreisen-business-trips-boomen-doch-die-pandemie-hat-spuren-hinterlassen
Dass deutsche Unternehmen im voraussichtlich dritten Rezessionsjahr eher vorsichtig und sparsam sind, ist nachvollziehbar. Wenn der Staat dann noch die Hand aufhält und viele Angebote im Luftverkehr unwirtschaftlich macht, ergibt sich halt die aktuelle Diskrepanz bei den Verkehrszahlen zwischen D und allen anderen Ländern. Es ist irrwitzig, zu behaupten, dass die Standortkosten keinen Einfluss auf das Angebot hätten.
Beitrag vom 12.08.2025 - 23:24 Uhr
Warum ist es für viele Luftfahrt-Mitarbeiter so unvorstellbar, dass der klassische Geschäftsreisende eine aussterbende Art ist?
Bleiben wir doch mal bei Fakten, anstatt beim Wunschdenken eines Flughafengegners.
Global steigen die Budgets für Geschäftsreisen, obwohl man inflationsbereinigt noch unter dem Niveau von 2019 liegt. Aussterben tut da gar nichts. Bis 2029 wird das Volumen weiter auf geschätzt 2 Billionen USD hoch gehen, getrieben von China, USA und wachstumsstarken Wirtschaften. Das wird hier ganz gut beschrieben:
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/geschaeft-mit-geschaeftsreisen-business-trips-boomen-doch-die-pandemie-hat-spuren-hinterlassen
Dass deutsche Unternehmen im voraussichtlich dritten Rezessionsjahr eher vorsichtig und sparsam sind, ist nachvollziehbar. Wenn der Staat dann noch die Hand aufhält und viele Angebote im Luftverkehr unwirtschaftlich macht, ergibt sich halt die aktuelle Diskrepanz bei den Verkehrszahlen zwischen D und allen anderen Ländern. Es ist irrwitzig, zu behaupten, dass die Standortkosten keinen Einfluss auf das Angebot hätten.
Und es ist m.M. nach genauso 'irrsinnig zu behaupten' das Geschäftsreisende aus/ nach Deutschland wegen € 35,00 mehr nicht mehr fliegen, aber Touristen in großer Anzahl mehr.
Btw. ich hatte Sie in einem anderen Thread zu dieser Thematik gebeten Ihre Aussagen bzgl. 'Luftfahrt macht einen Bogen um Deutschland' einmal konkret zu untersetzen. Da kam leider nichts... .
Beitrag vom 13.08.2025 - 07:21 Uhr
Warum ist es für viele Luftfahrt-Mitarbeiter so unvorstellbar, dass der klassische Geschäftsreisende eine aussterbende Art ist?
Bleiben wir doch mal bei Fakten, anstatt beim Wunschdenken eines Flughafengegners.
Gerne :)
Global steigen die Budgets für Geschäftsreisen, obwohl man inflationsbereinigt noch unter dem Niveau von 2019 liegt. Aussterben tut da gar nichts. Bis 2029 wird das Volumen weiter auf geschätzt 2 Billionen USD hoch gehen, getrieben von China, USA und wachstumsstarken Wirtschaften. Das wird hier ganz gut beschrieben:
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/geschaeft-mit-geschaeftsreisen-business-trips-boomen-doch-die-pandemie-hat-spuren-hinterlassen
Haben Sie den Artikel hinter Ihrem Link auch zuende gelesen?
Beispiel Deutschland: 2019 gab es bei den dortigen Unternehmen noch knapp 200 Millionen Geschäftsreisen. 2024 waren es mit rund 107 Millionen nur noch etwa halb so viele.
Sind Geschäftsreisen ein Auslaufmodell? Der Markt befindet sich im Wandel. Gründe sind gemäss der GBTA geopolitische Krisen und deren Folgen sowie der aktuelle Handelskonflikt und die allgemeine Verunsicherung. Diese Faktoren sind jedoch nur ein Teil der Erklärung. Auch das Verhalten und die Einstellungen haben sich verändert: Die Möglichkeiten, digital zu kommunizieren, haben sich in der Geschäftswelt durchgesetzt. Das viele Herumreisen ist auch aus Gründen des Umweltschutzes umstritten. Und: Geschäftsreisen kosten. All das lässt Unternehmen die Notwendigkeit von Geschäftsreisen hinterfragen [...]
Dass deutsche Unternehmen im voraussichtlich dritten Rezessionsjahr eher vorsichtig und sparsam sind, ist nachvollziehbar. Wenn der Staat dann noch die Hand aufhält und viele Angebote im Luftverkehr unwirtschaftlich macht, ergibt sich halt die aktuelle Diskrepanz bei den Verkehrszahlen zwischen D und allen anderen Ländern. Es ist irrwitzig, zu behaupten, dass die Standortkosten keinen Einfluss auf das Angebot hätten.
Warum soll das irrwitzig sein? Selbst die gesamten "staatlichen Belastungen" von etwa 35€/Flug machen idR unter 1% des gesamten Reisepreises aus.
Und warum sollten bei gleichen Kostenaufschlägen ausgerechnet Geschäftsreisen unter den Standortkosten einbrechen, Tourismus aber boomen?
Es ist eher irrwitzig so eine so unterschiedliche Wirkung auf die verschiedenen Segmente hinzunehmen, und nicht mal zu begründen, warum sich das so selektiv auf Geschäftsreisen auswirken sollte.
Dieser Beitrag wurde am 13.08.2025 07:29 Uhr bearbeitet. Beitrag vom 13.08.2025 - 08:00 Uhr
ich erlaube mir den von @EricM erwähnten Anschnit aus dem von @X-ray eingestellten Artikel hier zu zitieren:
"Auch das Verhalten und die Einstellungen haben sich verändert: Die Möglichkeiten, digital zu kommunizieren, haben sich in der Geschäftswelt durchgesetzt. Das viele Herumreisen ist auch aus Gründen des Umweltschutzes umstritten. Und: Geschäftsreisen kosten. All das lässt Unternehmen die Notwendigkeit von Geschäftsreisen hinterfragen. Dennoch dürften Geschäftsreisen nicht so schnell verschwinden. Besonders nicht in Ländern mit stark wachsenden Volkswirtschaften."
Aber klar, die € 35,00 Gebühren sind schuld... .
Beitrag vom 13.08.2025 - 08:08 Uhr
Wenn es aber stimmt, dass Deutschland beim Wachstum im Luftverkehr ziemlich am Ende der europäischen Staaten liegt, dann muss man fragen, was in Deutschland anders ist als in anderen Ländern. Da die Deutschen ja anscheinend gerne fliegen (siehe aktuellen Artikel
https://www.aero.de/news-50489/In-den-Urlaub-gerne-per-Flieger.html
… scheint die These weniger mit mangelnder Nachfrage zu tun zu haben.
Angebot Insgesamt ggü 2019 : -20%
Touristisches Angebot ggü 2019: +34%
Die Schlussfolgerung ist doch ganz eindeutig, oder?
Der Zuwachs im touristischen Angebot weit über den Stand von 2019 hinaus belegt ganz deutlich, dass die Standortkosten in DE nicht zu hoch sind.
Das ist aber sehr gewagt ;-) Es gibt viel zu viele Variablen, die die Passagiere zu den touristischen Angeboten gebracht haben könnten und nicht immer ist da klar, welche Inklusivleistung evtl. den Fluganteil subventioniert hat. Auch globale Krisen lassen die Kunden die Urlaubsregion eher in der Nähe suchen, als in der Welt.
Ich will das ja nicht ausschließen, aber "ganz eindeutig"?
IIRC, hat mir hier in diesem Forum mal ein gewisser contrail55 erklärt, das touristische Angebot sei das Preissensibelste, was bei der Vielzahl der Angebote, die sich weitgehend nur im Preis unterscheiden, sicher auch richtig ist.
Ja, das ist auch immer noch so. Laut TUI ist das mit Abstand wichtigste Kriterium Preis/Leistung. Daher eine starke Zunahme der Türkei ( Währung) Pauschal (Mischkalkulation des Endpreises) und All-Inklusiv (psychologischer Reiz einen super Deal zu haben). Wenn die Türkei billiger ist, als die Ostsee, dann verlagern sich die Ziele.
Wenn dieses also gewaltig wächst, zeigt das mMn schon sehr eindeutig, dass Fliegen an sich nicht zu teuer für die Masse der Kunden geworden ist
Jein, denn nicht immer ist der Flugreis klar, sondern das Gesamtpaket entscheidend. Irgendwer zahlt natürlich die Mehrkosten, sicher ein Teil der Kunde, ein Teil die Airline und ein Teil der Veranstalter und ein Teil das Hotel usw.
Stattdessen verlagern sich nur die Schwerpunkte der Kunden: Touristische Flüge werden stark nachgefragt.
Dagegen gibt es offenbar einen starken Rückgang bei den Geschäftsflügen, für die - für die meisten Anwendungsfälle - in 2025 hervorragende und akzeptierte Internet-basierte Alternativen existieren, auch wenn das in Luftfahrtkreisen gerne negiert wird.
Wenn eine Airline also nicht wächst, bietet sie offenbar ein schlecht nachgefragtes Produkt - Geschäftsreisen - an, das von der Zeit überholt wurde.
Also wie kommt der BDL jetzt trotz eines boomenden Touristik-Geschäfts darauf, die "staatlichen Belastungen" wären zu hoch?
Weil der Anteil des Touristik-Geschäfts einerseits zu klein und zu saisonal ist,
Wofür zu klein?
Um nur davon leben zu können.
Der BDL macht eine absolute Aussage ( staatliche Belastungen zu hoch ), die unterstellt, die genannten 35€ müssten ein paar € billiger sein, dann würden mehr Geschäftsreisende fliegen.
Aber Touristen fliegen trotz dieser 35€ immer mehr?
Nein, siehe oben.
andrerseits, was wäre wohl alles möglich gewesen, wenn die "staatlichen Belastungen" niedriger gewesen wären.
OK, wir alle wollen wohl gerne mehr verdienen, ohne mehr dafür zu tun.
Dazu noch, unsere liebste Ferienfluggesellschaft.
"Unsere liebste" ... Da sie keinen Gewinn macht, fällt FR wohl aus... Condor?
90% Auslastung und dennoch kein Gewinn. Da ließen sich wohl nicht alle "staatlichen Belastungen" 1:1 an den Kunden durchreichen. Sonst müssten die doch, bei diesen Zahlen, bombig verdient haben, bei immerhin 1/3 Veranstaltergeschäft.
Keine Ahnung, wie Condor ihre Preise kalkuliert und was da alles abbezahlt werden muss.
Wie kommen Sie drauf, das wäre alleine aufgrund der staatlichen Belastungen so?
Sag ich ja nicht, aber es spiel eine Rolle. Die Preise, die eine Airline am Markt realisiert sind bekannt und dort akzeptiert. Wenn jetzt nur ein € pro Passagier mehr bei der Airline hängen bleiben würde, weil die Gebühren sich entsprechend senken... Da bleibt bei Airlines in anderen Märkten vom Endpreis mehr hängen. Hatten wir aber schon ausreichend diskutiert. ;-)
Warum ist es für viele Luftfahrt-Mitarbeiter so unvorstellbar, dass der klassische Geschäftsreisende eine aussterbende Art ist?
Gute Frage.
Dieser Beitrag wurde am 13.08.2025 08:20 Uhr bearbeitet. Beitrag vom 13.08.2025 - 08:19 Uhr
Dass deutsche Unternehmen im voraussichtlich dritten Rezessionsjahr eher vorsichtig und sparsam sind, ist nachvollziehbar. Wenn der Staat dann noch die Hand aufhält und viele Angebote im Luftverkehr unwirtschaftlich macht, ergibt sich halt die aktuelle Diskrepanz bei den Verkehrszahlen zwischen D und allen anderen Ländern. Es ist irrwitzig, zu behaupten, dass die Standortkosten keinen Einfluss auf das Angebot hätten.
Warum soll das irrwitzig sein? Selbst die gesamten "staatlichen Belastungen" von etwa 35€/Flug machen idR unter 1% des gesamten Reisepreises aus.
Auch das wurde hier schon mehrfach beschrieben. Die Airlines machen einen Bogen um D. Wenn ich richtig zusammengezählt habe, dann haben allein Ryan, Easy und Co 30+ Flugzeuge hier abgezogen (BDL sagt sogar 60), weil sie woanders mehr verdienen können. Das entsprechende Angebot an Konnektivität fehlt. Kurz VOR ITA Übernahme hat die LHG verkündet, das erste mal mehr Umsteiger um D herum gehabt zu haben als über die HUBs in FRA/MUC. Mit der entsprechenden Angebotsverknappung. Das LHG System routet die Kunden nach bestem Ertrag, da wird es über D weniger.
Und warum sollten bei gleichen Kostenaufschlägen ausgerechnet Geschäftsreisen unter den Standortkosten einbrechen, Tourismus aber boomen?
Das schreibt doch der BDL, wenn wir ihn schon als Quelle akzeptieren ;-) "So fehlen bis heute viele wichtige Städteverbindungen, die 2019 noch zentraler Bestandteil der internationalen Anbindung der deutschen Wirtschaftsregionen waren. Etliche Verbindungen, die vor der Pandemie teilweise mehrfach täglich geflogen wurden, sind heute nicht mehr im Flugplan zu finden." Weil sie sich nicht mehr rechnen, weil vom erzielbaren Preis zu wenig bei der Airline hängen bleibt. Der Geschäftsmann muss dahin, wo das Geschäft ist, der Tourist fährt dahin, wo es den besten Deal gibt. Das ist der Unterschied.
Es ist eher irrwitzig so eine so unterschiedliche Wirkung auf die verschiedenen Segmente hinzunehmen, und nicht mal zu begründen, warum sich das so selektiv auf Geschäftsreisen auswirken sollte.
Na ja, das hatten wir aber alles schon, muss man ja nicht immer wiederholen, wenn man im Thema ist.
Dieser Beitrag wurde am 13.08.2025 08:21 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 13.08.2025 - 08:26 Uhr
Es gibt auch Unternehmer, die scheinbar den Mehrwert von Flugverbindungen für die Wirtschaftsleistung einer Region erkennen:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/airline-skyhub-pad-ostwestfalen-102.htmlDieser Beitrag wurde am 13.08.2025 08:27 Uhr bearbeitet.Beitrag vom 13.08.2025 - 09:24 Uhr
Mal eine Anmerkung dazu, dass Fliegen in Deutschland besonders teuer geworden ist. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet über Italien:
"Besonders drastisch sind die Preiserhöhungen bei den Flügen: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Tarife für die Inlandsflüge im Durchschnitt um 40 Prozent gestiegen, obwohl die Treibstoffpreise im gleichen Zeitraum um 22 Prozent gesunken sind. Besonders unverschämt langen die Gesellschaften bei Flügen auf die bei den Urlauberinnen und Urlaubern beliebten Inseln Sizilien und Sardinien zu."
(Quelle:
https://www.rnd.de/reise/sommerurlaub-in-italien-ist-2023-so-teuer-wie-noch-nie-FP75GUA6XVGWXKKW6Q5QCQJGNA.html)
Ob es in Italien auch an den Gebühren liegt?
Beitrag vom 13.08.2025 - 10:19 Uhr
Also wie kommt der BDL jetzt trotz eines boomenden Touristik-Geschäfts darauf, die "staatlichen Belastungen" wären zu hoch?
Weil der Anteil des Touristik-Geschäfts einerseits zu klein und zu saisonal ist,
Wofür zu klein?
Um nur davon leben zu können.
Wir reden aktuell von Wachstumsraten, die dem BDL nicht hoch genug sind und von Geschäftsreisen, die noch nicht wieder auf dem Stand von 2019 sind.
Nicht davon, dass Airlines alleine vom Touristikgeschäft leben sollen.
Ich selbst -glaube- dass Geschäftsreisen in den nächsten Jahren weiter abnehmen werden. Viele meiner Kunden schnallen derzeit die Gürtel enger und akzeptieren vor Ort Meetings (entweder die eigene Teilnahme oder Kostenübernahme für unsere Anreise) nur noch in wenigen Ausnahmefällen.
Das gilt besonders für Europa, aber auch USA und in Asien.
Aber da kann ich natürlich falsch liegen.
Der Geschäftsmann muss dahin, wo das Geschäft ist, der Tourist fährt dahin, wo es den besten Deal gibt.
Der Geschäftsmann fährt dann halt nicht nur die letzten 50 sondern vielleicht die letzten 150km mit dem Auto oder der Bahn.
Und auch Touristen ballen sich ja nicht gerade dort, wo ausgerechnet die Flüge am billigsten sind.
Zu den wegfallenden Verbindungen: Ja, Angebot und Nachfrage beeinflussen sich gegenseitig. Von daher kann man im Nachhinein schlecht sagen was der Auslöser war.
Siehe dazu auch einen Post tiefer zu Paderborn.
Aber Zu FR und Easy: So what? Um so mehr Marktmacht und Preiskontrolle bekommen doch die verbleibenden Anbieter. Das sollte doch in der LH Chefetage eher gut ankommen...
Dieser Beitrag wurde am 13.08.2025 10:29 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 13.08.2025 - 10:21 Uhr
Es gibt auch Unternehmer, die scheinbar den Mehrwert von Flugverbindungen für die Wirtschaftsleistung einer Region erkennen:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/airline-skyhub-pad-ostwestfalen-102.html
Aus dem Artikel:
Bis Ende Mai bot die Lufthansa bis zu drei tägliche Verbindungen nach München an. Danach stellte das Unternehmen die Strecke ein. Zur Begründung hieß es, dass innerdeutsche Flüge nach und nach eingestellt würden, weil sie viel zu teuer geworden seien. Hohe Gebühren, etwa für Sicherheitskontrollen oder Flugsicherung, würden Ticketpreise unattraktiv machen.
Da sieht man, dass diese Unternehmer, die jetzt eigens eine Airline gründen, der LH auch nicht glauben, dass die Gebühren zu teuer geworden sind...
Also ja, kann schon sein, dass sich diese Strecke in der über-komplexen Struktur einer LH nicht mehr rentierte, oder sie anderswo dieses Flugzeug Gewinnbringender einsetzen kann. Aber nur weil bei jeder Streckenstreichung "staatliche Belastungen" als Grund angegeben werden, muss das ja noch lange nicht stimmen...
Dieser Beitrag wurde am 13.08.2025 10:27 Uhr bearbeitet.