Community / / US-Abgeordnete sehen Mitschuld bei P...

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Beitrag vom 31.05.2019 - 08:36 Uhr
Userjasonbourne
User (1654 Beiträge)
Und genau wegen solcher Aussagen muss die B737Max am boden bleiben und eine komplette Zulassung durch die EASA bzw. das Pendatn in China durchlaufen.

Diese Aussagen zeugen von geballter Inkompetenz, und sprechen den Leuten die Fähgikeit ab eine Luftaufsichtsbehörde zu leiten. Für Abgeordnete gilt ja leider, das auch Dummheit gewählt werden kann, bzw. das es wahrscheinlich sogar oft gewählt wird.

Die Lion Air Piloten haben ein stall warning, einen stick shaker und unreliable air speed / data.
Was macht ein Pilot da wohl? Richitg, das was ihm antrainiert wird, instinktiv geschwindigkeit aufbauen. Hat bisher jeder der Ahnung hat und selber geflogen ist bestätigt.
Lion Air ist ja zuvor nur nicht abgestürtzt, weil der aufmerksame Pilot auf dem Jump seat das trimrad hat durchgehen sehen.

Ich kann mir auch schlecht vorstellen, das in der stab. runaway checkliste drin steht die geschwindkeit zu verringern.
Beide Crews haben in meinen Augen keine Chance gehabt, und die Simulationen hinterher haben das bestätigt.
Boeing und die FAA haben 346 Menschen auf dem Gewissen. Unter dem Wissen sollte man diese Aussagen beurteilen.
Und ja, der Mann gehört nicht an die Spitze einer Behörde, sondern hinter schwedische Gardinen. Wegen fahrlässiger Tötung von 346 Menschen.

Man sollte jetzt auf der Welt ganz genau hinschauen was die FAA da macht.
Beitrag vom 31.05.2019 - 09:17 Uhr
Userfliegerschmunz
User (175 Beiträge)
Und ein schnelles Flugzeug hat eine pitch up Tendenz, neigt also nicht gerade dazu, über die Nae abzutauchen. So ganz stimmig ist das alles nicht.
Beitrag vom 31.05.2019 - 10:51 Uhr
UserWMJH
User (29 Beiträge)
Aha, jetzt sehen die Abgeordneten als "Flugspezialisten" die Piloten als die Sündenböcke an... Will jetzt die Politik auf diesem Weg versuchen den Ruf von Boeing wieder aufzupolieren?
Beitrag vom 31.05.2019 - 11:03 Uhr
UserLunte
User (229 Beiträge)
@ jasonbourne
Die Kiste ist schon mal vom Projekt her inakzeptabel da die stärkeren Triebwerke weiter nach vorne verlagert wurden und somit bei starker Schuberhöung tendieren den pitchup Momment in einen kritischen angle of attak
zu rotieren , das MCAS ist diesbezüglich nicht mehr und nicht weniger eine echt kriminelle Lösung.
Die Passagiere sollten genau hinschauen dann löst sich das Problem von alleine.Warum die Piloten mit dem nötigen "memory item" nicht vertraut waren wird man wohl in den Tainingsprotokollen aufspühren und die Verantwortlichen
zu Rechenschaft ziehen.
Beitrag vom 31.05.2019 - 11:19 Uhr
Userunlimited_sky
User (18 Beiträge)
Da haben ja die richtigen Experten gesprochen!
Derartige Einlassungen sind an Dreistigkeit kaum zu überbieten
Beitrag vom 31.05.2019 - 11:41 Uhr
Userfbwlaie
User (4188 Beiträge)
Mitschuld?
Also hat Boeing auch (Mit)Schuld!!!

Die Piloten hätten besser trainiert sein müssen... auf einem Sim aber nicht?

Boeing hätte vernünftig geprüfte 737NG/MAX Sim bereitstellen müssen.
Boeing hätte die AoA-Sensor Datenqualität verbessern können! Ein Sensor reicht nicht!
Minimum sind drei Sensoren.
Boeing hätte die Qualität der manuellen Trimmung (in allen Höhen bei allen Geschwindigkeiten) verbessrn müssen, was angeblich gemäss Zertifizierung nötig ist.
Boeing hätte überprüfen müssen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit MCAS aktiv wird und wie agressiv MCAS die Trimmung verändern muss.
Boeing hätte die Piloten über die aktiven "Helfer" wie MCAS auch im Flug informieren können!

Was ist die Lösung?

Ganz einfach: Jeder geht in sich und löst die Fehler bzw. Probleme, für die er verantwortlich zu machen ist!


Beitrag vom 31.05.2019 - 11:48 Uhr
Usermenschmeier
User (435 Beiträge)

Die Kiste ist schon mal vom Projekt her inakzeptabel da die stärkeren Triebwerke weiter nach vorne verlagert wurden und somit bei starker Schuberhöung tendieren den pitchup Momment in einen kritischen angle of attak

Das ist in sofern nicht ganz korrekt, weil das CFM Leap 1B nicht mehr Schub liefert als es das CFM56 getan hat. Beide haben in ihrer stärksten Form 130kN Schub als Startleistung. Und Beide gibt es für die entsprechenden Modelle in, durch Software, abgeschwächten Varianten.

Das Flugzeug ist ja auch fast gleich geblieben, man braucht somit auch nicht mehr Schub.

Die Aussagen der Abgeordneten kann man eigentlich nur als uninformiert und politisch motoviert stehenlassen.
Beitrag vom 31.05.2019 - 12:24 Uhr
Userjasonbourne
User (1654 Beiträge)
Und ein schnelles Flugzeug hat eine pitch up Tendenz, neigt also nicht gerade dazu, über die Nae abzutauchen. So ganz stimmig ist das alles nicht.

Das ist zu beweisen. DIe Flugenvelope wird in höhe und steigendem speed kleiner, ob die B737max bei steigendem V einen pitch moment liefert weiss ich nicht.

Was ich aber weiss ist das bei stall die pilotenausbildung schub hoch war/ ist. War ein großes thema beim AF A330, und ich erinnere mich an die Aussagen von Piloten z.b. auf Leeham von Björn Fehm wo er genau diese Aussage trifft: Das ein guter Pilot erstmal Geschwindigkeit aufbaut, wenn er ein stall warning kriegt.
Macht auch absolut Sinn: Geschwindigkeit und Höhe, das sind die beiden Faktoren die in unklaren Situationen den Flieger in der Luft halten.

Menschliche Komponenten spielen oft eine Rolle bei Abstürzen, das dürfte einer der wenigen Fälle sein in denen man die Crews nach aktuellen Informationen freisprechen kann.
Lion AIr wusste nicht das es MCAS gibt, sie wurden unzureichend geschult. Sie haben die Prozesse befolgt und nach Checklisten gesucht, die Situation war für sie absolut neu. Wiedersprüchliche Informationen, Stall warning und gleichzeitig nose down trim.
Vermutlich wären nahe 100% aller B737 crews in dieser situation abgestürzt.

Ethopian hat das Problem immerhin erkannt, die checkliste die Boeing vorgegeben hat befolgt - und der witz ist das angeblich Boeings eigener Testpilot im Sim mit Ethopian und der Checkliste auch fast gecrashed wäre. Kleinlaut hat Boeing dann mal eben noch einen Fehler im Sim eingeräumt.

Und dann stellt sich der oberste Verantwortliche der Zulassung dieser Scheisskiste hin und meint die Piloten waren schuld?
Er hat doch seinen Job nicht gemacht, das Boeing selbst zertifizieren lassen und dann durchgewunken. Schon das 2. Mal, die 87 hat ja auch keiner vergessen.
Da sind ja Dinge über MCAS bekannt geworden, die hat man in der Luftfahrt für nicht mehr möglich gehalten.
Der FAA Typ müsste ganz leise sein.
Viel von dem Mist geht auf seine Kappe.
Beitrag vom 31.05.2019 - 12:56 Uhr
Userinop
User (7 Beiträge)
Es ist nicht grundsätzlich die Geschwindigkeit, die erhöht werden muss.
Der AOA ist entscheidend. Ein secondary Stall kann auch bei 320 Knoten auftreten, wenn die G-Load und der AOA zu hoch sind.
Der Envelope lässt bei Null G eine Speed weit unter Vs zu, ohne dass die Strömung abreißt.Da liegt der Angle of Attack etwa zwischen 1 und -2.
In den 7 Jahren in den ich B737 geflogen bin war es vollkommen unerheblich, was den Misstrim ausgelöst hat. Das schalten der Cut-off Switches hat immer zur uneingeschränkten manuellen Kontrolle geführt. Vorher konnte durch Nutzung der Trim-Toggle Switches am Steering wheel der Trimlauf aufgehalten werden.
Die Trimmung danach per Handkurbel wieder in den neutralen Zustand zu bringen, war nur eine Frage der persönlichen Schnelligkeit.
Ist das heute alles anders?
Ich fürchte, Basic Flying und Systemknowlege sind der Schlüssel.
Und das ist Aufgabe der Piloten.

Erste Golden Rule von Airbus: Fly the Aircraft. Dem wird Boeing nicht widersprechen.
Beitrag vom 31.05.2019 - 13:57 Uhr
UserLP
User (125 Beiträge)
Es ist sicher möglich, dass die Crews letztendlich einen Beitrag zu den Abstürzen geleistet haben. Wir wissen alle nicht, was sich genau wie zugetragen hat. Hoffentlich wird fair ermittelt und die Öffentlichkeit fair informiert. Das das Ding gegroundet ist, zeigt ja wohl trotzdem ein grundsätzliches Problem des Fliegers. Das jetzt (Natürlich von US-Politikern.) probiert wird, den Fokus auf die Piloten zu lenken, zeugt vom „Überfordertsein“ der Beteiligten, mit der Situation umzugehen.
Hier haben einige einen „Riesenschiß“, wie es denn weitergeht mit diesem Flieger.
Beitrag vom 31.05.2019 - 13:59 Uhr
Useraeroshari
User (3 Beiträge)
in meiner 20 Jahre alten 737/300 Checklist steht als Memory items:

Condition: Continuing rotation of the stabilizer trim wheel in a manner not appropriate for flight conditions

CONTROL COLUMN HOLD FIRMLY

AUTOPILOT (if engaged) DISENGAGE

Do not re-engage the autopilot

Control airplane pitch attitude manually with control column and main electric trim as required

if runaway continues

STABILIZER TRIM CUTOUT SWITCHES CUTOUT

if runaway continues:

STABILIZER TRIM WHEEL GRASP AND HOLD

STABILIZER TRIM MANUALLY

Anticipate trim requirements

Complete the normal DESCENT -APPROACH CHECKLIST and LANDING Checklist

Establish proper airspeed and in-trim condition early on final approach

Wenn sich beide Crews daran oder die für sie gültige Checklist (!!! Memory Items!!!) gehalten hätten, würden sie heute noch fliegen
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die 737max keine oder völlig andere Non-Normal Procedures hat.


Beitrag vom 31.05.2019 - 14:23 Uhr
UserKate Austen
User (456 Beiträge)
Welche Fachkompetenz haben diese Abgeordneten des US-Kongresses?
Beitrag vom 31.05.2019 - 14:42 Uhr
Userinop
User (7 Beiträge)
@aeroshari
So sehe ich das auch.

Das Grounding fand in der Folge als Reaktion auf den Druck der Öffentlichkeit, dem Misstrauen und der Unkenntnis über das eigentliche Problem statt.
Möchte ja niemand glauben, dass es nur an schlecht trainierten Piloten liegt....

Aber als der Pilot auf dem Jump des Lion Air Fluges die Switches ausgeschaltet hatte, war alles picobello.
Da war die Technik auf einmal nicht übermächtig.
Und keiner zieht Rückschlüsse....
Beitrag vom 31.05.2019 - 14:50 Uhr
Usermenschmeier
User (435 Beiträge)
@aeroshari
So sehe ich das auch.

Das Grounding fand in der Folge als Reaktion auf den Druck der Öffentlichkeit, dem Misstrauen und der Unkenntnis über das eigentliche Problem statt.
Möchte ja niemand glauben, dass es nur an schlecht trainierten Piloten liegt....

Aber als der Pilot auf dem Jump des Lion Air Fluges die Switches ausgeschaltet hatte, war alles picobello.
Da war die Technik auf einmal nicht übermächtig.
Und keiner zieht Rückschlüsse....

Die Ethiopian Piloten haben sich zunächst daran gehalten. Das man das Trimwheel bei der Geschwindigkeit nicht bewegen kann, ist bekannt und mehrfach bewiesen. Inkl Simulatorvideos usw.

Die LionAir Crew des vorangegangen Fluges hat nur Glück gehabt, dass der dritte Pilot das Vertrimmen früh genug bemerkt und unterbrochen hat.

Somit widerspreche ich Ihnen genauso vehement, wie sie die Piloten verantwortlich machen wollen.

Beitrag vom 31.05.2019 - 15:08 Uhr
Userinop
User (7 Beiträge)
Somit stellt sich also die Frage, wie lange brauche ich als Pilot, die sich Änderung Situation einzuschätzen und zu handeln.
Handle ich bei einem TCAS Event erst nach 50 Sekunden, dann habe ich eben auch nicht alles richtig gemacht.
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