"Winterruhe"
Älter als 7 Tage

Flughafen Zweibrücken droht das endgültige Aus

Flughafen Zweibrücken
TUIfly B737 in Zweibrücken, © Flughafen Zweibrücken

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ZWEIBRÜCKEN - Der Flughafen Zweibrücken muss seinen Betrieb in wenigen Tagen zunächst einstellen. Von Dienstag (4. November) an gilt eine "Winterruhe", wie Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner am Donnerstag ankündigte. Die meisten der zuletzt noch rund 100 Mitarbeiter werden freigestellt.

Zugleich sollen aber die Gespräche mit potenziellen Investoren weiterlaufen. Flüge sollen weiterhin möglich sein, wenn Geld für den Betrieb da ist. Das Schicksal des pfälzischen Regionalflughafens dürfte an diesem Freitag (heute) auch die Landespolitik beschäftigen.

Der defizitäre Flughafen hatte im Juli Insolvenzantrag gestellt. Er muss nach dem Willen der EU-Kommission 47 Millionen Euro an unrechtmäßigen Staatsbeihilfen zurückzahlen, hat aber nicht das Geld dafür. Außerdem verbieten neue EU-Leitlinien Subventionen für zwei Airports, die weniger als 100 Kilometer auseinanderliegen. Dabei hat Zweibrücken gegen den Flughafen Saarbrücken verloren.

Nach Angaben des Flughafenverbandes ADV ist erstmals in Deutschland ein Airport aus diesen Gründen in seiner Existenz bedroht. Eine Pleite könnte Schätzungen zufolge bis zu 240 Stellen betreffen - 120 beim Flughafen, die übrigen bei ansässigen Dienstleistern und anderen Firmen mit Airport-Bezug.

Für eine Weiterbeschäftigung der freigestellten Mitarbeiter oder eine Transfergesellschaft fehlten die Mittel beziehungsweise die finanzielle Unterstützung, sagte Plathner. "Wir haben deshalb keine andere Wahl, als die Mitarbeiter freizustellen." Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat getroffen worden. Zu den Gesprächen mit potenziellen Geldgebern sagte er, die Frist zur Abgabe verbindlicher Angebote laufe noch. Die Vorstellungen der verschiedenen Interessenten reichten von der Fortführung eines Flughafenbetriebs bis zur Stilllegung und anderweitigen Nutzung des Geländes.

Der Flughafenbetrieb kann nur dank einer Finanzspritze des Touristikfliegers Tuifly bis Anfang November aufrechterhalten werden. Plathner hatte sich deshalb noch im Oktober mit potenziellen Investoren einigen wollen. Zugleich hatte er am Airport ansässige Firmen um 110 000 Euro gebeten, um im November weitermachen zu können - falls kein Investor anbeißt.
© dpa-AFX | 31.10.2014 06:51


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