"überhöhte Fluggebühren"
Älter als 7 Tage

Sachsen hofft auf Ryanair-Rückkehr

Ryanair Boeing 737 MAX 8200
Ryanair Boeing 737 MAX 8200, © Ryanair

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DRESDEN - Ryanair weg, Millionenverluste, drohende Finanzlücke: Warum die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden um ihre Zukunft bangen - und wie Kretschmer auf mehr Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Prag drängt.

Nach einem Treffen mit Ryanair dringt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer auf deutlich niedrigere Flugabgaben in Deutschland. "Ryanair hat heute zu Recht ein wichtiges Thema angesprochen: Die überhöhten Fluggebühren sind längst ein gesamtdeutsches Problem", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur nach einem Gespräch mit der Fluggesellschaft und der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG).

Die jüngste Entlastung durch die Bundesregierung gehe nicht weit genug. "Die moderate Steuersenkung der Bundesregierung reicht bei weitem nicht aus. So können wir im internationalen Wettbewerb - und als Freistaat Sachsen insbesondere im Vergleich zu Prag - nicht bestehen", betonte Kretschmer. Die MFAG soll nun weitere Gespräche mit Ryanair führen. "Wir wollen Ryanair zurück nach Sachsen holen", sagte er.

Ryanairs Rückzug und die rote Bilanz der Flughäfen

Hintergrund des Austauschs sind mögliche Weichenstellungen für eine Rückkehr der irischen Billigfluggesellschaft an die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden. Ryanair hatte im vergangenen Jahr bereits angekündigt, sich weiter aus Deutschland zurückzuziehen. Dresden und Leipzig werden unter anderem seit diesem Jahr nicht mehr angeflogen.

Gleichzeitig steckt die MFAG wirtschaftlich tief in den roten Zahlen. Die Dachgesellschaft der beiden Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden hat im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 53,5 Millionen Euro ausgewiesen. Die Umsatzerlöse gingen um 2,9 Prozent auf 186,2 Millionen Euro zurück, das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag bei minus 39,3 Millionen Euro.

Vorstandschef Götz Ahmelmann hatte den Zeitungen "Leipziger Volkszeitung" und "Sächsische Zeitung" jüngst erklärt, das negative Ergebnis sei eingeplant gewesen und kein Zeichen eines Kontrollverlusts. Das Jahr sei ""tark von notwendigen Aufwendungen für die Restrukturierung geprägt" gewesen. Für die begonnene Sanierung fielen zusätzliche Kosten für Gutachten, Beratungen und erste Umsetzungsschritte an.

Countdown bis 2027 - Dann könnte das Geld wieder fehlen

Die MFAG steht seit Jahren unter Druck. Eine akute Finanzkrise konnte im vergangenen Jahr abgewendet werden - durch zusätzliche Bankkredite und Zuschüsse der beiden Gesellschafter Sachsen und Sachsen-Anhalt. Eine Finanzierungslücke von 145 Millionen Euro wurde damit geschlossen, der Betrieb zunächst bis Ende 2026 gesichert.

Doch ab 2027 droht neue Unsicherheit: Sachsen-Anhalt hat angekündigt, sich künftig nicht mehr an den Verlusten des defizitären Flughafens Dresden zu beteiligen.
© dpa | 01.12.2025 16:42

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Beitrag vom 03.12.2025 - 21:59 Uhr
Das lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten. Man hat den Vertrag mit DHL zu erhöhten Gebühren bis weit in die Zukunft verlängert, aber scheinbar trotzdem nicht für den Flughafen ausreichenden Beträgen. Und Ryanair kommt sicher nur zurück, wenn es reichlich Marketingzuschüsse o.ä. gibt. Das mag zwar helfen die Fixkosten auf eine größere Anzahl von Starts/Landungen zu verteilen, wird aber kaum reichen um profitabel zu werden. Und wenn die Vergünstigungen auslaufen ist Ryanair wieder weg. Wie soll da ein dauerhaft profitables Geschäft entstehen? Und scheinbar zieht auch das Argument mit den Arbeitsplätzen nicht so, wenn sich Sachsen-Anhalt an der Dauersubventionierung nicht mehr beteiligen will.
Beitrag vom 01.12.2025 - 18:41 Uhr
Er ist vielleicht ein Stück weiter-gerutscht, aber gefallen ist er nicht. Desolate Airports sind das Jagdrevier von Ryanair. Man könnte auch aus (eigener und fremder) Erfahrung wissen, dass man mit dieser Airline keine großen Gewinne machen wird. Die macht die Airline, aber nicht ihre "Partner".
Beitrag vom 01.12.2025 - 18:09 Uhr
Klingt fast so als sei der Groschen gefallen. Ohne Verkehr keine Einnahmen, und ohne Einnahmen wird man wirtschaftlich auf keinen grünen Zweig kommen.

Und auf viel mehr als Ryanair mit schlanken Kosten und dünnen Margen braucht man in LEJ und DRS außerhalb des Türkei- und Ägyptengeschäfts in erster Instanz wohl nicht zu hoffen.

Ganz nebenbei scheint das boomende Frachtgeschäft für die MFG AG nicht allzu lukrativ zu sein.


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