Flug GL415
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Air-Greenland-Crew rettet Cessna aus Luftnotlage

NUUK - Im Nirgendwo über Grönland gerät eine Cessna in arge Bedrängnis. Erst muss der Pilot eins der beiden Triebwerk abschalten, dann fallen Navigationshilfen aus. Eine Crew von Air Greenland hört die Notrufe mit, eilt der Cessna zur Hilfe und leitet das Flugzeug sicher an den nächsten Flughafen.

Am 14. November brechen vier Menschen mit einer zweimotorigen Cessna zu einem Überführungsflug von Goose Bay in Kanada in Richtung Narsarsuaq auf. Etwa 45 Minuten vor dem Ziel verliert ein Triebwerk Öl und muss abgeschaltet werden, der Pilot erklärt eine Mayday-Notlage. Sofort entsendet das Joint Arctic Command in Halifax einen Helikopter und eine Hercules C-130.

Air-Greenland-Crew rettet Cessna
Air-Greenland-Crew rettet Cessna, © Air Greenland, Archivbild

Zeitgleich fliegt Air Greenland GL415, eine Dash 8-200 mit 27 Passagieren plus Crew, Schleifen über
Narsarsuaq. Wegen schlechtem Wetter können die Piloten nicht landen und hören im Funk mit, wie sich die Lage der Cessna zuspitzt.

Eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf meldet deren Pilot, dass nun auch Navigationsinstrumente ausgefallen seien und er sich nur noch mit einem GPS-Gerät orientiere.

Ein Instrumentenflug ohne sichere Navigation und ohne freie Sicht zum Boden ist im winterlichen Grönland selbst mit einem heilen Flugzeug kein ratsames Unterfangen. In Schlechtwetter und mit einem abgeschalteten Triebwerk kann soetwas böse enden.

Doch jetzt beginnt Air Greenland GL415 eine eigene Rettungsmission. Die Piloten drehen aus der Warteschleife ab, informieren die Passagiere und fliegen in Richtung Cessna. Zuvor hatten sie dem Cessna-Piloten bereits dringend geraten, wegen des schlechten Wetters nicht nach
Narsarsuaq zu navigieren.

Als Ausweichflughafen bietet sich Paamiut, auf halbem Weg zwischen Nuuk und Narsarsuaq, an. Die Air-Greenland-Crew spürt die in Not geratenen als erste auf. Sichtkontakt. In 9.000 Fuß Höhe heftet sich die Cessna an die Dash-8, beide Flugzeuge setzen Minuten später sicher in Paamiut auf.

Über den Vorfall berichtet das Joint Arctic Command auf seiner Facebook-Seite und lobt den Einsatz der Air-Greenland-Piloten: "Gut gemacht."

SOS über dem Pazifik

Das Ereignis in Grönland rief bei mehreren Lesern Erinnerungen an die später verfilmte Rettung einer Cessna 188 wach, deren Pilot im Dezember 1978 auf dem Weg zur Norfolkinsel vom Kurs abgekommen war. Eine DC-10 von Air New Zealand spürte die Cessna nach stundenlanger, nervenaufreibender Suche über dem Südpazifik auf.
© aero.de | Abb.: Air Greenland, Archivbild | 16.11.2016 16:32


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