Joint-Venture-Idee
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Landet Condor bei Lufthansa und Tui?

Condor Airbus A321
Condor Airbus A321, © Thomas Cook

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FRANKFURT - Condor ringt um einen staatlichen Überbrückungskredit. Die Airline sucht nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Thomas Cook einen sicheren Hafen und braucht bis zu 200 Millionen Euro für den Neustart. Lufthansa und Tui gelten als logische Adressen - greifen am Ende beide zu?

Die gescheiterte Rettung von Thomas Cook sorgt an vielen Flughäfen für lange Schlangen und lange Gesichter - aber Condor fliegt plangemäß.

Um nicht in den Sog der Cook-Insolvenz zu geraten, aktiviert das Management um Ralf Teckentrup einen Notfallplan: "Um Liquiditätsengpässe bei Condor zu verhindern, wurde ein staatlich verbürgter Überbrückungskredit beantragt", teilte Condor nach dem Wochenende mit. Laut dpa geht es um rund 200 Millionen Euro.

Bundesregierung prüft Kreditvergabe

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat eine Entscheidung der Bundesregierung darüber "in den nächsten Tagen" angekündigt. Altmaier sagte, die Schwierigkeiten seien durch die Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook entstanden. "Es sind keine hausgemachten Probleme."

Es seien vor einigen Tagen Anträge auf Überbrückungskredite eingegangen. Es sei aber wichtig, die üblichen Verfahren anzuwenden. Die Anträge würden in Übereinstimmung mit der Bundeshaushaltsordnung geprüft. Das Wirtschaftsministerium stehe in engem Kontakt mit dem Finanz- sowie Verkehrsministerium.

"Das Geld wird nur fließen, wenn Condor einen überzeugenden Geschäftsplan vorlegt", sagte ein mit den Vorgängen vertraute Person aero.de am Montag. Dafür seien neue "finanzstarke, strategische Partner" erforderlich "und die Suche läuft".

Tatsächlich hat Condor in den letzten Wochen bereits Kontakte geknüpft. Lufthansa wartet nach einem Ende Juni abgebrochenen Anlauf an der Seitenlinie.

"Es gibt keine Pläne der Lufthansa, in das Reiseveranstaltergeschäft einzusteigen, und daher gibt es auch kein Interesse an Thomas Cook", sagte ein Lufthansa-Sprecher der "Welt", ließ am Montag aber offen, ob die Absage auch weiterhin für Condor gilt.

Denn laut Insidern verhandeln Lufthansa und Condor seit Wochen intensiv über ein gemeinsames Flugangebot. Lufthansa prüfe "kontinuierlich, wie wir unseren Kunden auch durch Kooperationen zusätzliche Reisemöglichkeiten bieten können", sagte ein Lufthansa-Sprecher aero.de dazu erst vergangene Woche.

Auch bei Tui stehen die Türen für eine Partnerschaft mit Condor offen. Das "Handelsblatt" erfuhr von Gesprächen über einen gemeinsamen Ferienflieger. In ein solches Joint Venture würde Tui-Chef Friedrich Joussen demnach auch den Flugbetrieb einbringen - und dann Kontingente buchen.

Investorenlösung

Seit Montag wird in der Branche über eine dritte Möglichkeit spekuliert: Condor könnte in einem Joint Venture aufgehen und sowohl für Lufthansa als auch für Tui fliegen. Die Konzerne würden in diesem Modell jeweils nur Minderheitsanteile zeichnen - die Mehrheit des Unternehmens ginge an Investoren.

Es gebe ein hohes Interesse auch bei Finanzinvestoren, sagte ein Condor-Sprecher. Bei einem möglichen Verkauf hätte der Insolvenzverwalter des britischen Reisekonzerns allerdings ein wichtiges Wort mitzureden.

Schwarze Zahlen

Condor hat zuletzt angedeutet, den operativen Gewinn von 43 Millionen Euro aus dem letzten Geschäftsjahr im aktuellen noch zu übertreffen. Das könnte eine Joint Venture-Lösung beschleunigen. Doch für den Weg dahin braucht die Airline staatlichen Rückenwind - eingeplante Wintereinnahmen von Thomas Cook fallen weg.

"Wir sind ein profitables Unternehmen mit 4.900 hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", sagte Condor-Sprecher Johannes Winter der "Tagesschau". "Jetzt fehlt nur noch ein staatlich verbürgter Überbrückungskredit."
© aero.de | Abb.: Condor | 24.09.2019 09:03

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Beitrag vom 09.10.2019 - 19:23 Uhr
LH signalisiert Interesse an AZ. Irgendwas macht Condor falsch.

ich glaube nicht das Condor aktuell etwas falsch macht.

Sondern die Perspektive ist einfach nicht da.
Condor hat eine komplett veraltete Flotte. Nach aussen sah das wohl so aus als wäre der Laden profitabel, aber diejenigen die sich die zahlen angeschaut haben, haben dann nicht zugeschlagen.
Wenn man die Investitionen halt bei 0 hat, ist man profitabel, hat aber trotzdem keine Zukunft.
Die ist ohne die TC Kunden sicher nicht besser.

Ein potenzieller Investor steht nicht nur vor einer mehrere Mrd. $ teuren Flottenentscheidung, er riskiert auch von Tag 1 absolute Kampfpreise auf den Routen die die LH Group gerade gecovert hat.

In meinen Augen ist die Condor ein Laden der nur durch ausbleibende Investionen marginal profitabel ist, dazu mit Risiko und hohen Investitionskosten kommt.
Dieses Szenario schreckt meiner Meinung nach Investoren ab.
Beitrag vom 09.10.2019 - 17:18 Uhr
LH signalisiert Interesse an AZ. Irgendwas macht Condor falsch.
Beitrag vom 09.10.2019 - 16:44 Uhr
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