BERLIN - Emirates bemüht sich seit Jahren um ein fünftes Tor zu Deutschland. Die Airline hat ihre Vorstellungen jetzt offenbar in der Politik durchgesetzt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur "Bloomberg" wird Emirates noch 2026 eine Linie mit Boeing 777-300ER nach Berlin etablieren.
Emirates verbindet ab Dezember 2026 den BER mit ihrem Drehkreuz Dubai. Das meldet "Bloomberg" unter Berufung auf eingesehende Unterlagen.
Eine Bestätigung steht aus, die VAE hatten sich laut Kreisen zuletzt aber wieder intensiver um eine Lockerung des Luftfahrtabkommens mit Deutschland aus den 1990er Jahren für Emirates bemüht.
Emirates darf unter bisherigen Regeln maximal vier deutsche Flughäfen bedienen. Eine Preisgabe eines anderen deutschen Zielflughafens - Frankfurt, München, Düsseldorf oder Hamburg - zugunsten einer BER-Strecke stand für Emirates nie zur Debatte. 2022 hatte die damalige Bundesregierung eine Lockerung des Abkommens noch abgelehnt.
Der neue Emirates-Vorstoß erfolgte mit Rückendeckung der deutschen Flughafen-Lobby, derzeit unter Vorsitz von BER-Chefin Aletta von Massenbach. Der Branchenverband ADV hatte sich Ende Dezember 2025 für "neue beziehungsweise erweiterte Luftverkehrsabkommen mit Drittstaaten" ausgesprochen - und sich damit gegen Lufthansa positioniert.
Wie weit die Verhandlungen um das Abkommen sind, blieb zunächst unklar. Eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage hierzu stand am Freitagabend aus. Emirates soll aber Slots am BER geblockt haben.
Lufthansa sieht ungleichen WettbewerbTransitströme über Golf-Drehkreuze trocknen das Asiennetz von Lufthansa seit Jahren aus. Ein erweiterter Marktzugang für Emirates ist für den Konzern ein rotes Tuch.
Lufthansa würde Konzessionen für Golfairlines lieber schleifen und übt regelmäßig Kritik am EU-Abkommen CATA mit Katar, das Flugbegrenzungen für Qatar Airways in der EU quasi auflöste.
"Aufgrund der schwerwiegenden Korruptionsvorwürfe muss das EU-Katar-Luftverkehrsabkommen umgehend ausgesetzt werden", forderte Lufthansa 2025 - und: "Zukünftige Reformen sowie Neuabschlüsse von Luftverkehrsabkommen müssen auf klaren Schlüsselkriterien basieren: Wettbewerbsneutralität, Reziprozität und wirksame Sanktionen."
Im politischen Lager konnte Lufthansa für diese Position auf Unterstützung aus Bayern und Hessen zählen - beide Länder warnten die Bundesregierung zuletzt eindringlich vor einer Schwächung der Lufthansa-Interkontdrehkreuze München und Frankfurt durch erweiterte Flugrechte für Airlines aus Drittstaaten.
© aero.de | Abb.: Emirates, Boeing | 30.01.2026 13:55
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Beitrag vom 02.02.2026 - 15:12 Uhr
Genau: "der Markt" bzw. die Märkte, auf denen Verbrenner nicht mehr gefragt waren, z.B. China...
Kombiniert mit dem Zögern deutscher Firmen, notwendige Änderungen an Modellpalette, Antrieben und Zubehör-Optionen proaktiv zu gestalten. Stattdessen wurde lange heftigst nationale Lobbyarbeit betrieben, damit "technologieoffene" Fantasie-Produkte wie der "hocheffiziente Vebrenner" oder "PTL für KFZ" nationale und EU Vorgaben beeinflussen.
Nicht nur die FDP ist hier physikalisch gesehen voll von der Rolle.
Der Verlust des chinesischen Marktes ist eine direkte Folge dieser reaktionären Modellpolitik. Deutschland war mal technisch führend. Aktuell klammern wir uns an die Vergangenheit, weil wir Angst vor Veränderungen haben.
Das wird der deutschen Industrie im Energiesektor nicht anders gehen, wenn konservative Fantasten auch hier ihren Willen durchsetzen. Schon heute sind die hohen Strompreise primär auf den hohen Anteil an Gas als Energiequelle zur Verstromung zurückzuführen.
Ein Anteil, der laut unserer aktuellen Wirtschaftsministerin sogar noch ausgebaut werden soll.
Unterdessen baut China jährlich mehr Solar zu als der Rest der Welt zusammen...
Hoffen wir mal dass zumindest Airbus sich diesem rückwärtsgewandten Trend entziehen kann. Und in dem Kontext hilft es sicher wenig, wenn wir zwar unsere Airlines vor Konkurrenz abschotten, diese Konkurrenz ihre Flugzeuge dann aber zukünftig bei Boeing kauft...
Dieser Beitrag wurde am 02.02.2026 15:30 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 02.02.2026 - 14:43 Uhr
Aktuell ein Streit um des Kaisers Bart: Nach wie vor ist nichts dazu entschieden. Und im Übrigen gilt die Maxime der Marktwirtschaft: das regelt alles der Markt.
Feinste Satire, das mit der Marktregelung. Dann bleibt in wenigen Jahren nichts mehr um zu verteilen wenn die großen Industrien in D diesen Kampf verloren haben.
Und wenn man genau hinschaut, ist es genau eine "Industrie", die mit ihrem enormen Gewinnrückgang das Gesamtergebnis ruiniert: die völlig verpeilte deutsche Autoindustrie, die aber immer noch Gewinne in Milliardenhöhe macht. Und den Gewinnrückgang hat letztlich wer verursacht? Genau: "der Markt" bzw. die Märkte, auf denen Verbrenner nicht mehr gefragt waren, z.B. China...
Und ja, das "sozial" hatte ich nicht erwähnt, weil es leider auch im Kernland der sozialen Marktwirtschaft nichts mehr zählt.
Und noch eins: es gibt wohl keine Alternative zur (globalen) Marktwirtschaft, die Globalisierung ist viel zu weit fortgeschritten. Ohne chinesische Vorprodukte würde die deutsche Elektro- und IT-Branche zusammenbrechen...und nicht nur die, was vor einigen Monaten die "Chipkrise" in der Autoindustrie zeigte.
Also: nicht Jammern, sondern Produzieren, und zwar Produkte, die "der Markt" auch braucht.
Beitrag vom 02.02.2026 - 13:16 Uhr
Aktuell ein Streit um des Kaisers Bart: Nach wie vor ist nichts dazu entschieden. Und im Übrigen gilt die Maxime der Marktwirtschaft: das regelt alles der Markt.
Die Zeiten, in den es "der" Markt regelt sind vorbei. Die Starken bestimmen über die Schwachen oder anders: Geld regiert die Welt. In Ländern mit Turbokapitalismus funktioniert das super, aber in Ländern mit sozialer Marktwirtschaft nicht. Denn hier werden die Starken dazu verdonnert, die Schwachen zu stützen, woraufhin ihnen dann die Kraft fehlt, gegen die anderen Starken zu bestehen.
Oder... nein, ein Wirtschaftsraum, der Menschenrechte hochhalten will, der Arme, Alte, Schwache stützen will, darf die üblichen Marktmechanismen nicht uneingeschränkt agieren lassen.
Genau, deshalb heißt es eben s_o_z_i_a_l_e Marktwirtschaft und das ist ein massiver Wert im globalen Wettbewerb.
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Kombiniert mit dem Zögern deutscher Firmen, notwendige Änderungen an Modellpalette, Antrieben und Zubehör-Optionen proaktiv zu gestalten. Stattdessen wurde lange heftigst nationale Lobbyarbeit betrieben, damit "technologieoffene" Fantasie-Produkte wie der "hocheffiziente Vebrenner" oder "PTL für KFZ" nationale und EU Vorgaben beeinflussen.
Nicht nur die FDP ist hier physikalisch gesehen voll von der Rolle.
Der Verlust des chinesischen Marktes ist eine direkte Folge dieser reaktionären Modellpolitik. Deutschland war mal technisch führend. Aktuell klammern wir uns an die Vergangenheit, weil wir Angst vor Veränderungen haben.
Das wird der deutschen Industrie im Energiesektor nicht anders gehen, wenn konservative Fantasten auch hier ihren Willen durchsetzen. Schon heute sind die hohen Strompreise primär auf den hohen Anteil an Gas als Energiequelle zur Verstromung zurückzuführen.
Ein Anteil, der laut unserer aktuellen Wirtschaftsministerin sogar noch ausgebaut werden soll.
Unterdessen baut China jährlich mehr Solar zu als der Rest der Welt zusammen...
Hoffen wir mal dass zumindest Airbus sich diesem rückwärtsgewandten Trend entziehen kann. Und in dem Kontext hilft es sicher wenig, wenn wir zwar unsere Airlines vor Konkurrenz abschotten, diese Konkurrenz ihre Flugzeuge dann aber zukünftig bei Boeing kauft...
Dieser Beitrag wurde am 02.02.2026 15:30 Uhr bearbeitet.
Feinste Satire, das mit der Marktregelung. Dann bleibt in wenigen Jahren nichts mehr um zu verteilen wenn die großen Industrien in D diesen Kampf verloren haben.
Und wenn man genau hinschaut, ist es genau eine "Industrie", die mit ihrem enormen Gewinnrückgang das Gesamtergebnis ruiniert: die völlig verpeilte deutsche Autoindustrie, die aber immer noch Gewinne in Milliardenhöhe macht. Und den Gewinnrückgang hat letztlich wer verursacht? Genau: "der Markt" bzw. die Märkte, auf denen Verbrenner nicht mehr gefragt waren, z.B. China...
Und ja, das "sozial" hatte ich nicht erwähnt, weil es leider auch im Kernland der sozialen Marktwirtschaft nichts mehr zählt.
Und noch eins: es gibt wohl keine Alternative zur (globalen) Marktwirtschaft, die Globalisierung ist viel zu weit fortgeschritten. Ohne chinesische Vorprodukte würde die deutsche Elektro- und IT-Branche zusammenbrechen...und nicht nur die, was vor einigen Monaten die "Chipkrise" in der Autoindustrie zeigte.
Also: nicht Jammern, sondern Produzieren, und zwar Produkte, die "der Markt" auch braucht.
Die Zeiten, in den es "der" Markt regelt sind vorbei. Die Starken bestimmen über die Schwachen oder anders: Geld regiert die Welt. In Ländern mit Turbokapitalismus funktioniert das super, aber in Ländern mit sozialer Marktwirtschaft nicht. Denn hier werden die Starken dazu verdonnert, die Schwachen zu stützen, woraufhin ihnen dann die Kraft fehlt, gegen die anderen Starken zu bestehen.
Oder... nein, ein Wirtschaftsraum, der Menschenrechte hochhalten will, der Arme, Alte, Schwache stützen will, darf die üblichen Marktmechanismen nicht uneingeschränkt agieren lassen.
Genau, deshalb heißt es eben s_o_z_i_a_l_e Marktwirtschaft und das ist ein massiver Wert im globalen Wettbewerb.