Airline-Pleite
Älter als 7 Tage

Lufthansa soll Adria-Airways-Lücke stopfen

Adria Airways Airbus A319
Adria Airways Airbus A319, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Nach der Insolvenz von Adria Airways richten sich die Blicke auf Frankfurt: die slowenische Regierung bittet Lufthansa und Fraport um Hilfe. Lufthansa will übergangsweise einige Flüge von Adria Airways übernehmen und so die Konnektivität zu den eigenen Drehkreuzen erhalten.

Eigentlich hätte Adria Airways bis zum heutigen Mittwoch Zeit gehabt, um der Luftfahrtaufsicht CAA einen tragfähigen Wirtschaftsplan vorzulegen. Die Airline nutzte diese Frist nicht mehr aus: am Montagabend meldete sich Adria Adria zahlungsunfähig und stellte den Flugbetrieb ein.

Das slowenische Wirtschaftsministerium ist laut "Reuters" an Lufthansa und Fraport herangetreten, um Flugausfälle zu verringern. Lufthansa soll mit einem Notflugplan übergangsweise für bis zu 50 Prozent der Adria-Airways-Flüge einspringen.

Adria Airways flog als Star-Alliance- und Codeshare-Partner für den Lufthansa-Verbund, Fraport ist am Flughafen Ljubljana beteiligt. Zumindest vorübergehend will Lufthansa Adria-Lücken im anlaufenden Winterflugplan stopfen. Der Konzern arbeitet nach Angaben eines Sprechers an einem Ersatzflugplan.

Das Provisorium liegt im eigenen Interesse: Adria Airways brachte slowenische Passagiere an die Lufthansa-Langstreckendrehkreuze Frankfurt, München, Wien und Zürich.

Folgegesellschaft oder Neugründung

Die slowenische Regierung hatte zuletzt erklärt, dass sie für rettende Finanzspritzen nicht zu haben sei. Frühere Versuche, einen strategischen Partner zu finden, um aus der schwierigen Finanzlage herauszukommen, waren gleichfalls gescheitert.

Adria Airways ist eine vergleichsweise kleine Fluggesellschaft mit rund 500 Mitarbeitern, die nach eigenen Angaben 20 Flugzeuge in der Flotte hat, darunter drei Airbus A319 sowie kleinere Maschinen vom Typ Bombardier und Saab. Sie bediente vor allem Destinationen in Westeuropa und auf dem Balkan.

Ursprünglich war die 1961 gegründete Airline im Staatsbesitz. 2016 wurde sie privatisiert und von der deutschen Finanzgruppe "4 K Invest "erworben. Seitdem verkaufte sie alle ihre Flugzeuge und leaste sie zurück. Dennoch soll sie Schulden in Höhe von 60 bis 90 Millionen Euro vor sich herschieben.

Der Investor sei nicht bereit, weiteres Geld nachzuschießen, sagte der slowenische Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek. Die Regierung will nun die Gründung einer Folgegesellschaft oder ganz neuen Airline prüfen.

Update 13:16 Uhr: Lufthansa-Airlines übernehmen Strecken

Lufthansa hat am Mittwoch folgenden Ersatzflugplan bekanntgegeben:

Von Mitte Oktober an verbinden Airlines der Lufthansa Group die Hubs Zürich, München und Frankfurt mit der slowenischen Hauptstadt Ljubljana.

Aus ihrem Heimathub Frankfurt startet Lufthansa mit Beginn des Winterflugplans am 27. Oktober zweimal am Tag mit insgesamt 14 wöchentlichen Verbindungen nach Ljubljana. Das Lufthansa Drehkreuz München folgt vom 1. November an mit sieben wöchentlichen Verbindungen.

Swiss startet vom 16. Oktober an ab Zürich zunächst mit fünf wöchentlichen Verbindungen nach Ljubljana. Vom 27. Oktober an erweitert die Airline die Frequenz für den Winterflugplan auf eine tägliche Verbindung.

Austrian Airlines bietet nach der Einstellung des Flugbetriebs von Adria Airways nach Ljubljana alternativ bis zu drei tägliche Verbindungen von Wien nach Klagenfurt.

© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Adria Airways, Ingo Lang | 02.10.2019 08:42


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