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Investorengruppe plant Neuauflage von Adria Airways

Adria Airways CRJ900
Adria Airways CRJ900, © Ingo Lang

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LJUBLJANA - Die slowenische Adria Airways ging 2019 bankrott. Nun wird ihr Vermögen versteigert, darunter auch das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC). Eine russisch-arabische Investorengruppe möchte für Adria Airways mitbieten - und bei Zuschlag mit Suchoi Superjets neu durchstarten.

Beinahe wären Suchoi und Adria Airways schon einmal zusammengekommen: Ende 2018 unterschrieb die damals zumindest nach außen hin noch quicklebendige Airline aus Slowenien beim russischen Flugzeugbauer eine Absichtserklärung für 15 Superjets SSJ100.

Dazu wollten beide Parteien am Flughafen Ljubljana einen gemeinsamen Wartungs- und Reparaturbetrieb für den Regionaljet aufbauen. Doch aus den Plänen wurde nichts, der Deal platzte im Frühjahr 2019 und endete im Streit. Ein halbes Jahr später war Adria Airways pleite.

Am kommenden Donnerstag nun kommt das Vermögen der insolventen Fluglinie inklusive aller Lizenzen unter den Hammer - und Adria Airways könnte dadurch doch noch Suchoi Superjets erhalten. Denn neben zwei slowenischen Unternehmen bewirbt sich laut Angaben der Luftfahrt-Webseite ex-yu-aviation auch eine Investorengruppe aus Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten um den Zuschlag.

Die wiederum hat offenbar einen direkten Draht zu Suchoi und wartet bereits mit konkreten Plänen auf: so strebe man in einem ersten Schritt an, "Flüge für Slowenen und Österreicher zu primären Urlaubszielen bereitzustellen", wie Oleg Ewdokimow, ein Vertreter der Investorengruppe, gegenüber dem slowenischen Fernsehen erklärte.

Ziel sei es, das ganze Jahr über Flüge zu mindestens fünf Zielen anzubieten, darunter Mailand und Barcelona. "Wir planen, diese Strecken mit SSJ-Flugzeugen zu bedienen", so Ewdokimow weiter.


200 Superjets für den europäischen Markt?

In einem weiteren Schritt wolle die "neue" Adria Airways, deren Markenname erhalten bleiben soll, auf drei ausgewählten Strecken ab Ljubljana in Konkurrenz zu Lufthansa und Swiss treten. Ewdokimow nennt in diesem Zusammenhang Zürich, München und Frankfurt.

"Der slowenische Markt ist sehr interessant. Es gibt keinen echten Wettbewerb. Derzeit können nur zehn Ziele angeflogen werden, und die Tarife sind sehr teuer", führt Ewdokimow aus. Das Adria-AOC ermögliche es zudem, neben Lubljana auch von jedem anderen Flughafen in Europa aus zu fliegen.

Geht es nach den Vorstellungen der Investoren, könnte der Einstieg in Slowenien deshalb noch weitaus größere Schritte nach sich ziehen: "Unser Plan ist die Einführung von 200 Suchoi-Superjets auf dem europäischen Markt", so Ewdokimow.

Europäische Partner gesucht

Zehn Millionen Euro möchten die möglichen Neu-Eigentümer von Adria Airways für die Wiederbelebung der Airline zunächst locker machen. 150 Mitarbeiter sollen zum Neustart beschäftigt werden, darunter 30 Piloten.

Das Ausgangsgebot für die Versteigerung der alten Adria-Lizenzen liegt laut Insolvenzverwalter bei 45.000 Euro.

Der letztliche Auktionspreis dürfte aber deutlich höher sein: "Der durchschnittliche Preis für ein solches Zertifikat in Europa liegt bei 300.000 Euro", rechnet Ewdokimow vor. Ein größerer Haken für die Investorengruppe könnte allerdings auf einer anderen Ebene lauern: Laut EU-Recht müssen sich nämlich Fluggesellschaften, die in EU-Mitgliedsstaaten gemeldet sind, mehrheitlich im Besitz von Europäern befinden.

Um ihre Pläne zu verwirklichen, ist die Investorengruppe um Oleg Ewdokimow deshalb noch auf der Suche nach geeigneten europäischen Partnern.
© FLUG REVUE - PZ | Abb.: Adria Airways, Ingo Lang | 21.01.2020 15:01


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