Streit um Kurzarbeit
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Lauda: Kein Geld für deutsche Crews

Lauda Airbus A320
Lauda Airbus A320, © Flughafen Stuttgart

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WIEN - Die österreichische Ryanair-Tochter Lauda macht in Deutschland laut einem Medienbericht Gehaltszahlung für April von einer Einigung auf Kurzarbeit abhängig. Mangels Buchungen sei kein Geld vorhanden, um die April-Gehälter für die in Deutschland stationierten Piloten und Flugbegleiter auszuzahlen.

Ohne Unterstützung durch die Kurzarbeit könne man mangels finanzieller Mittel nicht mehr bezahlen, schreibt das Onlineportal "Aviation Net" unter Berufung auf ein internes Schreiben des stellvertretenden Ryanair-Personalchefs Robert Wall.

Ohne Kurzarbeit gebe es dem Bericht zufolge auch keinen Grund mehr, den Lauda-Betrieb mit Airbus-Jets in Düsseldorf und Stuttgart fortzusetzen.

Eine offizielle Bestätigung für die Informationen gab es am Dienstag zunächst nicht. Die Lauda-Pressestelle gab auf Nachfrage der österreichischen Nachrichtenagentur APA vorerst keine Stellungnahme ab.

Gegenüber Investoren und Aktionären hatte sich Ryanair-Chef Michael O'Leary zuletzt finanzstark präsentiert. Der Ryanair-Konzern habe eine der widerstandsfähigsten Bilanzen in der Branche und verfüge zum Ende des Ende März abgelaufenen Geschäftsjahres über Barmittel von 3,8 Milliarden Euro.

Grund für die Turbulenzen in Deutschland soll ein Streit mit der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sein. Laut "Aviation Net" wollte Laudamotion bisher nicht mit VC verhandeln. Deshalb hat anscheinend die für die Flugbegleiter zuständige Gewerkschaft Verdi ihre Zustimmung für die Kurzarbeit vorerst wieder zurückgezogen. Nun soll es einen neuen Anlauf für Verhandlungen geben.

"Wir sind gerne zu Gesprächen bereit", sagte VC-Sprecher Janis Schmitt zur APA. Er geht aber davon aus, dass Laudamotion die April-Gehälter in Deutschland wird zahlen müssen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Option ist, die Gehälter einfach gar nicht zu zahlen."

Laudamotion fordert ihre Mitarbeiter in Deutschland auf, die Gewerkschaften zur Unterschrift zu bewegen. Die Frist dafür läuft bis Mittwochabend. Dann könne man sicherstellen, dass die Bezüge in der ersten Maiwoche ausbezahlt werden können, zitiert "Aviation Net" aus dem Rundschreiben. Mit der Pilotengewerkschaft VC will die Lauda-Führung nun doch reden.

Der Konflikt erinnert an den Streit um die Kurzarbeit für die 550 Mitarbeiter in Österreich. Dort hatte sich die Kurzarbeit um rund einen Monat verzögert, weil das Unternehmen den Betriebsrat nicht anerkennt. Ende März hatte die Billigfluglinie, die aus der Niki-Pleite hervorgegangen war, ihre Beschäftigten in Wien zusätzlich auch zur Kündigung angemeldet. Inzwischen ist die Kurzarbeit bewilligt, die Kündigungen sind damit vorerst vom Tisch.

Laudamotion hat wegen der Coronavirus-Pandemie so wie die Austrian Airlines ihren gesamten Linienflugbetrieb bis auf Weiteres eingestellt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Flughafen Stuttgart | 21.04.2020 13:38


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