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Airlines entziehen britischen Anteilseignern Stimmrechte

Ryanair Boeing 737-800
Ryanair Boeing 737-800, © Ryanair

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LONDON - Easyjet, Ryanair, Wizz Air, International Airlines Group: Obwohl Politiker sich anders als befürchtet auf einen Brexit-Deal geeinigt haben, stehen Manager vor der Herausforderung, ihren Airlines weiterhin die vollen Flugrechte für die EU zu organisieren. In einem ersten Schritt nehmen sie bestimmten Aktionären ihre Stimmrechte.

"Ownership and Control" heißt das Konstrukt, das den genannten Airlines nun Schwierigkeiten bereiten könnte. Will eine Fluglinie Verbindungen innerhalb der EU anbieten, müssen mindestens 51 Prozent davon in europäischer Hand liegen.

Ryanair, Wizz Air und Easyjet versuchen zunächst, die Regel so einzuhalten: sie entziehen nach dem Prinzip "last in, first out" Anteilseignern aus Drittländern - dazu zählt nun auch Großbritannien - die Stimmrechte. Wer erst vor kurzem Aktien erworben hat und kein EU-Investor ist, hat also bei Richtungsentscheidungen keine Stimme mehr.

80 Prozent des Eigentums an Wizz Air liegen außerhalb der EU - die Airline ist in London gelistet. Das Airline-Management will 60 Prozent der Aktionäre das Stimmrecht entziehen.

Nach Angaben des Ryanair-Managements vom Juli 2020 liegen 53 Prozent der Airline in europäischer Hand - dies nach der Definition, die bis Ende 2020 galt. Die International Airlines Group (IAG) hatte der spanischen und der irischen Regierung bereits im vergangenen Jahr ein Modell vorgestellt, das ihrer Ansicht nach die Regeln der EU einhalten würde.

Trotz des positiven Feedbacks beider Regierungen kann die Airline-Gruppe sich jedoch nicht sicher sein, dass sie damit aus dem Schneider ist. Die Brexit-Verhandlungsführer haben sich darauf geeinigt, in den kommenden zwölf Monaten über eine Lockerung der "Ownership and Control"-Regelung zu sprechen.

Die hat jedoch auch den strategischen Hintergrund, die Entscheidungsgewalt über die europäische Infrastruktur innerhalb des politischen Blocks zu halten. Eine Lockerung könnte auch Airlines anderer Kontinente die Tür für größere Investitionen öffnen. Das wiederum dürfte nicht im Interesse der europäischen Hausdamen liegen.

© aero.de (boa) | Abb.: Flughafen Nürnberg | 04.01.2021 09:37

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Beitrag vom 04.01.2021 - 13:33 Uhr
Eigentlich sollte das Thema doch ganz klar sein. GB wollte raus aus der EU. Also müssen seine Einwohner die Konsequenzen tragen. Dazu gehört auch, das der innerEU Verkehr nur durch EU Gesellschaften abgewickelt werden darf. Eine Aufweichung darf es hier nicht geben!!! Hoffentlich bleibt die EU da stark.
Da wollen wir mal nicht so kleinlich sein. Das gibt es heute schon nicht mehr, innerEu Verkehr nur durch EU Airlines (zB die Schweizer). Da wird man auch für die Briten eine Lösung finden, Wünsche gehen ja immer in zwei Richtungen.
Beitrag vom 04.01.2021 - 12:48 Uhr
Eigentlich sollte das Thema doch ganz klar sein. GB wollte raus aus der EU. Also müssen seine Einwohner die Konsequenzen tragen. Dazu gehört auch, das der innerEU Verkehr nur durch EU Gesellschaften abgewickelt werden darf. Eine Aufweichung darf es hier nicht geben!!! Hoffentlich bleibt die EU da stark.


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