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Ryanair rechnet mit fast einer Milliarde Euro Verlust

Ryanair Boeing 737-800
Ryanair Boeing 737-800, © Ingo Lang

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DUBLIN - Ryanair erwartet wegen des Einbruchs des Reiseverkehrs in der Corona-Pandemie im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr 2020/21 einen Verlust von fast einer Milliarde Euro. Nach der Corona-Krise will Konzernchef Michael O'Leary aber wieder durchstarten - und die Flotte zügig auf die 737 MAX umbauen.

Angesichts des langsamen Impfstarts in großen Teilen Europas gab er allerdings zu, dass zumindest die Osterferien wohl auch keine Erholung für die Flugbranche bringen werden.

"Wir haben akzeptiert, dass wir Ostern abschreiben müssen", sagte O'Leary dem irischen Sender RTÉ. Allerdings rechne er damit, dass im Sommer, wenn die gefährdetsten Gruppen der Bevölkerung geimpft seien, "Millionen von Menschen wieder an die Strände Europas strömen" würden.

Die Anleger an der Börse scheinen die Hoffnung zumindest ein Stück weit zu teilen. Die Aktien des Unternehmens schwankten in London um ihren Schlusskurs vom Freitag herum. Am frühen Montagnachmittag legten sie um 0,25 Prozent zu.

Zwar lasse sich die Entwicklung angesichts der Änderungen von Reisebeschränkungen schwer vorhersagen, doch prognostiziere das Management angesichts der Impfkampagnen für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr "verhalten optimistisch" ein Minus von 850 bis 950 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Montag in Dublin mit.

Erst Anfang Januar hatte Europas größter Billigflieger wegen der Verschärfung von Lockdowns seine ohnehin schon dürren Geschäftspläne für den Winter weiter zusammengestrichen.

Ryanair rechnet seither für das im März endende Geschäftsjahr 2020/2021 nur noch mit 26 bis 30 Millionen Fluggästen, wobei laut der Mitteilung vom Montag eine Zahl eher am unteren Ende wahrscheinlicher sei.

In den drei Monaten bis Dezember hatte das Unternehmen insgesamt nur noch 8,1 Millionen Fluggäste und damit 78 Prozent weniger als vor einem Jahr befördert. Unter dem Strich fiel ein Verlust von knapp 321 Millionen Euro an. Im Vorjahreszeitraum hatte Europas größter Billigflieger noch fast 88 Millionen Euro verdient.

Insgesamt habe das Unternehmen ergebnisseitig erwartungsgemäß abgeschnitten, schrieb Analyst Daniel Roeska von Bernstein Research in einer Studie. Der Verlustausblick für das Gesamtjahr überrasche angesichts des trüben Reiseumfeldes zudem nicht sonderlich. Derweil komme das Unternehmen bei den Kostesenkungen voran. Insgesamt mache sich Ryanair fertig für eine Erholung.

Im übernächsten Geschäftsjahr plant der Konzern denn auch schon wieder mit einer Fluggastzahl auf Vorkrisenniveau. Bis zum Geschäftsjahr 2026 soll die Zahl der jährlichen Fluggäste auf 200 Millionen wachsen. Erst im Dezember hatte der Konzern die Bestellungen für die Boeing 737 MAX um 75 auf 210 Stück aufgestockt.

Im Sommer hofft Ryanair, auf bis zu 24 737 MAX zurückgreifen zu können.
© dpa-AFX | Abb.: Ryanair | 01.02.2021 08:25


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