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China träumt vom Hyperschall-Airliner

Erste Skizzen eines chinesischen Überschallfliegers gibt es bereits
Erste Skizzen eines chinesischen Überschallfliegers gibt es bereits, © Peking Institute of Technology

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PEKING - Zivile Überschallflugzeuge scheinen schwerlich in die Zeit zu passen. Dennoch arbeiten mehrere Firmen weltweit an Erben der unvergessenen Concorde. Auch China will da mitmischen – und schickt sich an, mit einem Hyperschall-Projekt die Konkurrenz zu überflügeln.

Mit der Comac C919 bringt Chinas Luftfahrtindustrie den ersten selbst entwickelten Passagierjet neuen Typs an den Start. Parallel dazu läuft die Vorarbeit am gemeinsam mit Russland avisierten Widebody-Projekt CRAIC CR929.

Doch die Chinesen haben längst nicht genug: Sie wollen den schnellsten Airliner aller Zeiten bauen, 45 Meter lang und bis zu Mach 6 schnell. Das zumindest schreibt die South China Morning Post (SCMP) aus Hongkong. Sie beruft sich dabei auf eine Mitteilung des Beijing Institute of Technology (BIT). Schon 2035 soll der Hyperschalljet einsatzfähig sein.

Erste grobe Skizzen des Projekts gibt es bereits. Sie zeigen einen Deltaflügler ohne Seitenleitwerk, dafür mit großen Winglets. Als Antrieb dienen zwei Staustrahltriebwerke, sogenannte Scramjets, die das Flugzeug huckepack mitführt.

Erste Tests in Chinas hochmodernem Hyperschall-Windkanal JF-12, der Geschwindigkeiten bis Mach 9 simulieren kann, soll es bereits gegeben haben. Der Zeitplan sieht vor, dass die Entwicklung der Schlüsselkomponenten bis 2025 abgeschlossen ist. Dazu soll auch eine "neue Generation" luftatmender Triebwerke gehören.

Geht der Mach 6-Jet tatsächlich eines Tages in die Luft, wird er zunächst einem sehr exklusiven Personenkreis vorbehalten sein: Laut SCMP soll das Flugzeug in seiner ersten Ausführung nur zehn Passagiere aufnehmen können. Ab 2045 planen die Chinesen dann mit einer modifizierten Version für bis zu 100 Passagiere.

Wertvolle Erfahrung

Mit Hyperschall-Flugkörpern und den zugehörigen Antrieben beschäftigt sich China bereits seit längerer Zeit. Bislang waren die bekanntgewordenen Arbeiten allerdings stets militärischer Natur. So brachten die Chinesen 2014 den Hyperschall-Gleiter DF-ZF in die Luft, der Geschwindigkeiten bis Mach 10 erreichen kann und sich mit nuklearem Sprengkopf bestücken lassen soll.

Die Erfahrungen aus diesem Projekt dürften für den geplanten Hyperschall-Airliner von großem Nutzen sein. Ein 265 Meter langer, komplett neuer Windkanal namens JF-22, für simulierte Geschwindigkeiten bis Mach 30 (so die SCMP, andere Quellen nennen Mach 25), soll zudem kurz vor der Fertigstellung stehen.
© FLUGREVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Peking Institute of Technology | 20.07.2021 20:20

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Beitrag vom 21.07.2021 - 17:02 Uhr

Zum Thema: Mach 6 Reisegewindigkeit. Da würde mich statt der Staustrahltriebwerke tatsächlich mehr die zugrundeliegende Materialforschung für die aussen liegenden Oberflächen interessieren...

Wenn man mal den Vergleich zu einer SR71 Blackbird zieht die Mach 3 mit wärmebedingten Ausdehnungen geschafft hat und bei Mach 6 sicher nochmal ganz andere Temperaturen auftreten.


Und die SR71 hat am Boden und bis zum Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit, und der damit verbundenen Ausdehnung des Materials, auch geleckt wie eine Ölkanne. Das Ding war, übertrieben gesagt, am Boden so dicht wie ein Sieb.

Stimmt.
Im Hochtemperaturbereich käme für exponierte Flächen eigentlich doch nur Keramik in Frage?
Das wäre aber, wie die Shuttles gezeigt haben, eine extrem empfindliche Materialwahl für einen kommerziellen Airliner.
Beitrag vom 21.07.2021 - 13:49 Uhr

Zum Thema: Mach 6 Reisegewindigkeit. Da würde mich statt der Staustrahltriebwerke tatsächlich mehr die zugrundeliegende Materialforschung für die aussen liegenden Oberflächen interessieren...

Wenn man mal den Vergleich zu einer SR71 Blackbird zieht die Mach 3 mit wärmebedingten Ausdehnungen geschafft hat und bei Mach 6 sicher nochmal ganz andere Temperaturen auftreten.


Und die SR71 hat am Boden und bis zum Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit, und der damit verbundenen Ausdehnung des Materials, auch geleckt wie eine Ölkanne. Das Ding war, übertrieben gesagt, am Boden so dicht wie ein Sieb.
Beitrag vom 21.07.2021 - 08:28 Uhr

Zum Thema: Mach 6 Reisegewindigkeit. Da würde mich statt der Staustrahltriebwerke tatsächlich mehr die zugrundeliegende Materialforschung für die aussen liegenden Oberflächen interessieren...

Wenn man mal den Vergleich zu einer SR71 Blackbird zieht die Mach 3 mit wärmebedingten Ausdehnungen geschafft hat und bei Mach 6 sicher nochmal ganz andere Temperaturen auftreten.


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