Hans Grundberg, der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, sprach von einem "dringend erforderlichen und lang erwarteten Schritt". Der Flug vom eigentlich geschlossenen Flughafen in Sanaa ist im Rahmen einer Waffenruhe möglich, die am 2. April in Kraft getreten war. Sie sieht zwei kommerzielle Flüge pro Woche nach Jordanien und Ägypten vor.
Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis, das in dem südlichen Nachbarland gegen die Huthi-Rebellen kämpft, hatte 2015 eine Luft- und Seeblockade im Jemen verhängt. Damit sollten Waffenlieferungen an die vom Iran unterstützten Rebellen sowie etwa die Einreise von Militärangehörigen erschwert werden. Nur vereinzelt durften Flugzeuge der Vereinten Nationen etwa zu humanitären Zwecken in Sanaa starten und landen. Der letzte kommerzielle Flug startete im August 2016.
Die Schließung des Flughafens traf in vergangenen Jahren vor allem Kranke, die etwa zu einer medizinischen Behandlung ausreisen müssten. Nach einer Schätzung des Flughafendirektors starben deshalb vorzeitig rund 100 000 Menschen. Etwa 400 000 Patienten in kritischem Zustand warteten auf Ausreise, sagte er vergangenes Jahr. Wegen des Konflikts arbeiten nur die Hälfte aller Krankenhäuser im Normalbetrieb. Es fehlt an Mitarbeitern, Ausrüstung, Arzneimitteln und Treibstoff.
Sanaa liegt im Norden des Landes und wird von den Huthi-Rebellen kontrolliert. Wer von dort aus einen der beiden bisher geöffneten Flughäfen in Aden oder Saijun erreichen will, muss 15 oder 20 Stunden Auto durch teils umkämpfte Gebiete fahren.
© dpa | 21.04.2022 14:26







Kommentare (0) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.