Vega C
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Europas neuer Lastesel für den Weltraum

Vega C
Vega C, © ESA

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KOUROU - Stärker, vielseitiger und wettbewerbsfähiger: Die neue europäische Trägerrakete Vega C soll Europas Raumfahrt vorantreiben. Nun startete sie erstmals ins All. Kurz vor dem Flug passierte etwas Unvorhergesehenes. Bis 2025 setzt die ESA rund zwölf Starttermine für die Vega C in Kourou an.

Die neue europäische Trägerrakete Vega C hat ihren Erstflug erfolgreich absolviert. Die europäische Raumfahrtagentur Esa meldete am 13. Juli den gelungenen Start vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana. Esa-Chef Josef Aschbacher sagte, es sei eine Riesen-Erleichterung, das alles gut gelaufen sei.

Die Vega C ist eine Weiterentwicklung der Vega-Rakete, die seit 2012 leichte Satelliten ins All bringt. Laut Esa ist die neue Rakete um einiges besser: Sie kann circa 800 Kilogramm mehr Last transportieren, ist flexibler und billiger herzustellen. Die Rakete verfügt etwa über zwei neue Feststoff-Antriebsstufen, eine neue Verkleidung und eine verbesserte Oberstufe, die wieder gezündet werden kann und Satelliten genau in die vorgesehene Umlaufbahn schießt.

Die Rakete ist 34,8 Meter hoch und 210 Tonnen schwer. Laut Aschbacher ist sie extrem wichtig für Satelliten bis circa 2,4 Tonnen, also typischerweise Erdbeobachtungssatelliten, die etwa für unser Verständnis vom Klima zentral seien. "Das läutet wirklich eine neue Ära ein in dieser Raketenkategorie."

Gemeinsam mit der größeren Trägerrakete Ariane 6, die im kommenden Jahr erstmals in den Weltraum starten könnte, soll die Vega C die europäische Raumfahrt wettbewerbsfähiger machen. 2026 soll dann auch die nochmals weiterentwickelte Vega E ihren Erstflug antreten.

An Bord hatte die hauptsächlich in Italien entwickelte Vega C bei ihrem Erstflug den Forschungssatelliten "Lares-2" für die italienische Raumfahrtbehörde Asi. Sein Vorgänger war bereits die Hauptlast auf dem Erstflug der Vega 2012. Außerdem transportierte die Vega C bei ihrem Flug mehrere Kleinsatelliten für Frankreich, Italien und Slowenien. Das Besondere dabei: Die Rakete brachte die Lasten auf Umlaufbahnen in unterschiedlichen Höhen.

"Das ist eine ganz wichtige Neuerung", sagte Aschbacher. Denn gerade sogenannte New-Space-Firmen, die Satelliten-Konstellationen aufbauen wollten, müssten diese Objekte in unterschiedlich konfigurierte Umlaufbahnen einschießen. Dafür brauche man die Flexibilität.

Bis einschließlich 2025 sollen Vega-C-Raketen laut Esa gut ein Dutzend mal starten. Gegen Anfang 2025 sollen sie auch den wiederverwendbaren Space Rider ins All bringen. Das unbemannte Labor soll nach zwei Monaten zur Erde zurückkehren, saniert werden, um dann erneut in den Weltraum geschickt werden zu können.

Launch zweimal verschoben

Ursprünglich war der Jungfernflug der Vega C schon für 2019 vorgesehen. Laut Esa gab es bei der Entwicklung zwar keine größeren Probleme, doch der Start verzögerte sich. Kurz bevor die Rakete dann am 13. Juli abheben sollte, wackelte der Termin erneut. Zweimal musste der Launch verschoben werden, weil es ein Problem mit der externen Stromzufuhr in eine Batterie der Rakete gab.

Die Spannung sei zu hoch gewesen, sagte Aschbacher. Zur dritten Startzeit klappte der Erstflug dann.
© dpa-AFX | Abb.: ESA | 28.07.2022 20:41


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