Staat ist von Bord
Älter als 7 Tage

Lufthansa nutzt ihre neue Freiheit

Lufthansa Aviation Center
Lufthansa Aviation Center, © Lufthansa

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FRANKFURT - In der Krise wies die EU-Kommission Lufthansa einmal brüsk zurecht. Nach dem Nasenstüber aus Brüssel setzte Lufthansa Kouponzahlungen in Millionenhöhe auf eine Hybridanleihe aus. Am Dienstag haben sich EU-Auflagen für das staatliche Rettungspaket in Luft aufgelöst. Das freut Investoren.

Im März 2021 platzte Margrethe Vestager der Kragen. Lufthansa hatte 25 Millionen Euro Zinsen an Gläubiger einer Hybridanleihe überwiesen, ohne die EU-Kommission vorab zu unterrichten.

Die EU-Wettbewerbskommissarin machte aus ihrer Verstimmung laut Insidern nicht nur gegenüber Lufthansa keinen Hehl. Vestager soll der Bundesregierung gar ein Vertragsverletzungsverfahren angedroht haben, wenn Berlin die Aufsicht über die Einhaltung der EU-Rettungsauflagen bei Lufthansa weiter schleifen lässt.

Lufthansa lenkte schließlich ein - am 19. Mai 2021 informierte der Konzern die Halter der 2015 emittierten Hybridanleihe über die Aussetzung der Kuponzahlungen "für die Dauer der staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen".

Inzwischen hat Lufthansa nicht nur staatliche Kredite und Stille Einlagen getilgt, der Staat ist seit Dienstag auch als Aktionär bei Lufthansa - mit einem hohen dreistelligen Millionengewinn - wieder von Bord.

"Die Verhaltenspflichten gegenüber der Europäischen Kommission (...) sind daher nicht mehr gültig", teilte Lufthansa am Mittwoch mit. "Nach der erfolgten Beendigung der Stabilisierungsmaßnahmen hat die Deutsche Lufthansa AG entschieden, die Zinsrückstände der Hybridanleihe zeitnah nachzuzahlen."

Dabei handele es sich um eine ausgesetzte Kouponzahlung von "knapp unter 25 Millionen Euro", die eigentlich im Februar 2022 gelaufen wäre, teilte Lufthansa aero.de auf Anfrage mit.
© aero.de | 14.09.2022 15:52

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Beitrag vom 15.09.2022 - 08:48 Uhr
Herrjeh… diese Vers(t)ager… schaut auf Details und übersieht die gröbsten Missstände in der Luftfahrt. Absetzen, möglichst bald…

Naja, sie machte ihren Job und setzt die Regeln durch.
Wer auf der einen Seite Milliarden vom Staat zur Rettung bezieht, darf nicht Millionen an seine Investoren auszahlen. Macht ja eigentlich schon Sinn...

Dass die EU Wettbewerbsregeln speziell in der Luftfahrt nach innen und nach aussen zu sehr auf freier Marktwirtschaft statt auf sozialer basieren, da stimme ich zu. Da aber müssen wir die Regeln ändern und nicht die Personen, die sie durchsetzen.
Beitrag vom 15.09.2022 - 08:18 Uhr
Herrjeh… diese Vers(t)ager… schaut auf Details und übersieht die gröbsten Missstände in der Luftfahrt. Absetzen, möglichst bald…

"...die gröbsten Missstände in der Luftfahrt...".

Welche wären das denn genau?
Beitrag vom 15.09.2022 - 00:43 Uhr
Herrjeh… diese Vers(t)ager… schaut auf Details und übersieht die gröbsten Missstände in der Luftfahrt. Absetzen, möglichst bald…


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