Verdi-Streik
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BER streicht am Montag alle Abflüge

Verdi-Streik am BER
Verdi-Streik am BER, © Verdi

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BERLIN - Am Flughafen Berlin-Brandenburg hat der angekündigte Warnstreik der Gewerkschaft Verdi beim Sicherheitspersonal begonnen. Am Montagmorgen ab 3.30 Uhr legten zahlreiche Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, in der Fluggastkontrolle und der Personal- und Warenkontrolle die Arbeit nieder.

Das bestätigte Verdi-Sekretär Enrico Rümker. Bereits kurz nach der Warnstreikankündigung hatte der Flughafen mitgeteilt, dass am Montag keine Passagierflüge abheben werden.

Nicht nur in der großen Halle des Terminals 1 wird es deshalb ungewöhnlich ruhig bleiben. Auch einige geplante Landungen fallen aus. Verdi hat die Beschäftigten aufgerufen, die Arbeit bis Mitternacht niederzulegen.

Die Gewerkschaft will damit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, mit denen sie über Zuschläge für ungünstige Arbeitszeiten etwa am Wochenende und über Regeln zur Entlohnung von Überstunden verhandelt. Die Aktion am Hauptstadtflughafen reiht sich ein in eine inzwischen lange Liste an Streiks vor allem im Verkehr in den vergangenen Wochen.

Zuletzt wurden am Donnerstag, Freitag und Samstag Flughäfen bestreikt, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft legte zudem am Freitag stundenlang den Bahnverkehr bundesweit lahm.

Der BER selbst wird zum dritten Mal im laufenden Jahr bestreikt, an weiteren Tagen waren die Passagiere am BER von Arbeitsniederlegungen an anderen Flughäfen indirekt betroffen. Beim Ausstand Mitte März fielen - wie jetzt auch - sämtliche Abflüge von Passagierflügen aus, beim Warnstreik Ende Januar hatte auch kein Flugzeug am BER landen können.

"Wir fordern den BDLS (Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen) noch einmal nachdrücklich auf, am 27. und 28. April ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen und nicht weiter auf Zeit zu spielen, sonst drohen weitere Streiks im Luftverkehr im Mai und an Pfingsten", sagte Wolfgang Pieper von der Gewerkschaft Verdi am Samstag zum laufenden Tarifkonflikt.

Der Flughafenverband ADV kritisierte den Arbeitskampf als überzogen und rief zu einer schnellen Lösung am Verhandlungstisch auf.
© dpa-AFX | Abb.: Verdi | 24.04.2023 06:45

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Beitrag vom 25.04.2023 - 10:53 Uhr
Verdi verhält sich doch auch EGO .

Was ist daran 'EGO' wenn man sich in einem demokratischen Land an das geltende Recht, hier GG, Art. 9; Abs. (3) hält:

Grundgesetz für die Bundesrepublik
Deutschland
Art 9
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.
(2) Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind verboten.
(3) Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig. Maßnahmen nach den Artikeln 12a, 35 Abs. 2 und 3, Artikel 87a Abs. 4 und Artikel 91 dürfen sich nicht gegen Arbeitskämpfe richten, die zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen von Vereinigungen im Sinne des Satzes 1 geführt werden.

!?

Was hat das mit dem GG zu tun?

Eine ganze Menge!

Ja? Was denn? Hier hat keiner den Streik als gesetzwidrig bezeichnet. Auch, hat niemand gesagt, dass egoistisches Verhalten im Streikfall gesetzwidrig wäre... also nein, ich verstehe immer noch nicht, was das GG uns hier weiterbringt.

Was heißt denn "sich ego" verhalten? Dass man sich egoistisch verhält. Also macht man etwas, was ausschließlich einem selbst zu Gute kommt. Da geht es nicht darum, ob das was man tut dem GG entspricht oder nicht.

Verdi (als Vertreter einer ziemlich großen Gruppe von AN) macht genau das, was deren Aufgabe ist. Mit LEGALEN Mitteln dafür zu kämpfen das ihre MitgliederInnen gerecht und ausreichend für ihre Arbeit bezahlt werden.

Warum stellen Sie hier das "LEGALEN" wieder so hervor? Nochmal: Es hat doch niemand abgestritten, dass es legal ist, was hier passiert. Die ganze Diskussion fing damit an, dass sich ein User über den Streik aufgeregt hat und sein Unverständnis gezeigt hat. Scheinbar hat er sich im Ton vergriffen, sodass die Mods eingeschritten sind, aber dass hier jemand irgendwo auch nur ansatzweise behauptet hätte, dass dieser Streik oder das vorgehen von VErdi illegal seien, kann ich nicht erkennen. Also keine Ahnung, warum Sie hier jetzt so vehement auf dieser Legalität rumreiten.

Zu Ihrem:
"Also macht man etwas, was ausschließlich einem selbst zu Gute kommt.".

Das ist Lagerdenken!

Sorry, aber ich kann nicht erkennen, inwiefern mich der Streik persönlich weiterbringt. Mein Gehalt steigt dadurch nicht. Ich habe auch noch nie gestreikt. Ich habe mir immer Jobs gesucht, in denen ich zufrieden bin. Wenn es Grund zur Unzufriedenheit gab, dann habe ich mich selbst darum gekümmert und den Job gewechselt; teilweise sogar das Tätigkeitsfeld. Ja, das ist mit Aufwand verbunden, aber gerade jetzt, wo auch überall Quereinsteiger und Co gesucht werden, gibt es unzählige Möglichkeiten.
Ja, es ist das Recht eines Jeden zu streiken und das ist auch gut so. Aber diejenigen haben kein Anrecht darauf, dass jeder dafür Verständnis zeigt.

Denn es für das soziale Gleichgewicht in diesem Land von entscheidender Bedeutung, das eine gerechte, angemessene Bezahlung aller tätigen Menschen gewährleistet ist. Und das ist, in diesem Fall für die betroffene Berufsgruppe, nicht gegeben.

Siehe oben. Diese Floskeln "angemessene Bezahlung".. was ist denn eine angemessene Bezahlung? Wer definiert das? Wir haben einen Mindestlohn, der von den gewählten, politischen Mächten beschlossen wird. In der Mindestlohnkonferenz sitzt doch sogar ein Gewerkschaftsvertreter drin. Aber ist der ausreichend? Keine Ahnung. Aber das ist eben das Problem mit diesen Floskeln. Der Mindestlohn wäre tatsächlich etwas, was man als Wert hätte für etwaige Diskussionen, aber ich bezweifle, dass das wirklich jemand tun will; besonders von Gewerkschaftsseite.

Und was ist die "soziale Gleichheit"? Jeder Mensch ist gleich und sollte das gleiche verdienen? Ja, gab schon Systeme, die das versucht haben; hat leider auch nicht geklappt.
Wenn man so schlecht bezahlt, dann wird man keine Mitarbeiter mehr finden. Dann steigen die Löhne automatisch wieder an.

Also ja, man kann gerne streiken; dass man das aber aus den Gründen tut, dass jeder MEnsch in Deutschland davon profitiert, dass glauben Sie doch selbst nicht.Die Gewerkschaften vertreten ihre Mitglieder und wollen für die das Beste herausholen. Alles weitere mit "das hilft ja uns allen" ist reines Marketinggewäsch.


Und wem sonst, außer dem Streikenden, dient denn der Streik?
Also ja, die Gewerkschaft bzw. die Streikenden verhalten sich egoistisch.

Nein.

Oh, das Spiel kenne ich noch aus dem Kindergarten: Doch.
Beitrag vom 25.04.2023 - 10:30 Uhr
Das "egoistisch" habe nicht ich in die Diskussion eingebracht. Ich habe lediglich die Frage gestellt (wie defacto Sie und @EricM) was an dem Streik 'Ego' ist.

Stimmt, Sie warfen einem anderen User vor, er hätte "Ego-Ansichten", das ist natürlich etwas anderes als Egoismus.

Und darauf verwiesen, dass dieser völlig rechtmäßig ist.


Was auch, in dieser ganzen Diskussion, niemand auch nur annähernd abgestritten hat. Also bisher verstehe ich immer noch nicht, was das GG hier mit der Diskussion zu tun hat. Sie achten doch sonst immer so sehr darauf, dass jeder Beitrag auch einen sinnvollen Mehrwert zur Diskussion beiträgt; also zumindest bei Beiträgen von anderen.
Beitrag vom 25.04.2023 - 05:19 Uhr
Also ja, die Gewerkschaft bzw. die Streikenden verhalten sich egoistisch.
... und die Arbeitgeber verhalten sich egoistisch weil sie nicht freiwillig mehr Geld rausrücken?

Das ist doch Unsinn.
Das Streikrecht bietet einen gesetzeskonformen Weg eines Interessenausgleichs zwischen 2 Parteien. Der funktioniert nun mal nicht, wenn nicht beide Seiten "egoistisch" handeln.

Genau das meinte ich neulich mit Lagerdenken.
Das führt schlicht zu nix.

Ich sage doch auch nicht, dass es falsch ist egoistisch zu denken. Aber durch das Kopieren des GG in diese Diskussion und damit gegen den Egoismus zu argumentieren, deutet in die Richtung, dass das eine etwas mit dem anderen zu tun hat. Man kann Egoistisch sein und damit sich damit gesetzeskonform verhalten. Aber auch wenn man sich egoistisch verhält, verstößt man gegen kein Gesetz, schon gar nicht gegen das Grundgesetz.

Das "egoistisch" habe nicht ich in die Diskussion eingebracht. Ich habe lediglich die Frage gestellt (wie defacto Sie und @EricM) was an dem Streik 'Ego' ist.
Und darauf verwiesen, dass dieser völlig rechtmäßig ist.

Genau genommen ist die Aussage von DocExodus, zumindest die Passagen, die wir noch lesen können, doch auch eine durch das Grundgesetz geschützte Aktivität. Er äußert seine freie Meinung, dass er den Streik scheiße findet. Das ist sein gutes Recht.

Und ja, der Arbeitgeber agiert egoistisch, wenn er sich den Forderungen nicht direkt beugt. Er hat ein eigenes Interesse, dass er durchsetzen will. Ergo, Egoismus. Wobei man bei allen Beteiligten Parteien beim Arbeitgeber noch am ehesten damit argumentiert werden könnte, dass er nicht nur im eigenen, sondern auch im Interesse anderer Parteien agiert (Kunden, andere MItarbeitergruppen, etc.).

Wie löst man das? Indem man einen Kompromiss findet.

Aber zu sagen, dass ein Streik nicht egoistisch ist, geht nun mal an der Realität vorbei. Man will etwas für sich selbst durchsetzen und dabei nimmt man in Kauf, das andere Personen Schaden nehmen oder zumindest deren Interessen zurückstecken. Das nennt man Egoismus.

Und nochmal, ich habe nirgends gesagt, dass es falsch ist. Mit geht bloß die Andeutung, dass hier direkt auf das GG referenziert wird, deutlich an der Realität vorbei.


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