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F-15 Eagle geht im Kanal baden

Verunfallte F-15D
Verunfallte F-15D, © USAF

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KINGSLEY FIELD - Eine Boeing F-15D der Oregon National Guard ist am 16. Mai auf einem Trainingsflug unterwegs. Alles läuft wie geplant - bis die Eagle kurz nach 15 Uhr Ortszeit zur Landung einschwebt. Wenig später liegt der Fighter im Kanal, die Nase tief im Dreck. Die Ermittlungen laufen.

Die gute Nachricht vorneweg: Der Pilot hat überlebt. Der namentlich nicht näher identifizierte F-15-Fluglehrer "verließ das Flugzeug sicher und wurde vorsorglich zur Untersuchung zum SkyLakes Medical Center transportiert", schreibt die US Air Force in einer Mitteilung.

Inzwischen hat er, bei dem Zwischenfall nur leicht verletzt, die Klinik wieder verlassen. Was genau sich davor am 16. Mai am Fliegerhorst Kingsley Field in Oregon zugetragen hat, ist derweil noch nicht geklärt. Unfallermittler haben ihre Arbeit aufgenommen.

Kingsley Field ist das Zuhause des 173rd Fighter Wing der Oregon Air National Guard - der letzten verbliebenen US-Ausbildungseinheit für die alte Eagle-Variante F-15C. Das verunglückte Flugzeug, eine doppelsitzige F-15D, gehörte nach Air Force-Angaben zu ebendieser Einheit. Der Pilot saß bei dem routinemäßigen Trainingsflug allein im Cockpit.

Gegen 15:15 Ortszeit habe er mit der Eagle zur Landung angesetzt, so die USAF weiter. Nach dem Aufsetzen "verließ das Flugzeug die befestigte Oberfläche und kam im Bewässerungskanal des Bureau of Reclamation an der Südseite der Landebahn zum Stehen."

Nase im Uferhang

Da der genannte Kanal nicht parallel zur Runway, sondern quer zum Bahnende verläuft, ist davon auszugehen, dass die F-15D über die Landebahn hinausschoss. Der Pilot entschied sich offenbar gegen einen Ausstieg per Schleudersitz - oder war dazu nicht in der Lage. Jedenfalls bohrte sich die Nase seiner Eagle nach dem Bauchplatscher in den Uferhang des Kanals und kam dort zum Stillstand.

Das von der USAF veröffentlichte Foto zeigt die F-15 mit regulär geöffneter Cockpithaube. "Wir sind so dankbar, dass unser Pilot dieses Missgeschick überstehen konnte", gab Colonel Micah Lambert, Vize-Kommodore des 173rd Fighter Wing, zu Protokoll. Die beteiligten Einsatzkräfte hätten "schnell und professionell gehandelt", so Lambert weiter. Nach aktuellem Kenntnisstand seien "keine Erdölprodukte" aus dem Flugzeug ausgetreten.

Eagle aus Japan?

Interessant ist außerdem, dass das Flugzeug auf dem Foto keinerlei Markierungen trägt. Die niederländische Webseite Scramble mutmaßt diesbezüglich, dass es sich bei der verunfallten F-15D um ein Exemplar aus dem japanischen Kadena handeln könnte, das im Zuge des dort vor Kurzem eingeläuteten Eagle-Abzugs nach Kingsley Field kam.

Über das Ausmaß der Schäden oder eine mögliche Reparatur gibt es derzeit noch keine Angaben. Angesichts des Umstands, dass der 173rd Fighter Wing bald auf die neue F-15EX Eagle II wechseln soll, dürfte das Schicksal der verunglückten Maschine allerdings besiegelt sein.
© FLUG REVUE - Patrick Zwerger | Abb.: USAF | 22.05.2023 13:02


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