Flugbegleiter
Älter als 7 Tage

Lufthansa steuert auf weiteren Tarifkonflikt zu

Lufthansa Flugbegleiterin
Lufthansa Flugbegleiterin, © Lufthansa

Verwandte Themen

FRANKFURT - Ufo steigt aus Gesprächen um eine tarifliche Gesamtlösung für das deutsche Lufthansa-Kabinenpersonal aus. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft wirft der Konzernführung eine "destruktive Verweigerungshaltung" vor, ändert die Verhandlungstaktik - und fürchtet um die Kurzstrecke.

Bei Lufthansa läuft eine Urabstimmung der Piloten der Kerngruppe. Die Vereinigung Cockpit will höhere Konzernbeiträge zur betrieblichen Altersversorgung notfalls erstreiken.

Parallel steuert Lufthansa auf einen Tarifkonflikt mit der Kabine zu: Ufo steigt aus Verhandlungen um eine tarifliche Gesamtlösung für die Lufthansa-Flugbegleiter aus.

"Seit März 2024 haben wir mit Nachdruck den Dialog mit der Konzernführung gesucht, um in sozialpartnerschaftlicher Verantwortung eine Gesamtlösung zu erreichen", erklärte Ufo-Vorstand Joachim Vázquez Bürger am Dienstag. Die Gewerkschaft wirft dem Lufthansa-Management nun eine "destruktive Verweigerungshaltung" vor.

Tarifkommissionen sollen jetzt "Airline für Airline, Tarifvertrag für Tarifvertrag" mit Lufthansa, Lufthansa Cityline, Lufthansa City Airlines und Discover Airlines in Verhandlungen treten.

Zuvor hatte Ufo bereits ihre Mitglieder informiert. Die Gespräche seien von "Blockade und nebulösen Maximalforderungen" gekennzeichnet gewesen, heißt es in einem Infoschreiben der Gewerkschaft. Lufthansa wolle "keinen intelligenten Verbesserungen, sondern hart den MTV rasieren".

Ufo: Ryanair-Bedingungen bei Lufthansa

Konkret fordere Lufthansa eine Rückkehr zu 2019er Arbeitsmodellen. "2019 seid ihr im Schnitt 670 Blockstunden geflogen, 2024 waren es nur noch 550", heißt es in dem Schreiben weiter. "Das wären dann Einsatzbedingungen auf dem Niveau von Ryanair."

Die Gewerkschaft fürchtet zudem um die Kurzstrecke. "Neu ist, dass man offen davon spricht, perspektivisch mehr oder minder die gesamte Kurzstrecken-OPS woanders stattfinden zu lassen", erklärt Ufo.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 16.09.2025 11:49

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 20.09.2025 - 11:26 Uhr
@Jordan
Sie nerven ...
Sie auch!

Dito

Die Könige der 5 Zitatebenen kann man meist wirklich nur ghosten :D
Beitrag vom 20.09.2025 - 01:15 Uhr
Die Frage die bleibt und die man stellen kann:

warum haben andere (europäische) Airlines das - Flottenerneuerung - offensichtlich besser hinbekommen? Wie andere Foristen bereits angemerkt haben: 4motorige Maschinen (A340, B744, A380) fliegt (fast) keiner mehr. Und selbst die B748 wird ja auch weltweit bereits wieder ausgemustert, zumal m.W. von diesem Muster nur LH eine größere Stückzahl abgenommen hat.

Natürlich können Sie diese Frage stellen, allerdings wurde sie hier schon mehr als ein dutzend Mal beantwortet:
Lufthansa hat seit 2013 über 100 zweistrahlige Interkontflugzeuge bestellt (darunter 34 777X, die die 747 ablösen sollten), die sind aber - obwohl für 2020 angekündigt - aus diversen, nicht von er Lufthansa zu vertretenden Gründen, noch nicht ausgeliefert worden.


2013 war zu spät bestellt und 2020 geplante Auslieferung sowieso. Man konnte das sicher rechtfertigen, wie auch immer, aber anderen nun anzulasten zur unwirtschaftlichkeit beizutragen ist dann schon dreist. Wenn Sie solche, auch in der retrospektive, schlechten Entscheidungen auf hauptabtelungsleiterebene getroffen hätten, wären sie sprichwörtlich "weg vom Fenster" gewesen. Ein Vorstand mag keine glasklare Kristallkugel haben, aber ein wenig mehr Treffsicherheit bei Entscheidungen darf man schon erwarten und zumindest einen validen Plan B. Sowas dürfte zumindest Spohr mal gelernt haben und erwartet das von seinen Crews auch.

Das die Lufthansa tatsächlich viele viermotorigen Flugzeuge hat, hat viele Gründe:
Z.B. sprachen sich die Piloten gegen zweimotoriges Fliegen über den Atlantik aus (@Heinzi könnte sich vielleicht erinnern, wenn er die LH schon über 30 Jahre begleitet). >

Ich glaube, da trauen Sie den Piloten zuviel Einflussnahmemöglichkeiten zu. Da haben letztlich immmer die Betriebswirte gesiegt. Selbst bei der Bestellung der A340-200 hatten Piloten schon darauf hingewiesen, dass man die kostenfrei erhältlichen, höheren Triebwerksratings mit mehr Leistung wählen sollte, da man auf einigen Strecken sonst Probleme bekommt. Der BWL`er hat gesiegt.Später kamen die Probleme und ein Nachkauf der Leistung war dann zu teuer.
Bundeskanzler Schröder war persönlich auf der LH Basis, um mit Herrn Mayerhuber über den Kauf der A380 zu sprechen.>

Tja, reingefallen. Könnte man auch als Fehlentscheidung bewerten.

Die 777 zu kaufen statt des A346 hätte eine zusätzliche Teilflotte beschert.>

Das stimmt wohl. Und?

Die A340-Familie ist europäisch, als wieder ein eher politischer Grund.>

Als der 340 kam war wohl auch der Boeing/Airbus Mix ein Grund, damit man beide Hertseller preislich flexibel halten konnte. Zudem war natürlich die Crossrating- und Umschulungssituation sehr lukrativ.


Und noch so das ein oder andere ...

Es wäre es ja unter Umständen, möglicherweise eventuell im äußersten denkbar, das man vielleicht doch nicht immer alles richtig entschieden hat?

Ja, natürlich, das bestreitet doch niemand!!!! Oder verlinken Sie am besten die Stelle, wo ein Kommentator behauptet hat, "dass immer alles richtig entschieden wurde!

Das wäre doch nun überhaupt nicht selten, kommt doch im Geschäftsleben immer wieder vor.>

Da kommt es auch sicher auf die Größenordnungen an. Und darauf mal klar zu stellen, dass man ieeleicht etwas gehörig vergurkt hat und nicht seine Mitarbeiter die Zeche zahlen sollen.

Wer wüßte das besser als einer, dessen Firma Konkurs ging!

Möglicherweise ist aber dieses scheinbar unumstössliche 'die GL der LH machte und macht nie Fehler, macht immer alles richtig', was bei vielen Pro- GL- Post durchklingt, eben etwas zu 'dicke' aufgetragen!?

Siehe oben! Einfach den Passus verlinken, wo und wer geschrieben hat, dass "die GL der LH nie Fehler machte oder macht".

Aber klar, hinterher ist man halt immer schlauer. Die Frage bleibt, ob zum Zeitpunkt der Entscheidung, mit dem damals vorhandenen Wissen, die GL vorsätzlich falsch entschieden hat. Und wer heute der Geschäftsleitung einen Vorwurf macht, der bezichtigt diese Geschäftsleitung der vorsätzlichen Beschädigung des Unternehmens.>

Nö, der bescheinigt der Geschäftsleitung zumindest ein sehr unglückliches Händchen gehabt zu haben. Da wiederhole ich mich gerne. Von Vorständen kann man in der Gehaltsliega mehr Treffsicherheit und Alternativprogramm erwarten.

Ja ich weiß, unangenehme Fragen nerven. Kann ich verstehen.

Nein, nur die fünfte Wiederholung derselben Frage, die schon viermal beantwortet wurde, nervt!

Auch nicht, dass "bestellen" noch kein "investieren" ist. Erst müsste der Kauf abgeschlossen sein...

Ja, wurde auch schon beantwortet! Nur das die 777X noch nicht geliefert wurde ist nicht Verschulden der Geschäaftsleitung! Glauben Sie mir, die Geschäftsleitung, sorry, die LHG hätte gerne investiert, wenn die Flugzeuge vertragsgemäß gekommen wären (Corona mal außen vor gelassen).>

Noch ist die Frage hier noch nicht geklärt, ob die bestellten und zukünftig gelieferten Flieger tatsächlich im Eigentum der LHG stehen werden, oder z.B. gekauft und zurück geleast werden.

Nur "vergessen zu investieren" kann man der Geschäftsleitung nicht vorwerfen. Die haben schon daran gedacht, nur konnten sie nicht :)


Siehe oben, zu spät.
Beitrag vom 19.09.2025 - 17:56 Uhr
Die Frage die bleibt und die man stellen kann:

warum haben andere (europäische) Airlines das - Flottenerneuerung - offensichtlich besser hinbekommen? Wie andere Foristen bereits angemerkt haben: 4motorige Maschinen (A340, B744, A380) fliegt (fast) keiner mehr. Und selbst die B748 wird ja auch weltweit bereits wieder ausgemustert, zumal m.W. von diesem Muster nur LH eine größere Stückzahl abgenommen hat.

Klar kann man die Frage stellen. Dann schauen wir uns die Flotten von BA und AF mal an und sehen, dass deren 777 noch gar nicht erneuert wurden und uralt sind. BA fliegt mehr A380 als LH. die sind auch mitten in der Erneuerung und hatten/haben genauso Probleme. Ich sehe nicht, dass das Gras bei denen grüner ist. Die B748 fliegt bei den 3 Airlines noch, da gibts kein großflächiges Ausflotten.
Was bei LH lange falsch lief: Man hat sich zu oft für das falsche Modell entschieden. A346, A380, keine 787, keine 777. Im Ergebnis stehen da heute junge A346 in der Wüste, die A380 hat viel Kapital verbrannt und man wartet dringend auf den Ersatz.

Dann ist es aber komisch, dass man genau den, der dieses Problem beseitigen will (und dies auch durch die Bestellungen seit anderthalb Dekaden in die Wege geleitet hat) attakiert!

Und im Grunde macht man mit Allegris wieder denselben Fehler. Irgendwas tun, was keiner macht, sich dabei smart vorkommen und nach ein paar Jahren die Scherben aufkehren.

Naja, die QSuites von Qatar Airway sind ja auch nicht von der Stange und um die wird ein riesen Hype gemacht.
Aber das soll ausdrücklich nicht die Probleme in der Umsetzung entschuldigen, die - und auch das wurde hier schon oft erwähnt - dem zuständigen Vorstand den Job gekostet hat. Das ist sicherlich nicht geschehen, weil fehlerfrei gearbeitet wurde. Und das zeigt auch, dass sehr wohl Fehler seitens der Geschäftsführung von vielen Foristen erkannt werden. Auch wenn das der eine oder andere immer wieder ignoriert.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 01/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden