Streit um Altersvorsorge
Älter als 7 Tage

Was die Piloten konkret von Lufthansa fordern

Lufthansa Airbus A350-1000
Lufthansa Airbus A350-900, © Lufthansa

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FRANKFURT - Steht Lufthansa ein neuer Pilotenstreik ins Haus? Die Vereinigung Cockpit pocht auf höhere Konzernbeiträge zur betrieblichen Altersvorsorge und erhöht mit einer Urabstimmung den Druck. Die Materie ist komplex. Cockpit hat Lufthansa aber mit sehr konkreten Geldforderungen konfrontiert.

Zwischen Lufthansa und den Piloten der Kernmarken schwelt ein neuer Tarifkonflikt. Sieben Verhandlungsrunden zu Betriebsrenten für rund 4.800 Piloten im Lufthansa-Kern verliefen dieses Jahr schon im Sand. Cockpit fragt jetzt per Urabstimmung die generelle Streikbereitschaft ab.

Die Betriebsrenten sind ein tarifpolitischer Dauerbrenner im Konzern. "2017 wurde das System komplett umgestellt von einer garantierten Auszahlungssumme auf eine garantierte Einzahlungssumme", kreist Cockpit-Versorgungsexperte Harald Cizaire die Ausgangslage des aktuellen Tarifkonflikts im GTK-Podcast ein.

Das Zinsrisiko ging damit vom Konzern auf die Piloten über. Blumige Renditerechnungen haben sich seither nicht erfüllt. In der Realität werfen die Anlagefonds mit "ein bis zwei Prozent" markant weniger Ertrag ab "als von allen erwartet", sagt GTK-Sprecher Arne Karstens. "Dieses System erreicht nicht das Versorgungsniveau des Altmodells."

Dennoch will Cockpit am Grundprinzip festhalten. "Wir bleiben beim kapitalmarktorientierten System", stellt Karstens klar. "Es bleibt bei zugesicherten Einzahlungen."

Vierfachgewichtung: Lufthansa soll mehr einzahlen

Cockpit will aber deutlich höhere Beitragszahlungen von Lufthansa erwirken, konkret über eine "Vierfachgewichtung" der Bemessungsgrundlage aus Grundgehalt und - neu - auch der Zulagen. Die Forderungen seien so bereits an Lufthansa gerichtet - und vom Konzern sogleich zurückgewiesen - worden.

"Bei einem Grundgehalt von 10.000 Euro und 3.000 Euro Zulagen (...) zahlt der Arbeitgeber aktuell rund 820 Euro in die bAV", macht Karstens die Forderung an einem Rechenbeispiel greifbar. Durch den 4er-Faktor und die Einbeziehung der Zulagen laufe die VC-Forderung auf "circa 1.800 Euro mehr im Monat" hinaus. 

Cockpit fordert zudem eine Extraeinzahlung Ende 2025 in Höhe eines vollen Monatsgrundgehalts sowie eine Bonuseinzahlung von 1.000 Euro pro Jahr für Cockpit-Mitglieder. Die Betriebsrente sei schließlich das "zentrale Einnahmelement" der Lufthansa-Piloten im Alter, verteidigt Cizaire die Forderung.

Ein Streikmandat könnte noch im September vorliegen - Cockpit will die Urabstimmung bis Monatsende durchziehen. Lufthansa hat auf die aktuelle Entwicklung bisher nur knapp reagiert. Man setze weiter auf eine "Verhandlungslösung" mit Cockpit, heißt es aus der Frankfurter Zentrale.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 05.09.2025 12:27

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Beitrag vom 11.09.2025 - 19:22 Uhr


Dann könnte man aber eben auch argumentieren, im Hinblick auf die Ergebnisse der Töchter auf die die AN der LHA 'keinen Einfluss' haben:
dann stände ihnen auch keine Beteiligung zu.

Und jetzt verstehen Sie vielleicht mein o.g. Bemerkung: clever verhandelt.

Man könnte auch argumentieren, dass die Investionen der Vergangenheit, finanziert von eben jenen MA, die heute als zu teuer dargestellt werden (eigentlich: immer schon dargestellt wurden), sich heute endlich mal rechnen. Aus meiner unmaßgeblichen Sicht hätte das schon viel eher mit weniger Ärger klappen können, aber wer fragt schon die Frösche bei der Trockenlegung des Teiches…
Dann stände ihnen genau diese Beteiligung zu, weil sie ihnen vorher durch „cleveres“ Verschieben von Gewinnen „vorenthalten“ wurden.
Da landen wir aber ganz schnell bei einer Henne-Ei-Diskussion… Und clever ist dabei aus
meiner Sicht nur wenig. Höchstens ärgerlich für alle Beteiligten und Betroffenen…
Beitrag vom 11.09.2025 - 18:56 Uhr


Dieser hat mit der Ergebnisbeteiligung (VTV) nichts zu tun!

Möglicherweise.

Ich verstehe diese Andeutung nicht... Das eine hat per Definition nichts mit dem anderen zu tun. Die Verknüpfung suggerieren nur Sie...
>
Das ist keine Andeutung (und auch keine Suggestion), lediglich: ich weiß es nicht da ich kein Insiderwissen dazu habe.

Die Historie, die zu dieser Konstellation der Ergebnisbeteiligung geführt hat, werde ich hier nicht ausbreiten.

Schade.

Nur so viel: Es ist die Folge von offensichtlicher Ergebniskosmetik der Konzernführung bei der LH-Passage gewesen. Und bei der heutigen Konstellation der Konsolidierungen der verschiedenen Geschäftsbereiche und Gesellschaften in den Geschäftsberichten, ist es der einzige Marker, der in Summe den finanziellen Erfolg- oder Misserfolg des Unternehmens auch nur ansatzweise widerspiegelt.

Dazu habe ich die Bemerkung:
"Das die VC offensichtlich seinerzeit sehr clever eine Gewinnbeteiligung für LHA - Piloten auch an Ergebnissen der Töchter, bei denen sie nicht nicht tätig sind (ergo: nullkommanichts beitragen) durch gesetzt haben!?" gemacht.

Durchaus ein 'Chapeau' wert.

Nennen Sie mich empfindlich, aber der Satz trieft vor negativen Andeutungen.
Die Beschreibung, die ich Ihnen beschrieben habe, sollte der Versuch einer Erklärung sein, dass die Ergebnisse der Töchter durchaus in Teilen von "den Piloten" der Mutter mit finanziert worden sind.
Aber das kann man auch nicht verstehen wollen, nicht wahr? ;-(

Da 'trieft' überhaupt nichts. Ich darf Sie zitieren: "Aber das kann man auch nicht verstehen wollen, nicht wahr?".

Ob eine Ergebnisbeteiligung auf das AN keinen direkten Einfluss haben, überhaupt ein adäquates Mittel der Vergütung ist, sei jetzt mal dahin gestellt.

Den ersten Halbsatz verstehe ich nicht.
Für was steht hier AN - Arbeitnehmer?

korrekt, sollte heißen: ", auf die die AN.." - sorry

Kein Problem.

Dann könnte man aber eben auch argumentieren, im Hinblick auf die Ergebnisse der Töchter auf die die AN der LHA 'keinen Einfluss' haben:
dann stände ihnen auch keine Beteiligung zu.

Und jetzt verstehen Sie vielleicht mein o.g. Bemerkung: clever verhandelt.
Beitrag vom 11.09.2025 - 16:40 Uhr


Dieser hat mit der Ergebnisbeteiligung (VTV) nichts zu tun!

Möglicherweise.

Ich verstehe diese Andeutung nicht... Das eine hat per Definition nichts mit dem anderen zu tun. Die Verknüpfung suggerieren nur Sie...


Die Historie, die zu dieser Konstellation der Ergebnisbeteiligung geführt hat, werde ich hier nicht ausbreiten.

Schade.

Nur so viel: Es ist die Folge von offensichtlicher Ergebniskosmetik der Konzernführung bei der LH-Passage gewesen. Und bei der heutigen Konstellation der Konsolidierungen der verschiedenen Geschäftsbereiche und Gesellschaften in den Geschäftsberichten, ist es der einzige Marker, der in Summe den finanziellen Erfolg- oder Misserfolg des Unternehmens auch nur ansatzweise widerspiegelt.

Dazu habe ich die Bemerkung:
"Das die VC offensichtlich seinerzeit sehr clever eine Gewinnbeteiligung für LHA - Piloten auch an Ergebnissen der Töchter, bei denen sie nicht nicht tätig sind (ergo: nullkommanichts beitragen) durch gesetzt haben!?" gemacht.

Durchaus ein 'Chapeau' wert.

Nennen Sie mich empfindlich, aber der Satz trieft vor negativen Andeutungen.
Die Beschreibung, die ich Ihnen beschrieben habe, sollte der Versuch einer Erklärung sein, dass die Ergebnisse der Töchter durchaus in Teilen von "den Piloten" der Mutter mit finanziert worden sind.
Aber das kann man auch nicht verstehen wollen, nicht wahr? ;-(


Ob eine Ergebnisbeteiligung auf das AN keinen direkten Einfluss haben, überhaupt ein adäquates Mittel der Vergütung ist, sei jetzt mal dahin gestellt.

Den ersten Halbsatz verstehe ich nicht.
Für was steht hier AN - Arbeitnehmer?

korrekt, sollte heißen: ", auf die die AN.." - sorry


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