WASHINGTON - Nach Problemen mit Bordcomputern und Rumpfplatten müssen Fluggesellschaften in den USA nun Türverschlüsse vieler Airbus-Jets häufiger überprüfen. Grund seien mögliche Risse, erklärte die US-Luftfahrtbehörde FAA am Dienstag in einer Anweisung an Betreiber von fast 2.000 A320.
Die Aufseher aktualisierten eine entsprechende Lufttüchtigkeitsanweisung. Darin verlangen sie die Inspektion von Türanschlägen sowie bereits vorgeschriebene Prüfungen an Rumpfteilen.
Betroffen sind insgesamt 1.924 in den USA registrierte Airbus-Flugzeuge. Türbolzen und andere Teile stehen bei der Luftsicherheit im Fokus, seit ein fast neuer Passagierjet des US-Herstellers Boeing Anfang 2024 im Flug ein türgroßes Rumpfteil verloren hatte.
Bei dem Zwischenfall wurde zwar niemand ernsthaft verletzt, doch Boeing musste sich seitdem wegen etlicher Produktions- und Qualitätsmängel einer strengen Kontrolle unterwerfen.
Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus hatte in den vergangenen zwei Wochen mehrere Probleme gemeldet.
So musste in weltweit rund 6.000 Flugzeugen die Software eines Flugsteuerungscomputers auf eine ältere Version zurückgesetzt werden.Der sogenannte "Ikarus-Fehler", bei dem kosmische Strahlung gefährliche Fehlschaltungen im ELAC auslösen konnte, ist inzwischen abgestellt. An allen 6.000 betroffenen Flugzeugen wurde das Software-Downgrade zwischenzeitlich vorgenommen, bestätigte Airbus gegenüber aero.de. Lediglich einige Flugzeuge, die sich derzeit in längeren Wartungspausen befinden, müssen noch umgerüstet werden.
Zudem dürfen A320neo-Jets mit Triebwerken von Pratt & Whitney bei bestimmten Wetterbedingungen mit gefrierendem Nebel nicht mehr ohne Weiteres starten.
Dann tauchten Mängel an bestimmten Rumpfverkleidungen auf. Weil der Hersteller diese Rumpfteile untersuchen und wenn nötig austauschen muss, musste Airbus-Chef Guillaume Faury sein Ziel für die Auslieferung neuer Flugzeuge in diesem Jahr kappen.
© dpa, aero.de | Abb.: Airbus | 09.12.2025 15:03
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Beitrag vom 11.12.2025 - 09:13 Uhr
@menschmeier
Danke für die umfangreiche Aufklärung.
Beitrag vom 11.12.2025 - 08:31 Uhr
Das klingt ein bischen nach patriotischer Dienstanweisung an die FAA.
Nur bedingt, denn die FAA übernimmt damit nur die EASA AD No.: 2025-0166 aus dem Juli 2025, welche wiederum die AD 2024-0210R1 vom 29 October 2024 übersteuert, welche wiederum auf der EASA AD 2022-0030 basiert.. Weiter zurück habe ich jetzt nicht recherchiert.
In der EASA AD No.: 2025-0166 unter Ref. Publication findet sich das
Airbus SB A320-53-1491 original issue dated 14 August 2020 (Airbus Service Bulletin).
Damit ist auch klar, dass die AD auf einer Meldung von Airbus an die Behörde (hier EASA) basiert. Airbus und auch Boeing machen das ganz oft, in über 90% aller AD'S, um ihrer Produkthaftung gerecht zu werden. denn ein SB kann die betroffene Airline auch ignorieren, mit einer AD dahinter geht das nicht. Sollte die Airline das trotzdem ignorieren, und es entsteht ein Schaden, ist Airbus (in diesem Fall) nicht haftbar. Zudem fliegt sie dann mit einem Flugzeug, dass kein Airworthiness Certifcate hat.
Und das ist alles völlig normal so. Die FAA kann natürlich auch allein eine AD für Airbus Flugzeuge ausgeben, tut das aber eigentlich nie. Genauso wie die EASA das für Boeing auch handhabt. AD's werden eigentlich immer von der für die Zertifizierung zuständigen Behörde verfasst und dann von den anderen Behörden übernommen.
Sollte die FAA ein AD Thema (kein Emergency AD) finden, wird sie sich immer erst mit der EASA kurzschließen, bei Emergency AD könnte es sein, das sie erstmal was veröffentlicht.
Von daher, wie schon gesagt, das ist kalter Kaffee. Das Thema ist den Behörden schon seit Jahren bekannt.
Dieser Beitrag wurde am 11.12.2025 09:41 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.12.2025 - 16:40 Uhr
Das klingt ein bischen nach patriotischer Dienstanweisung an die FAA.
Kommentare (7) Zur Startseite
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Danke für die umfangreiche Aufklärung.
Nur bedingt, denn die FAA übernimmt damit nur die EASA AD No.: 2025-0166 aus dem Juli 2025, welche wiederum die AD 2024-0210R1 vom 29 October 2024 übersteuert, welche wiederum auf der EASA AD 2022-0030 basiert.. Weiter zurück habe ich jetzt nicht recherchiert.
In der EASA AD No.: 2025-0166 unter Ref. Publication findet sich das
Airbus SB A320-53-1491 original issue dated 14 August 2020 (Airbus Service Bulletin).
Damit ist auch klar, dass die AD auf einer Meldung von Airbus an die Behörde (hier EASA) basiert. Airbus und auch Boeing machen das ganz oft, in über 90% aller AD'S, um ihrer Produkthaftung gerecht zu werden. denn ein SB kann die betroffene Airline auch ignorieren, mit einer AD dahinter geht das nicht. Sollte die Airline das trotzdem ignorieren, und es entsteht ein Schaden, ist Airbus (in diesem Fall) nicht haftbar. Zudem fliegt sie dann mit einem Flugzeug, dass kein Airworthiness Certifcate hat.
Und das ist alles völlig normal so. Die FAA kann natürlich auch allein eine AD für Airbus Flugzeuge ausgeben, tut das aber eigentlich nie. Genauso wie die EASA das für Boeing auch handhabt. AD's werden eigentlich immer von der für die Zertifizierung zuständigen Behörde verfasst und dann von den anderen Behörden übernommen.
Sollte die FAA ein AD Thema (kein Emergency AD) finden, wird sie sich immer erst mit der EASA kurzschließen, bei Emergency AD könnte es sein, das sie erstmal was veröffentlicht.
Von daher, wie schon gesagt, das ist kalter Kaffee. Das Thema ist den Behörden schon seit Jahren bekannt.
Dieser Beitrag wurde am 11.12.2025 09:41 Uhr bearbeitet.