Krieg am Persischen Golf
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Amerikanische F-15 fielen einer einzigen F/A-18 zum Opfer

F-15
F-15, © USAF, DVIDS

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KUWAIT-STADT - Eine F/A-18 der kuwaitischen Luftwaffe soll vergangene Woche drei US-amerikanische F-15E unter Beschuss genommen und vom Himmel geholt haben. Das meldet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf Kreise. Was steckt hinter dem kuriosen Dreifach-Friendly-Fire-Vorfall über Kuwait?

Die drei F-15E Strike Eagle der US Air Force, die vergangene Woche über Kuwait abgeschossen wurden, gehen offenbar allesamt auf das Konto derselben F/A-18 Hornet der kuwaitischen Luftwaffe. Das berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Die drei Abschüsse ereigneten sich im Luftraum über Kuwait und gelten bislang offiziell als ungeklärter Fall von Beschuss eigener Kräfte, sogenanntes Friendly Fire.

Das US-Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte, dass es sich um einen versehentlichen Abschuss durch kuwaitische Luftverteidigungskräfte handelte. Keiner der Piloten kam dabei ums Leben.

Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge soll ein kuwaitischer F/A-18-Pilot die amerikanischen Maschinen unter den angespannten Bedingungen falsch identifiziert und beschossen haben, wie das WSJ berichtete. Ob auch bodengebundene Systeme in den Vorfall verwickelt waren, wird geprüft.

Bis zu dem ominösen Dreifachverlust war noch nie eine F-15 im Luftkampf abgeschossen worden. Über mögliche Ursachen wird derzeit spekuliert. Kommunikationsfehler mit der Bodenkontrolle, eine fehlerhafte Freund-Feind-Identifikation oder ein gezielter Angriff auf verbündete Kräfte, was in diesem Falle allerdings unwahrscheinlich ist, stehen im Raum.

Videos eines der Jets zeigen, wie die F-15 von einem Geschoss getroffen wird und zu Boden stürzt. Ein Video, das den Abschuss durch die kuwaitische Maschine zeigen würde, gibt es jedoch nicht.

Selten, aber nicht unmöglich

Vergleichbare Fälle von Beschuss eigener Kräfte im Luftkampf sind selten, aber es gibt sie. In den 90er Jahren schossen zwei US-amerikanische F-15 über dem Irak zwei eigene Black Hawks ab.

F-15 in Kuwait abgestürzt, © XSL
 
Auch Friendly Fire durch Flugabwehr am Boden ist für die USA nicht neu. Im März 2003 schoss eine US-Patriot-Batterie während der Invasion des Irak einen britischen Tornado-Aufklärer ab. Wenige Wochen darauf starb ein US-amerikanischer F/A-18-Pilot, als zwei Patriot-Batterien sein Flugzeug fälschlicherweise als feindliche Rakete identifizierten und beschossen.

Besonders hoch ist das Risiko für Beschuss eigener Kräfte dort, wo Systeme und Einheiten verschiedener Nationen zusammenwirken. Gestörte Kommunikation und hoher Zeitdruck durch eine erhöhte Bedrohungslage verstärken dieses Risiko zusätzlich. Kuwait stand während der Abschüsse unter enormen Druck durch iranische Vergeltungsschläge auf US-Infrastruktur im Land.
© Flug Revue, Mirjam Lörcher | Abb.: DIVIDS | 10.03.2026 08:14

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Beitrag vom 12.03.2026 - 11:44 Uhr
@Erich jetzt mach mal halblang Cowboy.

Es tut mir ja wirklich leid dass du so häufig daneben liegst (soviel zu deiner Kompetenz die Kompetenz anderer beurteilen zu können) aber das ist kein Grund so über andere herzuziehen.

So ein bzw. dein Verhalten ist einer der Gründe warum dieses Forum in so einem traurigen Zustand ist und ist insofern wirklich reif für eine Moderation.

Übrigens ist dieses DARPA Programm eines der besten Autoritätsargumente welche ich mir wünschen kann insofern frag ich mich warum du ausgerechnet diesen Artikel hier als Beweis für mein vermeintliches Unwissen verlinkst.
Liest du meine Kommentare eigentlich auch oder zählst du sie nur?

Du wärst auf Twitter wirklich besser aufgehoben.



@muckster nicht zu vergessen wie dort gerne auch irgendwelche Prinzen und Prinzessinen in die Cockpits gesetzt werden.
Außer in Israel und der Türkei läuft das in Nahost in wirklich allen Ländern so oder so ähnlich und größere Manöver und spezialisierte Kurse usw. machen die auch nicht wirklich was natürlich auch daran liegt dass die Nato ihre Taktiken nicht wirklich teilt aber die könnten die sich wie z.B. die Ukraine ja auch selber erarbeiten.

Man glaubt garnicht was so etwas Abstraktes wie "Kultur" für Auswirkungen haben kann wenn man es selber nie erlebt hat.
Beitrag vom 12.03.2026 - 10:18 Uhr
@GB

Einen Kampfpiloten rekrutiert man nicht einfach mal so wie einen Analphabeten als Kanonenfütterer. Mir ging es um die lächerliche bauch- und vorurteilsgestützte Argumentation von ihm. Das war sinn- und niveaulos und disqualifiziert ihn als ernsthaften Gegenüber.

Sie haben eine sehr romantische Vorstellung von dieser Profession, wenn Sie meinen, dass jemand, der die Ausbildung zum Kampfpiloten absolviert hat, nicht dennoch inkompetent sein oder kriminell werden kann, oder gar ein religiöser Extremist.

Und Sie sind sich sicher, dass diese Videos ungeschnitten sind? […]

Ja, bin ich. Und plausibel ist der Inhalt auch. Gerade Kuwait und Bahrain sind Staaten, in denen die Eliten in spätrömischer Dekadenz alle gefährlichen oder körperlich anstrengenden Arbeiten so weit wie möglich an Gastarbeiter ausgelagert haben. Viele davon sind Schiiten, und aufgrund ihrer Unterdrückung durch die Eliten ein potentes Reservoir für Regierungsgegner und religiöse Extremisten.

Diese Theorie ist Quatsch, weil er erstens auch Verbündete nicht abschießen soll

Was ist das denn für ein Einwand? Es steht doch gerade die Möglichkeit im Raum, dass er bewusst auf Verbündete gefeuert hat.

und zweitens der Sichtkontakt, falls er überhaupt besteht, bei Entscheidungsfällung zum Angriff schon aufgrund der Entfernung die optische Erkennung der Nationalität garantiert nicht zulässt.

Selbstverständlich können Sie auf mehrere nautische Meilen Entfernung ein Kampfflugzeug anhand der Silhouette oder anderer typischer Charakteristika identifizieren. In der Vor-BVR-Ära war VID das Standardverfahren. Deswegen wurde z.B. in der Fachpresse richtiggehend auch die Theorie ausgeschlossen, dass der Kuwaiter die F-15 mit der aus der Distanz optisch ähnlichen MiG-29 verwechselt haben könnte, die viel kleiner ist und außerdem typische Abgasfahnen zeigt.

In dem viralen Video des Abschusses befinden sich die F/A-18 und die F-15E beinahe in demselben Frame, die Trümmerwolke hatte kaum Zeit zu fallen, die Distanz hat weniger als 3 Sekunden betragen. Der Kuwaiter hat zumindest dieses eine Flugzeug todsicher als F-15 identifizieren können. Es hat seinen Grund, warum Kommentatoren wie C.W. Lemoine Absicht unterstellen.

Der Pilot wird entweder vom Boden aus auf den drohenden Kontakt aufmerksam gemacht oder erkennt ihn auf seinem System selbst. Und dort hat er ein Fein-Freund-Erkennungssystem, denn an dem Lichtpunkt alleine kann er gar nichts identifizieren. Also muss entweder die Erkennung falsch signalisiert oder der Pilot absichtlich "unfreundlich" gehandelt haben.

Eben das wird ja vermutet, dass der Pilot absichtlich auf Verbündete geschossen hat: Green on Blue.

Oder er war nur so blöd und hat nach Erstkontakt gar nicht nachgeschaut und ist automatisch von einer Feindmaschine ausgegangen.

Jetzt widersprechen Sie sich selbst, denn anscheinend lassen Sie ja doch der Möglichkeit im Raum, dass der Kuwaiter einfach nur unglaublich inkompetent war.
Beitrag vom 12.03.2026 - 09:33 Uhr
Nein, hier hat @IRIS ausnahmsweise Recht. Gerade die Armeen Kuwaits und Bahrains rekrutieren vor allem Pakistaner, unter denen auch Schiiten und potentielle Sympathisanten des Iran sein können.

Einen Kampfpiloten rekrutiert man nicht einfach mal so wie einen Analphabeten als Kanonenfütterer. Mir ging es um die lächerliche bauch- und vorurteilsgestützte Argumentation von ihm. Das war sinn- und niveaulos und disqualifiziert ihn als ernsthaften Gegenüber.

Sie werden im Netz Videos finden, wie bahrainische Soldaten iranische Treffer auf der amerikanischen Marinebasis bejubeln.
Und Sie sind sich sicher, dass diese Videos ungeschnitten sind? Heutzutage ein im Netz kursierendes ungeprüftes Video als Beweis anzuführen ist argumentativer Harakiri. Jeder 16jährige schafft es mit seinem Smartphone, seine Oma als eine auf dem Wal reitende Dompteuse in ein Video zu rendern, oder alternativ Obama unflätige Sprüche gegen Trump in den Mund zu legen, inklusive dazu passender Mimik.


Übrigens ist hier noch in Rechnung zu stellen, dass die Amerikaner den Iran zusammen mit Israel angreifen. Es geht die Theorie durch diverse Fachforen, dass der kuwaitische Pilot angenommen haben könnte, die F-15E seien Israelis.

Diese Theorie ist Quatsch, weil er erstens auch Verbündete nicht abschießen soll und zweitens der Sichtkontakt, falls er überhaupt besteht, bei Entscheidungsfällung zum Angriff schon aufgrund der Entfernung die optische Erkennung der Nationalität garantiert nicht zulässt.

Der Pilot wird entweder vom Boden aus auf den drohenden Kontakt aufmerksam gemacht oder erkennt ihn auf seinem System selbst. Und dort hat er ein Fein-Freund-Erkennungssystem, denn an dem Lichtpunkt alleine kann er gar nichts identifizieren. Also muss entweder die Erkennung falsch signalisiert oder der Pilot absichtlich "unfreundlich" gehandelt haben.

Oder er war nur so blöd und hat nach Erstkontakt gar nicht nachgeschaut und ist automatisch von einer Feindmaschine ausgegangen.


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