MÜNCHEN - Lufthansa tarifiert den neuen Hubvernetzer City Airlines mit Verdi. "Die Vereinbarung schafft klare Rahmenbedingungen für Kabinen- und Cockpitpersonal", teilte Lufthansa am Freitag mit. Für Lufthansa hat der Kombitarifvertrag für Piloten und Flugbegleiter einen großen Vorteil.
Verdi durchdringt eine weitere Airline im Lufthansa-Konzern auch über das fliegende Personal.
Nach "harten und intensiven Verhandlungen" steht ein Tarifvertrag für Piloten und Flugbegleiter von City Airlines, bestätigte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky den seit Wochen erwarteten Abschluss, "Die Beschäftigten erhalten innerhalb der nächsten Jahre deutlich mehr Gehalt."
Im Detail werden laut Verdi die Grundgehälter der Cockpit- und Kabinenbeschäftigten in insgesamt drei Schritten erhöht.
"Weitere Einkommenszuwächse konnten durch zusätzliche Stufensteigerungen im Vergütungssystem, die Ausweitung von steuerfreien Zulagen, die Erhöhung von weiteren Zulagen, die Einführung einer Ergebnisbeteiligung als auch durch Verkürzung von Vergütungssteigerungsintervallen erzielt werden", so Verdi. "Darüber hinaus wird in 2027 ergänzend dazu eine Sonderzahlung in Höhe eines halben Gehaltes eingeführt."
Beschäftigte beider Berufsgruppen erhalten laut Verdi einen zusätzlichen freien Tag pro Monat, zwei zusätzliche Urlaubstage im Jahr und "Dienstplan-stabilisierende Regelungen".
Verdi hatte sich in den Verhandlungen nach eigenen Angaben am Tarifgefüge von Discover Airlines orientiert, das Lufthansa ebenfalls mit der Gewerkschaft abgeschlossen hatte. Bei City Airlines hatten auch sich auch die Berufsgruppenvertretungen Vereinigung Cockpit und UFO als Tarifpartner angeboten.
Die Fachgewerkschaften stellen den Tarifpartner bei Lufthansa Cityline. Lufthansa fährt den bisherigen Zu- und Abbringer Flugzeug um Flugzeug runter - City Airlines soll die Drehkreuze günstiger vernetzen und Cityline spätestens 2027 komplett ablösen und fliegt nach dem Start in München seit Februar 2026 auch am
Drehkreuz Frankfurt.
"Das fliegende Personal der Lufthansa City Airlines hat sich mehrheitlich für Verdi als Tarifpartner entschieden", erklärte Lufthansa. "Der Abschluss mit Verdi reflektiert den Willen der Beschäftigten bezüglich ihrer Interessenvertretung und ist damit Ausdruck der gewerkschaftlichen Mehrheitsverhältnisse im Unternehmen."
Lufthansa: "Einheitliche Einsatzbedingungen"Durch die Tarifierung mit Verdi waren laut Lufthansa "einheitliche Einsatzbedingungen für Cockpit und Kabinenmitarbeiter" möglich. "Dieser Gleichlauf verspricht höhere operationelle Stabilität", erklärte der Konzern. Die Tarifverträge treten rückwirkend am 1. April 2026 in Kraft und haben eine Laufzeit von drei Jahren.
City Airlines betreibt aktuell 13 Flugzeuge am Drehkreuz München, die Frankfurter Flotte soll bis Herbst auf sieben Maschinen wachsen. Gegen Jahresende erwartet City Airlines den ersten von später 40 Airbus A220-300.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 10.04.2026 12:32
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Beitrag vom 10.04.2026 - 21:07 Uhr
Die erste Frage ist doch, ob es dort überhaupt eine wirklich repräsentative Tarifkommission von ver.di gibt – oder ob am Ende wieder die bekannten hauptamtlichen Strukturen an der Belegschaft vorbei einen Gefälligkeitsvertrag abgeschlossen haben. Nach dem Muster: „Wir übernehmen die Vertretung, und im Gegenzug bleiben UFO und VC außen vor.“
Der zweite Punkt betrifft die Zusammensetzung der Crews bei LHX. Wer sitzt dort eigentlich im Cockpit? Sicherlich einige, die darin eine Einstiegschance in den Konzern sehen oder zumindest näher an die Muttergesellschaft herankommen wollen. Dazu kommen diejenigen, die mit der Schließung der CLH faktisch unter Druck geraten sind – und nicht zuletzt viele Kolleginnen und Kollegen aus osteuropäischen EU-Ländern, für die gewerkschaftliche Fragen verständlicherweise nicht im Vordergrund stehen, sondern schlicht die Möglichkeit zu fliegen und ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Unterm Strich sprechen wir also über eine Belegschaft, die in einer Abwärtsspirale nur begrenzte Alternativen hat – und entsprechend wenig Verhandlungsmacht besitzt.
Ganz ehrlich: Diese ewige Leier von den „Gefälligkeitsverträgen“ und angeblich „nicht repräsentativen“ Tarifkommissionen hängt mir zum Hals heraus. Als wäre jede Einigung, die nicht ins Weltbild mancher Berufs-Empörten passt, automatisch ein Verrat an der Belegschaft. Ich habe die Entwicklung bei LHX verfolgt, und was dort verhandelt wurde, ist kein Akt der Unterwerfung, sondern ein Versuch, unter realen Bedingungen wenigstens faire Strukturen zu schaffen.
Wer sich hinstellt und die Crews pauschal zu ahnungslosen Opportunisten erklärt, zeigt vor allem, dass er in seinem Wolken-Kuckucks-Heim vieles nicht verstanden hat. Ja, viele kommen aus Ost- und Südeuropa, ja, einige hoffen auf eine Perspektive im Konzern – aber das macht sie nicht zu willenlosen Statisten. Sie arbeiten, sie kämpfen und sie fliegen, und sie verdienen Respekt, keine überhebliche Sozialdiagnose vom Schreibtisch (oder LH Cockpit?) aus.
Ich nenne das nicht Abwärtsspirale, sondern Anpassung in einem Markt, der sich seit Jahren auf dem Rücken der Beschäftigten verändert. Die Alternative? Keine Tarifbindung, keine Sicherheiten, pure Ausbeutung. Wenn Ver.di einen Abschluss erreicht hat – dann ist das kein „Gefälligkeitsvertrag“, sondern wenigstens ein Fundament, auf dem man weiterbauen kann. Und ehrlich gesagt: Mir ist ein praktischer Fortschritt lieber als die ewige Empörung aus Prinzip.
@F11, schön auf den Punkt gebracht.
Beitrag vom 10.04.2026 - 18:34 Uhr
Wirklich engagiert ist Verdi nur im ÖD. Alles andere wird mehr oder weniger nebenbei erledigt. Das war schon zur Zeiten als ÖTV so und hat sich nie geändert.
Kann ich nicht bestätigen, ich war TK bei ÖTV. Ist darüberhinaus zu pauschal, das steht und fällt mit dem Tarifsekretär. Der war damals klasse. Der hatte ein übergeordnetes Luftfahrtkonzept und eine Vision.
Beitrag vom 10.04.2026 - 18:19 Uhr
Wirklich engagiert ist Verdi nur im ÖD. Alles andere wird mehr oder weniger nebenbei erledigt. Das war schon zur Zeiten als ÖTV so und hat sich nie geändert.
Kommentare (13) Zur Startseite
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Der zweite Punkt betrifft die Zusammensetzung der Crews bei LHX. Wer sitzt dort eigentlich im Cockpit? Sicherlich einige, die darin eine Einstiegschance in den Konzern sehen oder zumindest näher an die Muttergesellschaft herankommen wollen. Dazu kommen diejenigen, die mit der Schließung der CLH faktisch unter Druck geraten sind – und nicht zuletzt viele Kolleginnen und Kollegen aus osteuropäischen EU-Ländern, für die gewerkschaftliche Fragen verständlicherweise nicht im Vordergrund stehen, sondern schlicht die Möglichkeit zu fliegen und ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Unterm Strich sprechen wir also über eine Belegschaft, die in einer Abwärtsspirale nur begrenzte Alternativen hat – und entsprechend wenig Verhandlungsmacht besitzt.
Ganz ehrlich: Diese ewige Leier von den „Gefälligkeitsverträgen“ und angeblich „nicht repräsentativen“ Tarifkommissionen hängt mir zum Hals heraus. Als wäre jede Einigung, die nicht ins Weltbild mancher Berufs-Empörten passt, automatisch ein Verrat an der Belegschaft. Ich habe die Entwicklung bei LHX verfolgt, und was dort verhandelt wurde, ist kein Akt der Unterwerfung, sondern ein Versuch, unter realen Bedingungen wenigstens faire Strukturen zu schaffen.
Wer sich hinstellt und die Crews pauschal zu ahnungslosen Opportunisten erklärt, zeigt vor allem, dass er in seinem Wolken-Kuckucks-Heim vieles nicht verstanden hat. Ja, viele kommen aus Ost- und Südeuropa, ja, einige hoffen auf eine Perspektive im Konzern – aber das macht sie nicht zu willenlosen Statisten. Sie arbeiten, sie kämpfen und sie fliegen, und sie verdienen Respekt, keine überhebliche Sozialdiagnose vom Schreibtisch (oder LH Cockpit?) aus.
Ich nenne das nicht Abwärtsspirale, sondern Anpassung in einem Markt, der sich seit Jahren auf dem Rücken der Beschäftigten verändert. Die Alternative? Keine Tarifbindung, keine Sicherheiten, pure Ausbeutung. Wenn Ver.di einen Abschluss erreicht hat – dann ist das kein „Gefälligkeitsvertrag“, sondern wenigstens ein Fundament, auf dem man weiterbauen kann. Und ehrlich gesagt: Mir ist ein praktischer Fortschritt lieber als die ewige Empörung aus Prinzip.
@F11, schön auf den Punkt gebracht.
Kann ich nicht bestätigen, ich war TK bei ÖTV. Ist darüberhinaus zu pauschal, das steht und fällt mit dem Tarifsekretär. Der war damals klasse. Der hatte ein übergeordnetes Luftfahrtkonzept und eine Vision.