"Spiegel"
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IEA warnt vor möglichen Kerosinengpässen in Europa

Betankung
Betankung, © Lufthansa

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BERLIN - Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht "in den kommenden Wochen" eine Mangellage bei Flugtreibstoff in Europa heraufziehen. Im Iran-Krieg zerstörte oder beschädigte Energieinfrastruktur am Persischen Golf wird laut IEA-Chef Fatih Birol noch längere Zeit eine angespannte Versorgungslage nach sich ziehen.

Europäische Flugkonzerne spielen Mangelszenarien bereits durch. Ryanair könnte ab Mai "fünf oder zehn Prozent" ihres Flugangebots streichen, wenn sich die Lage am Persischen Golf nicht zeitnah entspannt, warnte gerade Ryanair-Chef Michael O'Leary. Auch Lufthansa legt sich Reaktionspläne für mögliche Kerosinengpässe zurecht.

"Wenn sich die Lage nicht verbessert, könnten Diesel und Kerosin in Europa bald knapp werden", unterstrich IEA-Chef Fatih Birol jetzt im "Spiegel" den dringenden Bedarf für Nachschublieferungen.

Andernfalls könnte in einigen europäischen Staaten die Versorungslage bereits im Mai "brenzlig werden", so Fatih. "Viele Treibstofflager haben sich in den vergangenen Wochen geleert."

In Großbritannien und Irland ist die generelle Treibstoffversorgung angespannter als in Kontinenaleuropa - doch auch hier kommt es schon zu lokalen Engpässen. In Norditalien schränkten zuletzt vier Flughäfen - Mailand-Linate, Venedig, Treviso und Bologna - die Betankung von Kurzstreckenflügen ein.

"Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig", sagte Lufthansa Technologie-Vorständin Grazia Vittadini gerade der "Welt am Sonntag". "Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden."

Alle Augen auf Islamabad gerichtet

Ab Samstag verhandeln die USA und der Iran in Islamabad über ein Kriegsende - und die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Der Iran hat die Meerenge, die 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen passieren müssen, im Krieg geschlossen. Sollten die Verhandlungen scheitern, "ist die Energiekrise sofort wieder im roten Bereich", warnte Fatih.

Doch auch bei einer Lockerung oder Aufhebung der Blockade rechnet Fatih nicht mit einer schnellen Normalisierung der Lieferströme. "Mindestens 80 Energieanlagen im Nahen Osten sind im Krieg beschädigt worden: Ölfelder, Gasfelder, Raffinerien, LNG-Terminals, Pipelines", sagte der IEA-Chef. Die Produktionskapazitäten seien dadurch eingeschränkt.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 10.04.2026 14:50


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