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Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDL) sieht die Gefahren für den Sommerflugplan 2026 durch den Iran-Krieg.
"Eine Verknappung von Kerosin hätte unweigerlich eingeschränkte Fluganbindungen zur Folge", richtete BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang einen Appell an die Politik. Zunächst berichtete die "Welt am Sonntag".
Flugabsagen, Verspätungen und längere Flugzeiten in Zusammenhang mit der aktuellen Krise sollten daher in der EU-Passagierrechteverordnung als "außergewöhnlicher Umstand" geltend, der Entschädigungen ausschließt, fordert der Verband als Teil eines Sieben-Punkte-Plans.
Zudem regt der BDL eine schnelle Zulassung von "Jet-A"-Kerosin neben der EU-Sorte "Jet-A1" an, um weitere Bezugsquellen in den USA zu erschließen.
Weitere Forderungen sind eine Freigabe von Kerosinreserven, eine Monitoring - und eine kurzfristige Zuteilung von Durchleitungsrechten für das NATO Central Europe Pipeline System (CEPS), um Import-Kerosin schneller an die Flughäfen zu verteilen. CEPS ist das größte der acht NATO-Pipelinesysteme und erstreckt sich allein in Deutschland auf rund 1.800 Netzkilometer.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte diese Woche vor möglichen Kerosinengpässen in Europa durch den Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus ab Ende Mai gewarnt.
"Mehrere europäische Länder könnten in den kommenden sechs Wochen einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen", hieß es von der in Paris ansässigen IEA. Dies hänge davon ab, wie viel der eingebüßten Lieferungen aus dem Mittleren Osten Länder durch andere Importe wettmachen könnten.
Bislang seien 75 Prozent der europäischen Kerosin-Nettoimporte aus dem Mittleren Osten gekommen. Ob und wann sich die Versorgungslage zuspitzt, hänge maßgeblich von der Dauer des Iran-Kriegs ab, erklärte jetzt der BDL. Selbst bei einem kurzfristigen Ende werde sich die Lage auf den Energiemärkten nur langsam entspannen.
Eingeschränkte Verfügbarkeit
Der Verband verweist auf Energieexperten, denen zufolge im Nahen Osten mehr als 80 Anlagen teils schwer beschädigt seien, sodass eine kurzfristige Rückkehr zum Vorkrisen-Niveau nicht erwartet werden könne. Die Mineralölwirtschaft gehe davon aus, dass noch für längere Zeit 20 Prozent der globalen Öl-Kapazität nicht verfügbar seien.
Zwar federn Kerosinlieferungen aus den USA die Ausfälle ab. Die Lieferungen könnten allerdings bislang nur rund die Hälfte der ausfallenden Mengen ersetzen. Es drohten niedrige Bestände und ein enger Markt über den Sommer hinaus.
Produktion deutscher Raffinerien
Der BDL verweist auf Zahlen des Energieverbands en2x, nach denen 2024 von den rund 9 Millionen Tonnen in Deutschland abgesetzten Kerosins rund 5,9 Millionen Tonnen importiert wurden. In deutschen Raffinerien seien 4,8 Millionen Tonnen hergestellt worden, von denen noch 1,6 Millionen Tonnen exportiert worden seien.
Die Fluggesellschaften haben bereits reagiert. Airlines wie KLM oder SAS haben unrentable Flüge aus dem Programm genommen. Der Lufthansa-Konzern lässt 27 Flugzeuge der Regionaltochter Cityline stehen und will weitere Spritfresser zum Winterflugplan ab Ende Oktober aus der Flotte streichen. Der BDL sieht derartige Maßnahmen als ersten Schritt.
© aero.de, dpa | Abb.: Lufthansa | 17.04.2026 11:02







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