Arcadia eFuels
Gestern, 15:51 Uhr

Uniper will europäischen eSAF-Markt aufbauen

Betankung
Betankung, © Lufthansa

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DÜSSELDORF - Der Energiekonzern Uniper setzt auf eSAF: Mit dem US-Unternehmen Arcadia eFuels hat die Düsseldorfer Firma sich jetzt auf die Abnahme von jährlich 40.000 Tonnen nachhaltig erzeugten Kerosins geeinigt. Die Vereinbarung gelte für mehr als zehn Jahre, teilten die Unternehmen gemeinsam mit.

"Das vertraglich vereinbarte Volumen entspricht dem Treibstoffbedarf von rund 1.000 Boeing-787-9-Flügen zwischen Düsseldorf und Abu Dhabi pro Jahr", hieß es. Es handele sich um eine der bislang größten angekündigten Abnahmevereinbarungen.

Hintergrund ist eine EU-Vorschrift, nach der in den kommenden Jahren ein immer größer werdender Anteil der auf EU-Flughäfen bereitgestellten Treibstoffe klimafreundlich sein muss.

Lieferungen sollen Anfang der 2030er Jahre beginnen

Die Lieferungen sollen Anfang der 2030er-Jahre beginnen. Arcadia eFuels will den Kraftstoff in einer Anlage im dänischen Vordingborg herstellen, die nach eigenen Angaben eine Jahreskapazität von rund 80.000 Tonnen haben soll.

Das Kerosin wird auch eSAF genannt, die Abkürzung für "electricity-based sustainable aviation fuel". Auf Deutsch heißt das: strombasierter nachhaltiger Flugkraftstoff. Hergestellt wird eSAF aus erneuerbarem Strom, nachhaltig erzeugtem Wasserstoff und Kohlendioxid.

Im Vergleich zu konventionellem Flugkraftstoff könnten damit die Treibhausgasemissionen um bis zu 98 Prozent reduziert werden, so die Unternehmen.

Die Vereinbarung schaffe die Voraussetzungen für einen wettbewerbsfähigen europäischen eSAF-Markt, erklärte Uniper-Chef Michael Lewis laut der Mitteilung."Für Uniper ist sie zudem ein wichtiger Schritt, um in einem Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial eine starke Position aufzubauen."

SAF: Quote mit Unterquote

Seit Januar 2025 gilt in der EU eine verbindliche SAF-Quote, die bis 2050 stufenweise von 2,0 Prozent auf 70,0 Prozent ansteigt. Eine Unterquote für synthetische PtL-Flugkraftstoffe, eFuels, soll ab 2030 greifen - und dann von 1,2 Prozent auf 35 Prozent im Jahr 2050 anziehen.

Fluggesellschaften und der Weltbranchenverband IATA zweifeln an ausreichender Verfügbarkeit strombasierter Flugtreibstoffe.

"Die EU und das Vereinigte Königreich haben bis 2030 eine verpflichtende Produktion von rund 0,6 Millionen Tonnen e-SAF vorgesehen", teilte die IATA im Juni 2026 mit. "Die derzeit weltweit in Betrieb und im Bau befindliche Produktionskapazität beläuft sich auf lediglich rund 0,02 Millionen Tonnen und nur eine einzige Produktionsanlage läuft schon."
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 23.09.2026 15:51


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