HAMBURG - Lufthansa Technik hat die Wartung der neuen See-Fernaufklärer der Deutschen Marine als Zeitenwende in der Unternehmensgeschichte bezeichnet. Die Arbeiten an den Maschinen vom Typ Boeing P-8A Poseidon seien ein Novum, sagte Personalvorständin Jana Schumacher am Sitz von Lufthansa Technik in Hamburg.
"Erstmals in der Unternehmensgeschichte arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen hier an potenziell waffentragenden Systemen", sagte Schumacher.
Die auf Basis der Boeing 737-800 gefertigten Poseidon-Maschinen sind laut Bundeswehr mit einer Länge von knapp 40 Metern und einer Spannweite von etwa 38 Metern die größten deutschen Kampfflugzeuge.
Sie hätten die Fähigkeit, "große Seegebiete schnell und wirksam zu überwachen, U-Boote aufzuklären, zu verfolgen und - wenn nötig - zu bekämpfen", sagte der Kommandeur der Marineflieger, Kapitän zur See Broder Nielsen. Ausgestattet sind sie mit modernster Sensortechnik, bewaffnet unter anderem mit Wasserbomben und Torpedos.
Die zweite an die Marine ausgelieferte Maschine war Mitte März für den sogenannten 90-Tage-Check bei Lufthansa Technik am Hamburger Flughafen eingetroffen. Aktuell durchläuft die erste Poseidon dort ihren 180-Tage-Check. Sie war im November vergangenen Jahres offiziell in Dienst gestellt worden.
Neben der militärischen Möglichkeiten brauche es auch industrielle Resilienz, sagte Nielsen. "Dazu gehören auch Unternehmen, die Verantwortung übernehmen und aus eigener Überzeugung einen Beitrag zur Gesamtverteidigung unseres Landes leisten."
"Lufthansa Technik kann auch Marine"Mit den Checks der P-8A habe Lufthansa Technik bewiesen, "dass das Unternehmen auch Marine kann", sagte der verantwortliche Gruppenleiter im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Stefan Rauscher. "Ich bin sicher, dass wir auch hier die vertrauensvolle, leistungs- und termingerechte Zusammenarbeit etablieren, die wir seit Jahren bei den Transport- und Sonderflugzeugen der Luftwaffe kennen und schätzen."
Als starker Luftfahrtstandort könne Hamburg die Kompetenz seiner Unternehmen auch im militärischen Bereich einbringen, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher. Die Zusammenarbeit der Lufthansa Technik mit Boeing und der Deutschen Marine sei ein Beispiel dafür. "Es ist wichtig, dass die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands unter Beteiligung deutscher Unternehmen erfolgt und damit auch positive Wertschöpfungseffekte für unsere Wirtschaft erzielt werden.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Bundeswehr, Boeing | 20.04.2026 14:59
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Beitrag vom 21.04.2026 - 10:49 Uhr
Es gibt jedoch u.A. eine ganze Generation, die seit der Wende mit dem Mantra "Rüstung ist böse" aufgewachsen ist und für die so eine Tätigkeit jetzt gehörig das Weltbild auf den Kopf stellen kann.
Ich kann Sie beruhigen, das Mantra wurde schon vor der Wende in unsere Gesellschaft geimpft durch "Friedensbeauftragte" des Kremls ("wir überfallen nur Schwächere").
Wer wartet die Maschinen eigentlich im Kriegsfall? Kann die Marine ihre Maschinen überhaupt eigenständig warten?
Beitrag vom 20.04.2026 - 21:42 Uhr
""Erstmals in der Unternehmensgeschichte arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen hier an potenziell waffentragenden Systemen", sagte Schumacher."
Es gab in der Unternehmensgeschichte durchaus schonmal einen Zeitraum, in dem
Luft Hansa AG- 'Kolleginnen und Kollegen...an potenziell waffentragenden Systemen' gearbeitet haben.
Dazu hat sich die LHG doch auch ausdrücklich bekannt.
Aber natürlich kann man diese beiden Perioden selbstverständlich nicht gleichstellen, da völlig unterschiedliche Zielstellungen. Damals verbrecherischen Angriffskrieg, jetzt Friedenssicherung.
Man darf das vielleicht nicht überbewerten. Das 100-Jahr-Jubiläum wurde meiner Wahrnehmung nach hauptsächlich von der Führung der Lufthansa AG aus dem Hut gezaubert - ich kann nur mutmaßen, dass damit ein bestimmter Manager seinen persönlichen Höhepunkt zelebrieren wollte.
Die Mitarbeiter hat man dabei ziemlich außen vor gelassen, bzw. ihnen diese Änderung der Unternehmensgeschichte eben vor die Nase gesetzt. Denn bis dahin galt als selbstverständlich, dass man als Neugründung nach dem 2. Weltkrieg mit dem Unternehmen davor lediglich den Namen teilte.
Es muss in den Köpfen der Menschen erst mal ankommen. Meiner Meinung nach ein durchaus gutes Beispiel dafür, dass angeordnete Unternehmenskultur und -verbundenheit nicht funktionieren.
Rüstung wird für so einige Industriebereiche womöglich bald eine neue Normalität sein (müssen). Einerseits weil es gut ca. 30 Jahre Nachholbedarf gibt, andererseits können so Geschäftsausfälle, Abwanderungen und Wettbewerbsnachteile in anderen Bereichen - ich denke etwa auch an die Automobil- und Motorenindustrie - möglicherweise abgefedert werden.
Es gibt jedoch u.A. eine ganze Generation, die seit der Wende mit dem Mantra "Rüstung ist böse" aufgewachsen ist und für die so eine Tätigkeit jetzt gehörig das Weltbild auf den Kopf stellen kann. Denn auch wenn es nach wie wünschenswert wäre, wir alle könnten darauf verzichten, so zeigt sich seit einigen Jahren doch, dass die eigene Verteidigungsfähigkeit leider so notwendig ist wie lange nicht.
Beitrag vom 20.04.2026 - 16:27 Uhr
""Erstmals in der Unternehmensgeschichte arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen hier an potenziell waffentragenden Systemen", sagte Schumacher."
Es gab in der Unternehmensgeschichte durchaus schonmal einen Zeitraum, in dem
Luft Hansa AG- 'Kolleginnen und Kollegen...an potenziell waffentragenden Systemen' gearbeitet haben.
Dazu hat sich die LHG doch auch ausdrücklich bekannt.
Aber natürlich kann man diese beiden Perioden selbstverständlich nicht gleichstellen, da völlig unterschiedliche Zielstellungen. Damals verbrecherischen Angriffskrieg, jetzt Friedenssicherung.
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Ich kann Sie beruhigen, das Mantra wurde schon vor der Wende in unsere Gesellschaft geimpft durch "Friedensbeauftragte" des Kremls ("wir überfallen nur Schwächere").
Wer wartet die Maschinen eigentlich im Kriegsfall? Kann die Marine ihre Maschinen überhaupt eigenständig warten?
Es gab in der Unternehmensgeschichte durchaus schonmal einen Zeitraum, in dem
Luft Hansa AG- 'Kolleginnen und Kollegen...an potenziell waffentragenden Systemen' gearbeitet haben.
Dazu hat sich die LHG doch auch ausdrücklich bekannt.
Aber natürlich kann man diese beiden Perioden selbstverständlich nicht gleichstellen, da völlig unterschiedliche Zielstellungen. Damals verbrecherischen Angriffskrieg, jetzt Friedenssicherung.
Man darf das vielleicht nicht überbewerten. Das 100-Jahr-Jubiläum wurde meiner Wahrnehmung nach hauptsächlich von der Führung der Lufthansa AG aus dem Hut gezaubert - ich kann nur mutmaßen, dass damit ein bestimmter Manager seinen persönlichen Höhepunkt zelebrieren wollte.
Die Mitarbeiter hat man dabei ziemlich außen vor gelassen, bzw. ihnen diese Änderung der Unternehmensgeschichte eben vor die Nase gesetzt. Denn bis dahin galt als selbstverständlich, dass man als Neugründung nach dem 2. Weltkrieg mit dem Unternehmen davor lediglich den Namen teilte.
Es muss in den Köpfen der Menschen erst mal ankommen. Meiner Meinung nach ein durchaus gutes Beispiel dafür, dass angeordnete Unternehmenskultur und -verbundenheit nicht funktionieren.
Rüstung wird für so einige Industriebereiche womöglich bald eine neue Normalität sein (müssen). Einerseits weil es gut ca. 30 Jahre Nachholbedarf gibt, andererseits können so Geschäftsausfälle, Abwanderungen und Wettbewerbsnachteile in anderen Bereichen - ich denke etwa auch an die Automobil- und Motorenindustrie - möglicherweise abgefedert werden.
Es gibt jedoch u.A. eine ganze Generation, die seit der Wende mit dem Mantra "Rüstung ist böse" aufgewachsen ist und für die so eine Tätigkeit jetzt gehörig das Weltbild auf den Kopf stellen kann. Denn auch wenn es nach wie wünschenswert wäre, wir alle könnten darauf verzichten, so zeigt sich seit einigen Jahren doch, dass die eigene Verteidigungsfähigkeit leider so notwendig ist wie lange nicht.
Es gab in der Unternehmensgeschichte durchaus schonmal einen Zeitraum, in dem
Luft Hansa AG- 'Kolleginnen und Kollegen...an potenziell waffentragenden Systemen' gearbeitet haben.
Dazu hat sich die LHG doch auch ausdrücklich bekannt.
Aber natürlich kann man diese beiden Perioden selbstverständlich nicht gleichstellen, da völlig unterschiedliche Zielstellungen. Damals verbrecherischen Angriffskrieg, jetzt Friedenssicherung.