Absatzrisiko
Älter als 7 Tage

Wird die Nahost-Krise zum Problem für die Boeing 777X?

Boeing 777-9
Boeing 777-9, © A. Mohl

Verwandte Themen

SEATTLE - Fluggesellschaften am Persischen Golf zählen zu den größten Bestellern von Boeing Großraumflugzeugen. Im neuen Programm 777X bilden Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways mit Abstand den größten Kundenkreis. Werden Folgen des Iran-Kriegs für Boeing zum Absatzrisiko in der Region?

Emirates will bei einer Normalisierung der Lage am Persischen Golf schnell wieder zum Vorkriegsstatus aufschließen.

"Solange Dubai eine Stadt bleibt, die für alle möglichen Menschen eine enorme Anziehungskraft ausübt, dann werden die Leute vergessen", sagte Emirates-Chef Tim Clark diese Woche auf einer Branchenkonferenz in Berlin, schränkte aber ein: "Vorausgesetzt, wir finden eine Lösung für die Krise und es kehrt ein gewisses Maß an Stabilität und Ruhe ein."

Der Iran-Krieg hält die Golfdrehkreuze Dubai, Abu Dhabi und Doha seit 28. Februar im Klammergriff. Wie schnell die Region die Krise nach einem Kriegsende abstreift und die Hubs wieder hochfahren - offen. Die Frage treibt auch Boeing um.

"Bislang sind keine Auswirkungen zu spüren", versicherte Boeing Vorstandschef Kelly Ortberg diese Woche vor Investoren.

Für die 777X, die Boeing ab 2027 ausliefern will, ist das Dreieck Dubai, Abu Dhabi, Doha der weltweit wichtigste Absatzmarkt. Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways stehen mit zusammen 409 Flugzeugen der neuen Interkontserie für 78,5 Prozent aller bislang verkauften 777X. Allein Emirates hat 270 777-9, 777-8 und 777-8F bestellt.

Boeing will fünf 777X pro Monat bauen

Ausgehend von einer Anfangsrate von 2,5 Flugzeugen pro Monat will Boeing die 777X-Produktion mittelfristig auf fünf Monatseinheiten einstellen. Dies sei eine "vernünftige Rate" für das Programm, sagte Kelly. Der Hochlaufplan steht und fällt mit der Annahmefähigkeit der Golfkunden.

Über alle Programme liefert Boeing rund jedes siebte Flugzeug in den Nahen Osten. Noch habe kein Kunde spätere Liefertermine angefragt, sagte Kelly. Boeing sei aber auch darauf vorbereitet.

"14 Prozent unseres Backlog entfallen auf Kunden im Nahen Osten, aber zwei Drittel dieses Auftragsbestands werden erst 2030 oder später ausgeliefert", sagte der Manager.

Falls ein Kunde in Probleme geraten sollte, könne Boeing die Lieferabfolge "innerhalb eines Zeitraums von 12 bis 18 Monaten" anpassen - und andere Abnehmer vorziehen. Er habe bereits Anrufe anderer Airlinekunden erhalten, "die bereit sind, Bestellungen früher anzunehmen, wenn sich eine Gelegenheit ergibt", sagte Kelly.
© aero.de | Abb.: A. Mohl, Fraport | 25.04.2026 06:45

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 25.04.2026 - 22:20 Uhr
Mal abgesehen davon, dass die Folgen des Iran-Kriegs eher das Ende der A380 und Ersatz durch die B777 beschleunigen und nicht verlangsamen sollten.

Jein. Emirates (und die anderen Golf-Airlines) müssen die B777X bei Übernahme auch bezahlen. Und wenn wegen des Krieges die Einnahmen wegbrechen, kann das schon zum Problem werden. Die A380 sind weitgehend abgeschrieben (was sowieso keine Einfluss auf den Cashflow hat), da dürfte zumindest kurzfristig die höheren Betriebskosten verschmerzbar sein. Zudem ist der A380 bei den Passagieren äußerst beliebt.
Beitrag vom 25.04.2026 - 12:40 Uhr
Mal abgesehen davon, dass die Folgen des Iran-Kriegs eher das Ende der A380 und Ersatz durch die B777 beschleunigen und nicht verlangsamen sollten.
Beitrag vom 25.04.2026 - 08:32 Uhr
"Er habe bereits Anrufe anderer Airlinekunden erhalten, "die bereit sind, Bestellungen früher anzunehmen, wenn sich eine Gelegenheit ergibt", sagte Kelly."

Ich glaube es gibt sogar Kunden, die die Flieger sofort abnehmen würden (und überhaupt einmal wissen wollen würden, wann ihre Bestellten denn wirklich s_i_c_h_e_r kommen) ;):) .


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

aero.ukWe spread our wings to the UK. Visit aero.uk for British aviation news from our editors.

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 07/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden