Wichtiger Test
Vor 6 Tagen  

Boeing lässt die Bremsen der 777-9 glühen

Boeing 777-9
Boeing 777-9, © A. Mohl

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LOS ANGELES - Boeing ist mit dem "Maximum Brake Energy Test" der Zulassung der 777-9 einen wichtigen Schritt näher gekommen. Der größte Zweistrahler der Welt wurde dabei mit maximaler Startmasse auf Abhebegeschwindigkeit beschleunigt - und dann, absichtlich mit maximal abgefahrenen Bremsen, gestoppt.

Laut Boeing absolvierte die 777-9 den nicht ganz ungefährlichen Bremsentest auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien.

Dazu wurde der sieben Jahre alte 777-9 Prototyp, N779XW, bis zum Höchststartgewicht von 351,5 Tonnen beladen und dann auf 190 Knoten (352 km/h) Rollgeschwindigkeit beschleunigt, also bereit zum Abheben.

Doch statt am elektronischen Steuerhorn zu ziehen, nahm Boeing-Testpilotin Captain Heather Ross, sie ist auch 777-9-Projektpilotin, absichtlich die Schubhebel zurück und stieg fest in die Eisen. Mit aufgerichteten Störklappen aber ohne Schubumkehr brachte sie den Großraum-Zweistrahler wieder sicher zum Stillstand.

Flammen züngeln bei 1.371 Grad Bremstemperatur

Das Flugzeug verlangsamte seine Geschwindigkeit dabei, ohne von der Mittellinie der Startbahn auszubrechen und ohne etwaige, erkennbare, größere Lenkeingriffe. Währenddessen bildeten sich an den Reifen des Hauptfahrwerks dunkle Qualmwolken, denn die Bewegungsenergie wurde in den Bremsen in Reibungshitze umgewandelt.

Dabei erhitzten sich die Bremsscheiben auf 1.371 Grad Celsius, so heiß, dass man die Bremsscheiben bei Sonnenschein glühen sehen konnte. Als zusätzliche Erschwernis werden beim Maximum Brake Energy Test absichtlich maximal abgenutzte Bremsen eingebaut, so dass die für eine Schnellbremsung ungünstigste Situation nachgestellt wird.

Feuerwehr darf nur zugucken

Mit dem sicheren Halt ist der Test noch nicht zu Ende. Jetzt wird es erst richtig spannend: Während aus den immer heißer werdenden Bremsen Flammen züngeln und die qualmenden Gummireifen sich immer weiter aufheizen, muss das Flugzeug fünf Minuten lang im Stillstand ohne Eingreifen der Feuerwehr überstehen.

Boeing testet Bremsen der 777-9, © XSL
 
Die Feuerwehr umstellt das Flugzeug zwar mit ihren Fahrzeugen, sie darf fünf Minuten lang aber nur beobachten und nicht tätig werden, sonst wäre der Test nicht bestanden. Diese Frist simuliert die ungünstigste Dauer, die bei einem echten Startabbruch die Feuerwehr brauchen könnte, bis sie dem Flugzeug zu Hilfe eilen kann.

Währenddessen bringt die Hitze Schmelzventile in den Rädern zum Abblasen, so dass der Überdruck aus den nun extrem überhitzten Reifen gefahrlos entweichen kann. Zwar steht das Flugzeug damit auf jeweils sechs "Platten", aber man verhindert, dass die Reifen explodieren und durch eventuelle Trümmer das Flugzeug beschädigen könnten.

Nach den fünf Minuten darf die Feuerwehr eingreifen und mit einem Sprühwassernebel die Bremsen vorsichtig herunterkühlen.

Wann fand der Test statt?

Der Maximum Brake Energy Test dient für die Zulassung der 777-9. Er weist nach, dass das Flugzeug auch bei der höchsten Beladung, höchsten Geschwindigkeit und mit den schlechtesten Bremsen bei einem jederzeit möglichen Startabbruch sicher auf der Bahn zum Stillstand gebracht werden kann.

Da dieser Test mit erhöhten Risiken verbunden ist, wird er erst gegen Ende eines Testprogramms angesetzt, damit man nicht risikiert, ein kostbares Testflugzeug vorzeitig zu beschädigen.

Die auf den einschlägigen ADSB-Seiten im Internet sichtbaren Bewegungen der 777-9-Testflotte scheinen darauf hinzudeuten, dass Boeing den erst jetzt bekannt gemachten Bremstest schon im dritten Quartal 2025 in Edwards absolviert haben könnte. Damit könnte die 777-9 schon kurz vor dem ersehnten Ende ihrer Testkampagne angekommen sein.

Projektpilotin ist zufrieden

"Das Flugzeug hat sich sehr gut verhalten, sogar besser als erwartet, obwohl wir es unter extremen Bedingungen getestet haben", sagte Heather Ross nach dem Test über die Boeing 777-9. "Ich bin sehr stolz aufs Flugzeug und auf die Testmannschaft, alle haben ihren Job extrem gut gemacht."
© Flug Revue (SST) | Abb.: A. Mohl, Fraport | 08.04.2026 13:53

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Beitrag vom 09.04.2026 - 12:31 Uhr
Der Unterschied ist, dass Airbus das zuerst nachweist und kann und bei BOEING wurde von der 787 über die grottige 737MAX immer alles schon im Vorfeld als „great airplane“ beschworen, bis es einen Zwischenfall und ein Flotten-Grounding nach dem anderen gab (brennende Batterien auf der 787, 737MAX Abstürze, gröbere Probleme beim Stretch eines zertifizierten Gerätes 777, etc.)

I don’t feel „touchée“ at all ;-)

Wir alle wissen, wer hier zwischenzeitlich der qualitativ hochwertigere Hersteller ist.
Beitrag vom 09.04.2026 - 10:04 Uhr
Wenn man das entsprechende Video von Airbus im Vergleich anschaut, dann sieht man den Unterschied zwischen AIRBUS-Sachlichkeit und der BOEING Marketingveranstaltung sehr eindrücklich.

And of course it was „better, faster, higher, bigger,… BLABLABLA-Superlative“ than expected.

Das Boeing-Marketing nervt wirklich, die Airbus-Sachlichkeit ist da vorbildlich. Immer diese amerikanischen Superlative, „LONGER, LARGER, FARTHER, FASTER, HIGHER, QUIETER, SMOOTHER“. Fehlt nur noch, dass das jemand auf den Flieger pinselt…

 https://imgproc.airliners.net/photos/airliners/9/3/1/0453139.jpg?v=v40

Touchee, der ist richtig gut :::)))
Beitrag vom 09.04.2026 - 07:31 Uhr
Wenn man das entsprechende Video von Airbus im Vergleich anschaut, dann sieht man den Unterschied zwischen AIRBUS-Sachlichkeit und der BOEING Marketingveranstaltung sehr eindrücklich.

And of course it was „better, faster, higher, bigger,… BLABLABLA-Superlative“ than expected.

Das Boeing-Marketing nervt wirklich, die Airbus-Sachlichkeit ist da vorbildlich. Immer diese amerikanischen Superlative, „LONGER, LARGER, FARTHER, FASTER, HIGHER, QUIETER, SMOOTHER“. Fehlt nur noch, dass das jemand auf den Flieger pinselt…

 https://imgproc.airliners.net/photos/airliners/9/3/1/0453139.jpg?v=v40


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