Trump-Ankündigung
Älter als 7 Tage

USA erwägen Truppenreduzierung in Deutschland

C-130 Hercules in Ramstein
C-130 Hercules in Ramstein, © USAF, DVIDS

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WASHINGTON - Die USA prüfen nach Aussage von Präsident Donald Trump eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz.

Merz hatte sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb Trump am Dienstag über Merz (CDU) auf Truth Social. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!".

Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen verfüge.

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen.

Nimmt man Trumps Äußerungen zum Maßstab, scheint das persönliche Verhältnis zu Merz auf einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck aber am Mittwoch entgegen. "Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist - jedenfalls aus meiner Sicht - unverändert gut", sagte er. "Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander."

Warum Merz die US-Regierung kritisierte

Über Monate pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein recht gutes Verhältnis zueinander. Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So warf er der US-Regierung vor, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. "Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben", sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

"Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen", sagte der Bundeskanzler weiter. Die Amerikaner seien im Iran "ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen". Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. "Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln - oder eben sehr geschickt nicht verhandeln", sagte Merz. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung."

Dutzende große US-Militärstützpunkte in Europa

In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte, die bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner - etwa im Nahen Osten - von enormer Bedeutung sind: Hier sind Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge stationiert, es werden Drohnen gesteuert oder auch Verletzte versorgt.

In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige Stützpunkte unterhalten die USA in Italien und in Großbritannien.

Der US-Kongress hatte Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus beschlossen: So darf die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen. Danach müssten bestimmte Berichtswege eingehalten werden, um eine Verringerung anzustrengen.

Trump ist auch auf andere Europäer nicht gut zu sprechen

Merz ist nicht der erste Spitzenpolitiker in Europa, den Trump massiv attackiert. So sind auch der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron bei dem Republikaner in Ungnade gefallen. Zuletzt krachte es nach der Kritik des US-Präsidenten am Papst sogar zwischen ihm und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: USAF, DVIDS | 30.04.2026 06:26

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Beitrag vom 03.05.2026 - 12:51 Uhr
Jemand, der ohne zu fragen zuerst schiesst und sich dann wundert, dass zurückgeschossen wird und andere nicht mitschiessen wollen, hat wohl nicht mal den Hauch eines Plans. Es entspricht eher dem Niveau eines Kleinkinds, heute dies und morgen das Gegenteil zu wollen.

Was Ramstein und andere nicht minder wichtige Einrichtungen hierzulande betrifft haben die USA in der Praxis b.a.w. gar keine andere Wahl als Deutschland als Relaystation zu nutzen, solange sie im Nahen Osten, Afrika und im Golf aktiv sein wollen. Unser weitaus größeres Problem ist das bereits eingeläutete faktische Ende der NATO.
Beitrag vom 02.05.2026 - 19:41 Uhr
Trump hat und kennt auch keine Freunde. Er kennt nur nützliche Werkzeuge, Spielzeuge oder Feinde.
Wofür braucht er so viele Soldaten in D? Doch nur zum Schutz eigener Interessen im Nahe bzw. Mittleren Osten!
Wenn der Flugplatz in Ramstein nicht mehr benötigt wird, werden die Amis sich ganz aus D zurückziehen.
In Afrika uns Asien werden die Chinesen in abgewandelter Form die Tätigkeiten der USA übernehmen.
In Amerika wird er bzw. seine republkanischen Nachfolger nun dominater aufreten.


Dieser Beitrag wurde am 02.05.2026 21:17 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 02.05.2026 - 16:40 Uhr
Die Amis müssen doch merken, dass er total durch ist

So, wie die Deutschen merken müssten, dass die Alternativen total durch sind?

Ja, genau so. Wobei unsere Problem-Alternativen immerhin noch in der Lage sind, zumindest syntaktisch korrekte Aussagesätze zu formulieren.
Die Grundlage der Wirksamkeit des Trump-Regimes und der Alternativen ist übrigens schlicht ein auf die Politik angewandtes Werbe-Rezept:
Formuliere sehr einfach strukturierte Aussagen immer und immer wieder und Deine Aussagen werden beim Leser/Hörer zu virtueller Wahrheit.

 https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/wahrheitseffekt-und-illusory-truth-effect-wiederholungen-koennen-eigene-wahrheit-beeinflussen


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