Verwandte Themen
Frankreich und Deutschland finden vor der Luftfahrtmesse ILA keinen Weg aus dem FCAS-Dauerpatt. Nach langen Querelen ist das milliardenschwere Rüstungsprojekt eines deutsch-französischen Kampfjets gescheitert.
Merz habe Macron daher nahegelegt, den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht weiterzufolgen. Weitergeführt werden solle aber die gemeinsame Vernetzung von unterschiedlichen Waffensystemen wie Flugzeugen und Drohnen oder auch Sensoren in einer sogenannten "Combat Cloud". Das Projekt "Future Combat Air System" FCAS ist damit nicht vollständig vom Tisch.
FCAS steht für "Future Combat Air System" und wäre bei einer Realisierung mit einem dreistelligen Milliardenbudget das größte und teuerste europäische Rüstungsprojekt geworden. Das Luftkampfsystem sollte im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug.
Immer wieder war eine Entscheidung über das Projekt in den vergangenen Monaten verschoben worden.
Die deutsche Seite hatte zuletzt eine Aufspaltung in Teilprojekte angeregt. Dassault und Airbus könnten demnach jeweils eigene FCAS-Kampfflugzeuge entwickeln und bauen. Airbus stellte sich zuletzt hinter diesen Ansatz. In Frankreich gab es gegen die sogenannte "Zwei-Flugzeuge-Lösung" hingegen Vorbehalte.
Unterschiedliche Anforderungen an FCAS
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt auch auf grundsätzlich unterschiedliche "Anforderungsprofile" zum Kampfjet hingewiesen. Konkret geht es darum: Frankreich sein nächstes Kampfflugzeug auch auf Flugzeugträgern und als Atomwaffenträger einsetzen. Deutschland braucht diese Fähigkeiten nicht.
Der FCAS-Kampfjet sollte eigentlich im Konsortium von Airbus, Dassault und Indra Sistemas entwickelt und gebaut werden. Im Industriepakt gab es Streit, Dassault stellte verhandelte Zuständigkeiten 2025 wieder in Frage und beanspruchte die technische Federführung für sich, für Airbus war das inakzeptabel.
Merz und Macron seien nun zu der gemeinsamen Einschätzung gelangt, dass Dassault und Airbus bei FCAS nicht mehr zusammenfinden werden.
Mitte Juli sollen nun die beiden Verteidigungsministerien Deutschlands und Frankreichs bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung (Ministerrat) einen "zeitgemäßen Arbeitsplan" zur verteidigungsindustriellen Zusammenarbeit vorlegen, "konzentriert auf wenige realistische relevante Vorhaben".
Auf deutscher Seite sieht man in dem Scheitern nach einer langen Hängepartie nun eine Chance, wieder nach vorne zu schauen und sich jenseits von Symbolprojekten auf das Wesentliche in der Sicherheitspolitik zu konzentrieren.
© aero.de, dpa | Abb.: FCAS | 08.06.2026 17:02







Kommentare (12) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.
Warning: mysql_fetch_array() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /homepages/18/d506720601/htdocs/_aero_de/pages/news_details.php on line 2793
Die F-35B mit dem Hubtriebwerk versaut für alle 3 Varianten die Aerodynamik. Die drei Varianten haben ca. nur 20 % gemeinsame Teile, was wahrscheinlich hauptsächlich das Cockpit betrifft. Es wäre besser gewesen für jeden Bereich ein Flugzeug zu bauen.
Deutschland kann sich nun mit geeigneten europäischen Partnern um ein effizienteres Neuprojekt kümmern.